Bürgerbrief des Oberbürgermeisters (25. Januar 2020)

Oberbürgermeister Uwe Conradt berichtet in seinem Bürgerbrief über aktuelle Themen aus der Landeshaupstadt Saarbrücken.

10. Bürgerbrief des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS

Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS

Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS

Liebe Saarbrückerinnen und Saarbrücker,

ich schreibe Ihnen diesen 10. Bürgerbrief in einer Phase der Corona-Pandemie, die wir im Rückblick vielleicht als die dunkelste und schwerste Episode in Erinnerung haben werden.

Es ist ein langer und beschwerlicher Weg, auf dem wir uns befinden. Wir wissen, dass er zu Ende gehen wird, aber wir wissen noch nicht wann. Vielleicht fragen Sie sich auch, wann endlich das normale Leben wieder weitergeht, wann das Licht am Ende des Tunnels näherkommt und vielleicht wird auch in Ihrer Familie diskutiert, ob die ein oder andere Maßnahme mehr oder weniger sinnvoll ist.

Das Virus ist weiterhin eine Gefahr - auch für die Menschen unserer Stadt.

Die Fallzahlen sind noch immer auf einem hohen Niveau. Die Intensivstationen in den Krankenhäusern sind weitgehend ausgelastet, Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte arbeiten seit Monaten am Limit. Dies gilt genauso für alle Menschen, die in Pflegeheimen arbeiten. Wir können stolz und dankbar sein, dass Menschen unter den Pandemiebedingungen verlässlich diesen Dienst im Gesundheitswesen und in den Pflegeberufen leisten.

Viele Menschen sterben an dem Virus.

Den Angehörigen gilt unser besonderes Mitgefühl in dieser schweren Zeit, in der leider auch die Trauer nicht wie üblich stattfinden kann.

Und aufgrund der erhöhten Sterbezahlen kommen wir auch in Bereichen, an die wir in der Regel nicht zuerst denken, an unsere Grenzen. So sind auch die Mitarbeiter im gesamten Friedhofs- und Bestattungswesen in diesen Tagen besonders beansprucht - auch Ihnen möchte ich an dieser Stelle für ihren herausragenden Einsatz danken.

Auch die Not in der Wirtschaft ist groß.

Wie viele von uns warte auch ich sehnlichst darauf, dass die aufgebauten Impfzentren endlich ausgelastet sind und wir ausreichend Impfstoff haben.

Die Saarbrücker City, alle Zulieferer und Mitarbeiter der Geschäfte, Bars und Restaurants, die nicht öffnen dürfen, Friseure, Kulturschaffende und andere leiden unter der gegenwärtigen Situation.

Es ist aber klar: Alle werden länger leiden, wenn wir jetzt öffnen würden. Es braucht Geduld und Verständnis – weshalb es so wichtig ist, dass zumindest die wirtschaftliche Not durch ausreichende Hilfen des Bundes abgemildert wird.

Die Landeshauptstadt unterstützt sozial Schwächere mit medizinischen Masken und klärt auf.

Ab Montag wird die Maskenpflicht verschärft. In verschiedenen Bereichen dürfen nur noch medizinische Gesichtsmasken, d.h. OP-Masken oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 und höher getragen werden.

Zur Stärkung der Akzeptanz und auch zur Unterstützung der armen Menschen in unserer Gesellschaft hat unser Krisenstab in der letzten Woche Maßnahmen beschlossen, u.a. wurden noch am Freitag medizinische Masken für die Gemeinden im Regionalverband bereitgestellt. Die Landeshauptstadt hat ebenfalls noch am Freitag damit begonnen, Masken an soziale Projekte auszuliefern und eine Aufklärungs- und Informationskampagne gestartet. Im Rahmen der Kampagne werden einzeln verpackte Masken im Standard KN95/N95 verteilt, sowie eine Anleitung, wie diese zu tragen sind, damit das Schutzniveau auch tatsächlich erreicht wird.

Lassen Sie uns den Weg auch weiterhin gemeinsam gehen!

Pandemiebekämpfung ist wie eine lange Wanderung im bergigen und unbekannten Gelände. Natürlich tun allen Beteiligten nach den Strapazen der ersten Gipfelbesteigungen die Füße weh, fragt man die Wanderleitung, wie lange der Weg noch geht und diskutiert, ob man die letzte Abzweigung nicht schon hätte früher gehen sollen. Einige wollen lieber schneller gehen, andere fühlen sich abgehängt. Besonders vorsichtig muss man bei Gruppenmitgliedern sein, die leugnen, dass es den Berg gibt und damit sich und allen viel Kraft rauben. Würde man ihren Ratschlägen folgen, hieße es sich und andere den Abhang hinunterzustürzen – mit äußerst ungewissen Ausgang. Das ist keine Option.

Es gibt nun mal Berge, über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter. Je besser wir diesen Weg gemeinsam gehen, desto weniger Kraft kostet er und umso schneller sind wir am Ziel.

In diesem Sinne: Gehen wir den Weg gemeinsam weiter, ich danke Ihnen für Ihr Durchhaltevermögen.

Ihr