Interreligiöser Dialog

Der „Interreligiöse Dialog Saarbrücken" ist ein Arbeitskreis, dem Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Kirchen und Religionsgemeinschaften, der Stadtverwaltung und interkultureller Institutionen angehören.

Der Interreligiöse Dialog hat sich neu konstituiert

Die Religionsgemeinschaften haben ein Grundsatzprogramm am 19. März unterzeichnet (Foto: LHS) LHS

Die Religionsgemeinschaften haben ein Grundsatzprogramm am 19. März unterzeichnet (Foto: LHS) LHS

Die Religionsgemeinschaften haben ein Grundsatzprogramm am 19. März unterzeichnet (Foto: LHS) LHS

Der Arbeitskreis „Interreligiöser Dialog“ in Saarbrücken hat seine Ziele, Leitlinien und Strukturen in einem Grundsatzpapier neu gefasst. In einer Feierstunde am 19. März 2019 haben die im Arbeitskreis vertretenen Religionsgemeinschaften und ihre Kooperationspartner das Grundsatzpapier im Beisein von Oberbürgermeisterin Charlotte Britz unterzeichnet und ihre Bereitschaft zum regelmäßigen Dialog öffentlich bekräftigt.

19 Jahre nach seiner Gründung hat sich der Arbeitskreis nun auf neue Ziele, Grundlagen, Strukturen und Arbeitsformen verständigt. Er trifft sich künftig vierteljährlich. Die erste öffentliche Veranstaltung des Interreligiösen Dialogs nach seiner Neukonstituierung ist für den 22. September 2019 geplant. An diesem Tag wird er die Interkulturellen Wochen mit einem Friedensgebet der Religionen eröffnen.

Die Mitglieder

Im Interreligiösen Dialog sind zurzeit als stimmberechtigte Mitglieder vertreten: Synagogengemeinde Saar, Katholisches Dekanat Saarbrücken, Evangelischer Kirchenkreis Saar-West, Islamische Gemeinde Saarland, Türkisch-Islamische Gemeinde DITIB Saarbrücken, Alevitische Gemeinde Saarland, Baha’i Gemeinde Saarbrücken, Islamisches Kulturzentrum Saarbrücken, AISA Saar-Lor-Lux. Organisatorisch unterstützt wird der Interreligiöse Dialog durch den Verein Ramesch e.V. und die Landeshauptstadt Saarbrücken als beratende Mitglieder. Weiteres beratendes Mitglied ist die Christlich-Jüdische Arbeitsgemeinschaft des Saarlandes. Ehrenmitglieder sind Hajo Hoffmann, Kajo Breuer und Asgar Abbaszadeh. Mindestens einmal im Jahr soll es künftig ein Gespräch mit Dialogpartnern aus Politik und Gesellschaft geben.

Die Grundlagen der Zusammenarbeit

Die Mitglieder des Interreligiösen Dialogs wollen

  • mehr voneinander wissen: Menschen, Strukturen, alltagsweltliche und theologische Hintergründe der Religionen und ihrer Gemeinschaften
  • mehr miteinander reden: regelmäßige Gespräche über gemeinsame, relevante Themen
  • reagieren: Entwicklungen in der Gesellschaft im Auge behalten und darauf reagieren
  • Stellung beziehen zu aktuellen Themen
  • Wertschätzung und Respekt vorleben und öffentlich machen
  • den Dialog vertiefen und verstetigen: den interreligiösen Dialog an die Basis bringen
  • mit Komplexität angemessen umgehen: vielfältige Antworten auf vielfältige Herausforderungen finden
  • den Frieden erhalten und ein Vorbild sein: Zur friedlichen Atmosphäre in der Stadt beitragen

Sie haben sich auf folgende Grundlagen und Leitlinien verständigt:

Die allgemeine Grundlage, auf der die Mitglieder des Interreligiösen Dialogs zusammenarbeiten, sind die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland formulierten Grundrechte (Art 1-19 GG). Im Umgang miteinander sind sie bereit,

  • dem Gegenüber mit Respekt, Anerkennung und Wertschätzung entgegen zu treten.
  • die Haltung eines/einer Lernenden einzunehmen und den/die anderen mit Neugier zu begegnen.
  • den Perspektivenwechsel einzuüben
  • zu reden und zuzuhören
  • die Asymmetrie zu beachten: das heißt, die strukturelle Ungleichheit und das Machtgefälle zwischen den Dialogpartner_innen (Mehrheit – Minderheit) im Blick zu behalten.
  • die Selbstdefinition der Anderen zu respektieren.
  • die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen und anzuerkennen.
  • interreligiöse Anlässe mit Ernsthaftigkeit und unter Beachtung der jeweiligen Bedürfnisse interreligiös zu planen.

Die Mitglieder lehnen es ab, wenn:

  • andere Menschen und Religionen sowie Strömungen innerhalb der eigenen Religionsfamilie verunglimpft werden.
  • zu Handlungen aufgerufen wird, die zu Ausgrenzung, Hass und Gewalt führen.
  • die Öffentlichkeit über die eigentlichen Überzeugungen und Ziele im Umgang mit anderen getäuscht wird.
  • Aktivitäten entfaltet werden, die die Bekämpfung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, insbesondere der Religionsfreiheit, zum Ziel haben.

Rede bei der Feierstunde des Interreligiösen Dialogs am 19. März 2019