Kolumne des Oberbürgermeisters
Gedenkfeier für unbedacht Verstorbene am 26. Februar
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS
Liebe Leserinnen und Leser,
in wenigen Tagen werden wir in der Neuen Halle auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof wieder eine Gedenkfeier für Menschen ausrichten, die in unserer Stadt verstorben sind und unbedacht bestattet wurden. Wer daran teilnehmen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, am Donnerstag, 26. Februar um 17 Uhr dazuzukommen.
Wir denken an diesem Tag an Menschen, die ihren letzten Weg weitgehend allein gegangen sind: ohne Angehörige, ohne vertraute Begleitung. Gemeinsam mit dem Bestatterverband Saarland e.V., dem Evangelischen Kirchenkreis Saar-West, dem Pastoralen Raum Saarbrücken, der Saarbrücker Wärmestube und der städtischen Musikschule wollen wir der Erinnerung an diese Menschen einen würdigen Rahmen geben.
Jeder Mensch verdient es, dass an ihn erinnert wird. Oberbürgermeister Uwe Conradt
Bei der Gedenkfeier werden die Namen der Verstorbenen verlesen, Kerzen werden entzündet, es gibt Wortbeiträge und Musik. Jeder Mensch verdient es, dass an ihn erinnert wird. Dazu wollen wir mit dieser Veranstaltung einen Beitrag leisten.
Es ist leider eine traurige Gewissheit, dass heutzutage viele alleine leben, auch hier bei uns in Saarbrücken. Das hat ganz unterschiedliche Gründe. Einsamkeit wird oft automatisch mit älteren Menschen in Verbindung gebracht, aber neuere Erkenntnisse zeigen, dass sich auch eine große Zahl von jungen Menschen isoliert und einsam fühlt. Familien leben räumlich nicht mehr so eng zusammen wie früher. Auch Krankheit und Armut sind Faktoren, die zu einem Leben außerhalb der Gesellschaft führen können.
Unsere Gedenkfeier für unbedacht Verstorbene soll auch für das Thema Einsamkeit in der Gesellschaft sensibilisieren. Saarbrücken ist eine lebendige Stadt mit vielfältigen Gemeinschaften, mit Vereinen und gut organisierten Nachbarschaften. Vielleicht trägt die Veranstaltung auch ein Stück weit dazu bei, mehr Aufmerksamkeit für diejenigen zu erzeugen, die ungewollt allein ihr Leben bestreiten – und dazu, dass Betroffene wieder stärker integriert werden, dass auf sie geachtet wird und dass sie Hilfe und Unterstützung erfahren.
Uwe Conradt
Oberbürgermeister