Bürgerbrief des Oberbürgermeisters (8. Oktober 2020)

Oberbürgermeister Uwe Conradt berichtet in seinem Bürgerbrief über aktuelle Themen aus der Landeshaupstadt Saarbrücken.

8. Bürgerbrief des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS

Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS

Oberbürgermeister Uwe Conradt - LHS

Liebe Saarbrückerinnen und Saarbrücker,

wir sind im Herbst des ereignisreichen Jahres 2020 angekommen. Nach einem Frühling mit anstrengenden Wochen der 1. Welle der Coronapandemie war im Sommer ein Durchatmen zu spüren, nun steigen die Fallzahlen wieder und damit auch die Anspannung und die Herausforderung. 

Das merke ich auch ganz persönlich. Zurzeit arbeite ich im Home Office. Ich habe mich aus dem Rathaus zurückgezogen, bis das Ergebnis meines Corona-Tests vorliegt. Diesem habe ich mich unterzogen, nachdem mir mitgeteilt worden ist, dass ich in der zurückliegenden Woche Kontaktperson einer inzwischen Covid-19 positiv getesteten Person war. Ich bin ohne Symptome und es handelt sich um eine reine Sicherheitsmaßnahme. Aber es bedeutet eine Einschränkung im Alltag. Wir alle müssen lernen, mit solchen Einschränkungen umzugehen und Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen zeigen. 

Zeigen Sie Verantwortungsbewusstsein: Es kommt auf jeden an.

Die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation zeigen, dass die Pandemie weiterhin auf hohem Niveau mit weltweit durchschnittlich fast 300.000 Neuinfektionen pro Tag grassiert. Auch in Deutschland und im Saarland steigen die Fallzahlen, wenn auch auf vergleichsweise niedrigerem Niveau. Dies zeigt: Wir müssen auch bei einer bei uns weiterhin niedrigen Infektionsrate vorsichtig sein; es gilt, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. Und ja, die Maske ist und bleibt unser Alltagsbegleiter beim Einkaufen, im Bus und an vielen anderen Orten. 

Die Regeln haben insgesamt gezeigt, dass sie erfolgreich sind und eben deshalb eingehalten werden müssen. Die Stadt Saarbrücken leistet mit Informationskampagnen und auch mit Kontrollen des Ordnungsamts einen wesentlichen Beitrag für die Einhaltung dieser Regeln – aber letztlich wird es nur funktionieren, wenn jeder Verantwortungsbewusstsein zeigt und weiter mitmacht, auch wenn es vielleicht mal schwer fällt. 

Die Bekämpfung einer Pandemie ist eine anstrengende Langzeitaufgabe. Wir haben gemeinsam bereits ein gutes Stück des Wegs über den Berg zurückgelegt, aber leider liegt vor uns noch eine lange Strecke und ich möchte Sie mit diesem Brief ermutigen, den Weg weiter mitzugehen und nicht stehen zu bleiben oder gar umzudrehen.

Was tun im Herbst? – Abwechslung auch in der Krise

Der Herbst hat viele schöne Seiten. Unser deutsch-französischer Garten hat zu jeder Jahreszeit viel zu bieten. Ein Abendspaziergang im DFG wird ab kommendem Freitagabend ein ganz besonderes Erlebnis: Die Lichtinstallation „Herbergen“ des Künstlers Günter J. Schaefer wird bis kommenden Sonntag den DFG in den Abendstunden erleuchten. 

Auch ein Waldspaziergang, ein Besuch unseres Wildparks und des Zoos kann ich empfehlen -  in den Farben des Herbstes sind sie ein besonderes Erlebnis.  Ein unvergessliches Erlebnis war für viele Fußballfreunde die Rückkehr des FCS in den Ludwigspark. Die zwei Heimsiege des FCS sind ein schöner Start in eine noch lange und schwere Saison. Genauso lang und schwer ist auch noch der vor uns liegende Weg auf der Baustelle Ludwigspark.

Natürlich sind die Probleme nicht über Nacht verschwunden, aber mit Martin Welker haben wir einen äußerst engagierten und kompetenten Baustellenchef, der Probleme angeht und schnell und pragmatisch Lösungen findet. Was man mit Blick auf die Baustelle Ludwigspark für die Zukunft auf jeden Fall lernen sollte ist, wie man verhindern kann, dass Kosten außer Kontrolle geraten. Man braucht einerseits eine vernünftige Kostenplanung (die Zielrichtung 16 Mio. € war für den Ludwigspark von Anfang an vollkommen unrealistisch) und andererseits ein professionelles Projektmanagement, das darauf achtet, dass die Leistungen im veranschlagten Umfang und im vereinbarten Kostenrahmen erbracht werden.

Diese Selbstverständlichkeit ist für manche eine bittere Medizin und es wird nicht ausbleiben, dass diese Baustelle noch so manches juristisches Nachspiel mit sich bringt. Die Sicherung von Arbeitsplätzen und Traditionen sind mir zwei wichtige Anliegen – gerade in der Coronazeit. 

Deshalb wollen wir in Saarbrücken all das stattfinden lassen, was wir mit einem Sicherheits- und Hygienekonzept verantwortbar gestalten können. Dazu zählt auch die Saarbrücker Kirmes, „das Oktoberfest auf den Saarterrassen“. Wir haben diese traditionelle Veranstaltung mit Einzäunung des Geländes, Besucherlimitierung, Registrierung, Maskenpflicht und Einbahnstraßenregelung so organisiert, dass der Besuch verantwortbar und entspannt ist. Der ein oder andere wird sich fragen, ob dieses Fest in diesem besonderen Jahr sein muss und jeder Einzelne entscheidet natürlich eigenverantwortlich über einen Besuch.

Unseren Schaustellerfamilien gibt das Fest zumindest eine Perspektive und Hoffnung. Rettungsschirme und andere Hilfspakete haben nicht nur die Leistungsgrenze staatlicher Hilfen weitgehend ausgeschöpft, auch die Reserven vieler Unternehmerfamilien sind aufgebraucht. Es liegt auch in unserem gemeinsamen Interesse, dass ihre und alle wirtschaftlichen Lebensgrundlagen bestmöglich durch die Krise gerettet werden.

Zu den guten Nachrichten in unserer Stadt gehört auch die Wiedereröffnung des Calypso-Erlebnisbads. Die Arbeitsplätze von über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren akut bedroht und konnten durch die Bereitschaft von Andreas Schauer und seinem Team, in den bestehenden Pachtvertrag einzusteigen, gerettet werden. Der neue Elan und ein besonderes Bewusstsein für die Gestaltung auch von Details hat schon bei der Wiedereröffnung gezeigt, dass das Calypso das Potenzial hat, insbesondere nach der Coronazeit wieder zu dem Besuchermagnet zu werden, der es  vor der Krise war. 

Auch viele Gäste von außerhalb und teilweise von weit her, nutzen einen Besuch des Calypso für einen Tagesausflug nach Saarbrücken und sind dann oft Gäste unserer Gastronomie, Hotellerie und der Geschäfte. 
Auch wenn uns bislang wenige negative Nachrichten im Bereich des Saarbrücker Handels, der Hotellerie und der Gastronomie erreicht haben, wird es ein Kraftakt, alle Betriebe über den Winter zu retten. Jeder von uns kann etwas beitragen. 

Wenn möglich, auch im Herbst und Winter z.B. mit der Familie (aus dem eigenen Hausstand) Essen gehen, Freunde übers Wochenende einladen und sie im Hotel einquartieren, Weihnachtsgeschenke bewusst nicht online kaufen, sondern in den Saarbrücker Geschäften in der Innenstadt, wie in den Stadtteilen. 

Es liegt gerade erst wenige Wochen zurück, dass wir die freudige Nachricht bekommen haben, dass beide großen Warenhäuser von Galeria Karstadt Kaufhof weiter offen sind.  Hier und in allen anderen Geschäften freut man sich über Ihren Besuch. Sie leisten zudem einen aktiven Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen in unserer Stadt.

Auch die Stadtverwaltung wird ihre Unterstützungsmaßnahmen über die Herbst- und Winterzeit fortsetzen und anpassen. Dazu zählt auch, dass Weihnachten in Saarbrücken nicht ausfallen wird. Wir haben uns auf den Weg gemacht, ein weihnachtliches Saarbrücken zu gestalten – dazu zählt auch, dass der beliebte Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt dieses Jahr in den DFG verlegt wird. Der Park wird damit an zwei verlängerten Wochenenden zum DFG-Weihnachtsgarten. 

Auch unsere Tourismuskampagne #VisitSaarbrücken wird fortgesetzt, denn bereits im Sommer konnten wir deutlich mehr Touristen nach Saarbrücken locken und damit einen Beitrag für die Auslastung unserer Hotels leisten.
Auch unsere Restaurants, Cafés und Kneipen liegen uns am Herzen. Sie können im Bereich der Außenbestuhlung und beim Aufstellen von Pavillons und Zelten auch im Herbst und Winter mit einer entgegenkommenden Verwaltung rechnen. 

Nur gemeinsam sind wir Saarbrücken:  Ausstellung: Saarbrücken – Dein Stadtteil – Deine Stadt.

Gerade in der Krise hat sich gezeigt, dass unsere Stadtgesellschaft füreinander da ist. In Saarbrücken stellen wir nicht das Trennende, sondern das Einigende nach vorne. Wir sind da für den, der Hilfe braucht – auch grenzüberschreitend.  Das Miteinander möchten wir auch stärker herausstellen, wenn es um die Stadtteile geht. Unsere über 180.000 Einwohnerinnen und Einwohnern leben in 20 Stadtteilen und nur gemeinsam sind wir die Großstadt Saarbrücken. Die Probleme und Herausforderungen eines Stadtteils sind die Probleme und Herausforderungen der ganzen Stadt. Alle unsere Stadtteile haben eine eigene Geschichte zu erzählen, alle sind unverwechselbar und wichtig. 

Aber kennen Sie die Geschichte von Ensheim, St. Arnual, Jägerfreude und Klarenthal, von Malstatt und Bischmisheim, Burbach, und und und….? Seit heute und bis zum 7. November gibt es eine Ausstellung „Saarbrücken – Dein Stadtteil –Deine Stadt“.  Kommen Sie ins Rathaus St. Johann in den Hauberrisser Saal (Maske nicht vergessen). Der Eintritt ist frei. Zudem interessiert uns nicht nur die Geschichte, sondern auch, wie es weiter gehen soll, daher haben wir in dieser Zeit eine Zukunftswerkstatt eingerichtet. Sie und Ihre Ideen sind herzlich willkommen.

Ihnen eine gute Zeit in unserer schönen Stadt Saarbrücken.
Bleiben Sie gesund.


Ihr