Ehrenbürger Prof. Wolfgang Wahlster

Am Donnerstag, 21. März, 2019 hat die Landeshauptstadt Saarbrücken die Ehrenbürgerschaft an Professor Wolfgang Wahlster verliehen.

„Professor Wolfgang Wahlster ist Wissenschaftler von Weltruf und eine anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz. Seit Jahrzehnten ist er maßgeblich am erfolgreichen Aufbau und der Weiterentwicklung des Informatikstandortes Saarbrücken an der Universität des Saarlandes beteiligt", hob die damalige Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hervor. 

Britz weiter: "Er hat damit einen wesentlichen Beitrag zum Strukturwandel und zur Zukunftsfähigkeit der Landeshauptstadt Saarbrücken geleistet. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung. Nicht zuletzt ist Wolfgang Wahlster Saarbrücker von Geburt an und hat seit Antritt seiner Professur an der Universität des Saarlandes zahlreiche Rufe an andere Universitäten abgelehnt. Außerdem engagiert er sich als Sprecher der Saarlandbotschafter für seine Heimat.“

Außerordentliche Verdienste für die Landeshauptstadt

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft ist die höchste Auszeichnung, die die Landeshauptstadt Saarbrücken zu vergeben hat. "Sie ist nicht nur eine Ehrenbezeugung der Landeshauptstadt an Professor Wolfgang Wahlster persönlich. Für die Stadt ist sie zugleich Verpflichtung, sich um gute Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre in Saarbrücken im Rahmen ihrer Zuständigkeiten zu kümmern.“

Der Stadtrat der Landeshauptstadt Saarbrücken hatte die Auszeichnung in seiner Sitzung am 12. Juni 2018 einstimmig beschlossen. Der Vorschlag dazu stammte von SPD-Stadtratsfraktionschef Mirco Bertucci.

Professor Wolfgang Wahlster habe Saarbrücken zu einem Standort der Künstlichen Intelligenz von Weltruf gemacht, hieß es in der Laudatio. Im Laufe der Jahre wurden aus dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) rund 80 neue Unternehmen mit etwa 3.700 Arbeitsplätzen gegründet. Dazu sagte die damalige OB Britz: "Einerseits stärkte Professor Wahlster damit maßgeblich die Universität des Saarlandes und hatte entscheidenden Anteil an ihrer Entwicklung, andererseits hat er auch für das Saarland, Deutschland, Europa und darüber hinaus Herausragendes geleistet. Es lohnt, sich nach Saarbrücken zu kommen: Das zeigt auch die Ansiedlung des Helmholtz-Instituts.“

Zur Person

Wolfgang Wahlster, 1953 in Saarbrücken geboren, studierte ab 1972 in Hamburg Informatik und Computerlinguistik. Seine Dissertation trägt den Titel „Natürlichsprachliche Argumentation in Dialogsystemen: KI-Verfahren zur Rekonstruktion und Erklärung approximativer Inferenzprozesse“.

1982 an die Universität des Saarlandes berufen, folgte 1987 seine Gastprofessur an der University of California, Berkeley, in den USA. 1988 war dann die Zeit- und Wegemarke für den Beginn seines weltweiten Rufs als herausragender Wissenschaftler: Er wurde zum wissenschaftlichen Gründungsdirektor des DFKI berufen.

Für seine Forschungsarbeiten zur Künstlichen Intelligenz erhielt er seitdem unter anderem: Den Zukunftspreis des Bundespräsidenten, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse und drei Ehrendoktortitel. Die Association for Computing Machinery ehrte ihn 2016 in Tokio als ersten Europäer mit dem renommierten ICMI Sustained Accomplishment Award für sein Lebenswerk.

Wolfgang Wahlster war Präsident des Weltverbandes für Künstliche Intelligenz mit Sitz in Palo Alto, er wurde zur Wall of Fame als KI-Pionier und in die Hall of Fame der größten IT-Persönlichkeiten als „KI-Papst“ aufgenommen.

Er ist zudem Mitglied in der königlich-schwedischen Nobelpreisakademie, der nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Akademie der Technikwissenschaften acatech, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und ordentliches Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur.