Kulturförderung

Die Stadt bezuschusst freie Kunstprojekte. Vorrangig fördert sie ambitionierte Projekte mit hohem künstlerischen Anspruch, die sich ohne Unterstützung nicht tragen können.

Hinweise zur Antragstellung für freie Theater-, Musik- und Filmprojekte

Allgemeines

Die Landeshauptstadt Saarbrücken bezuschusst freie Theater-, Musik- und Filmprojekte.

Vorrangig gefördert werden ambitionierte Projekte, die einen hohen künstlerischen Anspruch verfolgen, sich aber ohne Unterstützung nicht tragen können, Projekte also, die neue ästhetische Wege suchen, die nicht nur unterhalten wollen, sondern auch die Auseinandersetzung mit Konventionen suchen.

Besonders berücksichtigt werden Projekte, die mit Aufführungen von Neukompositionen verbunden sind, Werke in Uraufführung oder Neubearbeitung oder bei deren Inszenierung neue Regieansätze verfolgt werden.

Neben innovativen Projekten können auch Veranstaltungsreihen gefördert werden. Die Antragstellung erfolgt analog zu den Projekten.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller sollen professionell tätig sein und von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller müssen bei erstmaliger Antragstellung bereits in der Öffentlichkeit künstlerisch tätig gewesen sein und dies dokumentieren können. Als Nachweis genügt etwa die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse.

Förderfähige Projekte und Veranstaltungsreihen

Förderfähig sind insbesondere Projekte in den Bereichen Theater, Musik und Film.

Hierbei sind folgende Kriterien vorrangig zu berücksichtigen:

  • Projekte bzw. Veranstaltungsreihen von herausragender Qualität
  • neue künstlerische Ansätze, die der zeitgenössischen Theater-, Musik- und Filmästhetik neue Impulse verleihen.

Voraussetzungen für die Förderung

Gefördert werden grundsätzlich nur Projekte und Veranstaltungsreihen von Kulturschaffenden, die ihren Wohnsitz oder Arbeitsschwerpunkt in Saarbrücken haben.

Die öffentliche Präsentation der Projekte muss in Saarbrücken stattfinden, in Koproduktionen ist eine Premiere in begründeten Fällen (weiterer Standort der Koproduktion) auch andernorts möglich. Die Präsentation in Saarbrücken sollte aber zeitnah zur Premiere erfolgen. Gastspiele in weiteren Städten sind möglich.

Neben einer bestehenden institutionellen Förderung durch die verschiedenen öffentlichen Organe (Stadt, Land, Bund, EU o.ä.) ist eine zusätzliche Projektförderung nicht möglich.

Fördervergabe

Über die Vergabe der Fördergelder entscheidet der Kulturausschuss. Er wird dabei von einer unabhängigen Fachjury beraten. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht.

Die bei der Entscheidung über eine Förderung zu beteiligende Jury besteht aus mindestens  drei bis maximal fünf stimmberechtigten Mitgliedern aus den verschiedenen antragsberechtigten Kunstsparten sowie dem/der Kulturdezernenten/ Kulturdezernentin bzw. dessen/ deren geschäftsplanmäßiger Vertretung. Er/Sie ist nicht stimmberechtigt, sondern organisiert, koordiniert und moderiert die Jury-Sitzungen. Außerdem ist er/sie zuständig für die Fertigung der Protokolle über die Jury-Sitzungen.

Die Jurymitglieder sind mit den Umständen des kreativen Schaffens der Freien Szene im Allgemeinen vertraut und haben einen Überblick über die Arbeit der Freien Szene in Saarbrücken. Die Mitglieder der Jury dürfen selbst keine Anträge in diesem Auswahlverfahren stellen, mit keiner/keinem der Antragstellenden in gerader Linie verwandt sein und nicht selbst aus städtischen Mitteln gefördert werden. Die Jury engagiert sich ehrenamtlich, Aufwands-entschädigungen nach dem Saarländischen Reisekostengesetz werden gegebenenfalls erstattet.

Der Kulturausschuss des Stadtrates beruft die Mitglieder der Jury auf eigenen Vorschlag oder auf Vorschlag des/der Kulturdezernenten/Kulturdezernentin.

Die Jurymitglieder werden für mindestens zwei und maximal fünf Jahre berufen.

Die Jury wird tätig auf Einladung des/der Kulturdezernenten/ Kulturdezernentin, der/die ihr zur Vorbereitung alle eingereichten Antragsunterlagen zuleitet.

Die Jury tagt nicht-öffentlich – und zwar grundsätzlich in Präsenzform bzw. erforderlichenfalls  in Online- und/oder Telefon-Meetings - und votiert mit einfacher Stimmenmehrheit der anwesenden Mitglieder über sämtliche zulässigen eingereichten Förderanträge.

Enthaltungen bleiben außer Betracht. Die Zulässigkeit der Förderanträge wird durch die Jury nach Maßgabe der Förderrichtlinien bewertet. Die Jurorinnen und Juroren sind bei ihren Entscheidungen an diese Hinweise und den von der Landeshauptstadt Saarbrücken vorgegebenen Finanzrahmen gebunden. Die von der Jury getroffenen Vorschläge werden dem Kulturausschuss zum Beschluss vorgelegt, der hierüber zu befinden hat.

Die Mitglieder der Jury sind während und nach dem Auswahlverfahren zur Verschwiegenheit verpflichtet. Auskünfte über das Auswahlverfahren erteilt ausschließlich der/die Kulturdezernent/Kulturdezernentin. Vor der Entscheidung durch den Kulturausschuss wird dessen Mitgliedern das über die Jurysitzung gefertigte und von allen Jurymitgliedern gezeichnete Protokoll übersandt. Erforderlichenfalls wird den Mitgliedern des Kulturausschusses in einem nicht-öffentlichen Teil einer Ausschuss-Sitzung Gelegenheit für Nachfragen gegenüber der Jury gegeben.

Verfahren der Förderung

Der Antrag auf Projektförderung ist schriftlich in elektronischer Form oder per Post bis zum 31. Januar des zur Förderung relevanten Kalenderjahres beim Kulturdezernat per E-Mail an kreativ@saarbruecken.de einzureichen. Antragstellerinnen bzw. Antragsteller erhalten unverzüglich eine schriftliche Bestätigung über den Eingang des Antrags, elektronische Anträge möglichst per „autoreply“.

Für den Fall, dass keine elektronische Datenübermittlung möglich ist, können die Antragsunterlagen schriftlich in fünffacher Ausfertigung beim Kulturdezernat der Landeshauptstadt Saarbrücken, Rathaus St. Johann, 66111 Saarbrücken, eingereicht werden.

Die Antragsfristen sind Ausschlussfristen. Verspätete Einreichungen können nicht berücksichtigt werden. Die Zuwendungen werden durch Bewilligungsbescheid des Kulturdezernats als zweckgebundene Zuwendung bewilligt.

Anträge

Die Anträge sollen enthalten:

a) bei Theater-, Musik- und Filmprojekten:

  1. Inhaltliche Beschreibung eines innovativen Projektes bzw. einer innovativen Veranstaltungsreihe.
  2. Gesamtkostenplan mit voraussichtlichen Einnahmen- und Ausgaben/ beantragte Zuschüsse bei anderen Stellen.
  3. Nachweise über die Auftritte der Gruppe/ der Künstlerin/ des Künstlers in der Vergangenheit (evtl. mit Pressekritiken). Sonstiger künstlerischer Werdegang der Projekt-  bzw. Ensemblemitglieder.
  4. Nachweis kontinuierlicher Kosten (Proberaumkosten, Werbematerial etc.), sofern vorhanden.

b) bei festen Spielstätten:

  1. Nachweis eines kontinuierlichen Programmes im letzten Jahr. Dokumentation der Art des Programmes (künstlerische Schwerpunkte usw.).
  2. Gesamtkostenplan mit voraussichtlichen Einnahmen- und Ausgaben/ beantragte Zuschüsse bei anderen Stellen.

c) bei Projekten der Jugendkulturarbeit:

Die Landeshauptstadt Saarbrücken bezuschusst freie Projekte der Jugendkulturarbeit.

Gefördert werden Projekte, die künstlerische Aktivitäten in ihre Jugendarbeit integrieren. Kindern und Jugendlichen sollen künstlerische Medien der verschiedenen Sparten nahegebracht werden. Sie sollen sowohl Erfahrungen sammeln mit der Reflexion über Kunst Theater, Musik und Film, als auch einen eigenen praktischen Umgang im Rahmen von Theater-, Musik- und Filmprojekten erlernen.

Die Antragstellerinnen und Antragsteller sollen gemeinnützig tätig sein. Sie müssen, bevor sie zum ersten Mal einen Antrag stellen, bereits auf erfolgreich geleistete Projekte verweisen und dies dokumentieren können.

Die Anträge sollen enthalten:

  1. Inhaltliche Beschreibung eines innovativen Projektes bzw. einer innovativen Veranstaltungsreihe.
  2. Gesamtkostenplan mit voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben/ beantragte Zuschüsse bei anderen Stellen.
  3. Nachweise über Aktivitäten der Gruppe/ des Vereins in der Vergangenheit (evtl. mit Pressekritiken). Sonstiger künstlerischer/ sozialpädagogischer Werdegang der Projekt- bzw. Ensemblemitglieder.
  4. Nachweis kontinuierlicher Kosten (Proberaumkosten, Werbematerial etc.), sofern vorhanden.
  5. Alle nicht abgerufenen Mittel sollen automatisiert der Kinder- und Jugendbuchmesse zugewendet werden, um dort Künstlern bzw. Künstlerinnen der Freien Szene Lesungen im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchmesse zu ermöglichen.