Dienstag, 13. Oktober 2026

OB Conradt begrüßt neue Hamburg-Verbindung und fordert verlässliche Perspektive für den Bahnverkehr

Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt begrüßt die am heutigen Dienstag, 13. Oktober, von der Deutschen Bahn vorgestellten Änderungen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026.

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Kampagnen-Graphik "Die deutsch-französische Zukunftsachse" - LHS/KI generiert

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Saarbrücken erhält eine neue tägliche ICE-Direktverbindung nach Hamburg. Gleichzeitig werden jedoch die bisherigen Direktverbindungen nach Berlin und München jeweils von zwei auf ein tägliches Zugpaar reduziert. Hinzu kommt die angekündigte Verschiebung der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Forbach, Saarbrücken und Ludwigshafen auf die Zeit nach 2031.

Die neue Direktverbindung nach Hamburg ist eine gute Nachricht für Saarbrücken und die gesamte Eurometropole. Oberbürgermeister Uwe Conradt

„Die neue Direktverbindung nach Hamburg ist eine gute Nachricht für Saarbrücken und die gesamte Eurometropole. Sie verbessert unsere Anbindung an Frankfurt und Norddeutschland und stärkt den Fernverkehrsstandort. Gleichzeitig dürfen wir nicht darüber hinwegsehen, dass wichtige Verbindungen nach Berlin und München zumindest vorübergehend reduziert werden. Für eine Landeshauptstadt und das Zentrum einer deutsch-französischen Eurometropole mit rund 1,5 Millionen Menschen ist das insgesamt keine zufriedenstellende Entwicklung“, erklärt Conradt.

Wir erwarten von der Deutschen Bahn eine klare Perspektive, wann die zweite Verbindung wiederhergestellt wird Oberbürgermeister Uwe Conradt

Besonders kritisch sieht der Oberbürgermeister die Reduzierung der Berlin-Verbindungen: „Berlin ist für unsere Landeshauptstadt, unsere Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung ein wichtiges Ziel. Wer beruflich unterwegs ist, braucht nicht nur eine Direktverbindung, sondern auch eine vernünftige Auswahl an Reisezeiten. Die Halbierung des Direktangebots ist deshalb ein Rückschritt. Wir erwarten von der Deutschen Bahn eine klare Perspektive, wann die zweite Verbindung wiederhergestellt wird.“

Auch die neue Hamburg-Verbindung müsse dauerhaft gesichert werden. Nach den bisherigen Ankündigungen soll sie bereits ab August 2027 baubedingt wieder eingeschränkt werden.

Zweite Direktverbindung Paris-Berlin muss über Saarbrücken führen

Eine besondere Chance sieht Conradt in den Überlegungen der Deutschen Bahn und der französischen SNCF, ab 2028 eine zweite tägliche Direktverbindung zwischen Paris und Berlin einzurichten. Die bestehende Verbindung ist nach Angaben der Bahn mit mehr als 80 Prozent sehr gut ausgelastet.

OB Conradt: „Wenn Deutschland und Frankreich eine zweite tägliche Direktverbindung zwischen ihren Hauptstädten schaffen, dann muss diese über Saarbrücken, Kaiserslautern und Mannheim führen. Die bestehende Strecke über Straßburg und eine zweite Verbindung über Saarbrücken würden sich hervorragend ergänzen. Damit könnten wir unsere internationale Anbindung verbessern, den deutsch-französischen Schienenverkehr stärken und die angekündigten Einschnitte im Fernverkehr zumindest teilweise ausgleichen.“

Conradt fordert die Deutsche Bahn und die SNCF auf, die Streckenführung über Saarbrücken bei ihren weiteren Planungen verbindlich zu berücksichtigen und zeitnah eine Entscheidung zu treffen.

Verschiebung der Sanierung darf nicht Aufschub dringender Maßnahmen bedeuten

Mit Unverständnis reagiert der Oberbürgermeister auf die Entscheidung, die ursprünglich für 2028/2029 vorgesehene umfassende Sanierung der Bahnstrecke Forbach-Saarbrücken-Ludwigshafen auf die Zeit nach 2031 zu verschieben.

Conradt: „Unsere Bahnstrecke braucht dringend eine Modernisierung. Die Verschiebung der umfassenden Korridorsanierung darf aber nicht bedeuten, dass Maßnahmen, die keinen Aufschub dulden, ebenfalls warten müssen. Sicherheitsrelevante Arbeiten, die Beseitigung akuter Engpässe und notwendige Verbesserungen für einen verlässlicheren Betrieb müssen trotz der Verschiebung unverzüglich umgesetzt werden.“

Dabei müsse zwischen der umfassenden Korridorsanierung, kurzfristig notwendigen Maßnahmen an der bestehenden Infrastruktur und dem langfristig erforderlichen Ausbau zu einem leistungsfähigen Hochgeschwindigkeitskorridor unterschieden werden.

Wir brauchen einen verbindlichen Zeitplan für die große Sanierung. Oberbürgermeister Uwe Conradt

„Wir brauchen einen verbindlichen Zeitplan für die große Sanierung. Gleichzeitig müssen dringende Maßnahmen jetzt umgesetzt werden. Eine Verschiebung darf nicht zum Stillstand führen. Ebenso brauchen wir endlich konkrete Planungen für deutlich höhere Geschwindigkeiten und zusätzliche Kapazitäten. Eine Sanierung allein beseitigt noch nicht die strukturellen Engpässe auf der Verbindung zwischen Paris und dem Rhein-Main-Gebiet“, so der Oberbürgermeister.

Conradt fordert deshalb eine klare Priorisierung der Maßnahmen, einen verbindlichen Zeitplan für die Modernisierung, eine frühzeitige Abstimmung mit den betroffenen Städten sowie die zügige Aufnahme der Planungen für den Streckenausbau. Notwendige Arbeiten sollten so organisiert werden, dass die Erreichbarkeit der Region möglichst weitgehend erhalten bleibt.

Europäische Zukunftsachse konsequent entwickeln

Bereits im September hatten die Oberbürgermeister von Saarbrücken, Kaiserslautern, Mannheim und Ludwigshafen gemeinsam den Ausbau der Bahnverbindung Paris-Saarbrücken-Kaiserslautern-Mannheim eingefordert. Anfang Oktober schloss sich mit Forbach die erste französische Stadt der Initiative „Axe d’avenir“ an.

Ziel ist die Entwicklung eines leistungsfähigen europäischen Hochgeschwindigkeitskorridors, der die deutsch-französische Grenzregion besser mit Paris und den deutschen Wirtschaftszentren verbindet.

Wir liegen geografisch mitten im Herzen Europas. Oberbürgermeister Uwe Conradt

OB Conradt: „Wir liegen geografisch mitten im Herzen Europas. Aber diese Lage allein reicht nicht aus. Entscheidend ist, wie schnell und zuverlässig Menschen und Güter zwischen den europäischen Metropolen unterwegs sein können. Auf französischer Seite bestehen bereits leistungsfähige Hochgeschwindigkeitsstrecken. Auf deutscher Seite bremsen uns seit Jahrzehnten Engpässe und zu niedrige Streckengeschwindigkeiten aus. Auch dies trägt dazu bei, dass immer wieder Fernstrecken in Frage gestellt werden.“