Dienstag, 2. Juni 2026

Zweites Eurometropole Forum in Sarreguemines

Beim zweiten Eurometropole Forum am Donnerstag, 28. Mai, im Rathaus von Sarreguemines haben Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Institutionen aus Deutschland und Frankreich über die Zukunft der Eurometropole Saarbrücken beraten.

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Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die Region als Metropolregion und deutsch-französische Hauptstadt noch stärker positionieren und ihre Wahrnehmung in Paris, Berlin und Brüssel erhöhen kann.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Marc Zingraff, Bürgermeister von Sarreguemines, Präsident des Eurodistrict SaarMoselle und Präsident des Gemeindeverbands Sarreguemines Confluences, gemeinsam mit Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt. Zahlreiche gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus der Grenzregion, deutsch-französische und europäische Institutionen sowie Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nahmen an dem Forum teil.

Zweite Paris-Berlin-Verbindung über Saarbrücken als europäisches Zukunftsprojekt

Ein zentrales Ergebnis des Forums ist die Unterstützung der Forderung nach einer Streckenführung der geplanten zweiten Direktverbindung Paris-Berlin über Saarbrücken. Die Teilnehmenden sprachen sich dafür aus, die Eurometropole künftig an eine weitere Schnellzugverbindung zwischen den beiden europäischen Hauptstädten anzubinden. Eine solche Verbindung würde die internationale Erreichbarkeit der Region erheblich verbessern, die grenzüberschreitende Mobilität stärken und die Eurometropole als bedeutenden Wirtschafts-, Wissenschafts- und Arbeitsraum im Herzen Europas sichtbarer machen.

Als Sitz zahlreicher deutsch-französischer Institutionen und als Zentrum der deutsch-französischen Zusammenarbeit besitzt die Eurometropole Saarbrücken eine besondere Bedeutung für die Beziehungen beider Länder. Eine direkte Anbindung an die europäische Hochgeschwindigkeitsachse Paris-Berlin würde dieser Rolle Rechnung tragen und die deutsch-französische Hauptstadt Europas noch enger mit den politischen und wirtschaftlichen Zentren des Kontinents verbinden.

„Wer Europa enger zusammenführen will, muss die Verbindungen zwischen seinen Regionen stärken." Marc Zingraff, Bürgermeister von Sarreguemines

„Wer Europa enger zusammenführen will, muss die Verbindungen zwischen seinen Regionen stärken. Eine zweite Paris-Berlin-Verbindung über Saarbrücken wäre ein starkes Signal für die deutsch-französische Zusammenarbeit und ein wichtiger Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Grenzregion“, erklärte Marc Zingraff.

 

Die deutsch-französische Hauptstadt Europas

Die Teilnehmenden betonten die strategische Bedeutung der Eurometropole Saarbrücken als gemeinsame deutsch-französische Dachmarke. Ziel ist es, die Stärken der Region sichtbarer zu machen und ihre Interessen gegenüber nationalen Regierungen sowie europäischen Institutionen stärker zu vertreten.

Die Eurometropole knüpft dabei an eine jahrhundertelange gemeinsame Wirtschafts-, Industrie- und Kulturgeschichte der Grenzregion an. Seit Generationen prägen grenzüberschreitende Unternehmen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Vereine, Bildungseinrichtungen und Familien das Zusammenleben diesseits und jenseits der Grenze. Die Vision der deutsch-französischen Hauptstadt baut auf dieser gewachsenen Realität auf und führt sie in die Zukunft.

Mit den Sitzen der Französischen Handelskammer, der Deutsch-Französischen Hochschule, des Deutsch-Französischen Hochschulinstituts (DFHI), des Deutsch-Französischen Kulturrats, von ProTandem sowie zahlreichen weiteren deutsch-französischen Bildungseinrichtungen und grenzüberschreitenden Netzwerken verfügt die Region über eine einzigartige Dichte an deutsch-französischen Institutionen und Kooperationen.

„Die wirtschaftlichen Entwicklungen in unserer Grenzregion zeigen, wie eng Deutschland und Frankreich bereits heute miteinander verbunden sind. Ob industrielle Transformation, neue Energietechnologien oder strategische Investitionen – viele Herausforderungen und Chancen lassen sich nur gemeinsam gestalten. Die Eurometropole bietet dafür den richtigen Rahmen und stärkt unsere Position als europäischer Zukunftsstandort“, betonte Marc Zingraff.

„Die Eurometropole verfügt bereits heute über eine außergewöhnlich leistungsfähige Wissenschafts- und Innovationslandschaft. Unser Ziel ist es, diese Potenziale stärker zu vernetzen und international sichtbar zu machen." Oberbürgermeister Uwe Conradt

Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort mit europäischer Strahlkraft

Im Rahmen des Forums wurden außerdem die Neuauflage der Eurometropole-Broschüre, eine grenzüberschreitende Wirtschaftsbroschüre sowie der gemeinsame Auftritt der Landeshauptstadt Saarbrücken, des Regionalverbands Saarbrücken und des Eurodistrict SaarMoselle auf der internationalen Immobilien- und Investitionsmesse EXPO REAL in München vorgestellt. Ziel ist es, die Region als attraktiven Wirtschafts-, Wissenschafts- und Investitionsstandort im Herzen Europas zu präsentieren.

Die Teilnehmenden hoben zudem die besondere Dynamik der Region in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Innovation hervor. Auf beiden Seiten der Grenze entstehen derzeit bedeutende Investitionen in Zukunftsbranchen – von der Transformation der Stahlindustrie und der Entwicklung klimaneutraler Produktionsverfahren über neue Energietechnologien bis hin zu Industrie- und Innovationsprojekten im Raum SaarMoselle.

Gleichzeitig verfügt die Eurometropole mit der Universität des Saarlandes, der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (htw saar), dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit, der Deutsch-Französischen Hochschule sowie zahlreichen Forschungseinrichtungen und Hochschulpartnern in Deutschland und Frankreich über einen Wissenschafts- und Innovationsstandort mit internationaler Strahlkraft.

„Die Eurometropole verfügt bereits heute über eine außergewöhnlich leistungsfähige Wissenschafts- und Innovationslandschaft. Unser Ziel ist es, diese Potenziale stärker zu vernetzen und international sichtbar zu machen. Mit dem Runden Tisch Wissenschaft haben wir dafür einen wichtigen Grundstein gelegt“, so Oberbürgermeister Uwe Conradt.

Gemeinsame Vermarktung und positive Entwicklung der Region

Ein weiterer Schwerpunkt des Forums war die gemeinsame Vermarktung der Region. Die Teilnehmenden hoben hervor, dass die Region das Potential hat, durch Zusammenarbeit und die Erlangung von Sichtbarkeit mehr zu erreichen.

Mit ihrer einzigartigen Verbindung aus deutscher und französischer Kultur, Gastronomie, Geschichte, Natur und Lebensart bietet die Eurometropole ein Profil, das in Europa nahezu einzigartig ist. Die Zusammenarbeit im Bereich Tourismus und Standortmarketing soll deshalb weiter ausgebaut werden.

Die Eurometropole versteht sich dabei nicht nur als Wirtschafts- und Wissenschaftsraum, sondern auch als attraktiver Lebens- und Erlebnisraum für Bürgerinnen und Bürger, Besucherinnen und Besucher, Fachkräfte und Unternehmen.

Gesellschaftliches Engagement als Fundament der Eurometropole

Die Teilnehmenden unterstrichen darüber hinaus, dass die Eurometropole auf einem starken gesellschaftlichen Fundament aufbaut. Städtepartnerschaften, Vereine, Schulen, Kulturinstitutionen, Sportvereine sowie zahlreiche ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger gestalten seit Jahrzehnten das deutsch-französische Miteinander und machen die Grenzregion zu einem gelebten europäischen Raum.

„Die Eurometropole ist weit mehr als ein Kooperationsprojekt. Sie ist Ausdruck einer gelebten deutsch-französischen Partnerschaft und baut auf dem Engagement tausender Menschen auf, die den Austausch über Grenzen hinweg seit Jahrzehnten gestalten“, sagte Oberbürgermeister Uwe Conradt.

Erklärung zur Eurometropole unterzeichnen

Die Teilnehmenden verständigten sich darauf, die Zusammenarbeit in den kommenden Monaten weiter zu vertiefen und konkrete Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Mobilität, Tourismus und Standortmarketing voranzubringen.

Zugleich laden die Initiatoren weitere Kommunen, Institutionen, Unternehmen, Vereine sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger ein, die Idee der Eurometropole Saarbrücken aktiv zu unterstützen. Mit der Unterzeichnung der Erklärung zur Eurometropole können sie ihre Verbundenheit mit der deutsch-französischen Hauptstadt bekunden und dazu beitragen, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Die Eurometropole Saarbrücken soll sich schrittweise als deutsch-französische Hauptstadt Europas etablieren – als gemeinsamer Wirtschafts-, Wissenschafts-, Kultur- und Lebensraum, der die Stärken beider Länder verbindet und Europa im Alltag erlebbar macht.

Weitere Informationen zur Eurometropole Saarbrücken gibt es unter eurometropole.saarbruecken.eu.