Vorlesung. Foto: Photographee.eu/Fotolia.com

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Freier Eintritt

Der gelähmte Westen – Chronik einer Selbstaufgabe

Buchvorstellung

Zu Gast ist der Autor Ferdinand Knauß, der sein Buch vorstellt und mit dem Publikum über sein Werk diskutiert.Dass die westlichen Demokratien zunehmend unter Druck geraten, wird vielfach festgestellt. Häufig werden dafür vor allem äußere Faktoren wie der Aufstieg autoritärer Staaten oder der Einfluss populistischer Bewegungen verantwortlich gemacht. Ferdinand Knauß greift diese Erklärungen jedoch zu kurz.

In seinem Buch zeichnet er die Entwicklungslinien des Westens über mehrere Jahrzehnte nach und sucht die Ursachen für aktuelle Krisen tiefer in der eigenen Geschichte.Seinen Ausgangspunkt setzt er in den gesellschaftlichen Umbrüchen der späten 1960er-Jahre. Der Konflikt zwischen der Kriegsgeneration und den sogenannten „Achtundsechzigern“ habe nicht nur zur kritischen Aufarbeitung der Vergangenheit beigetragen, sondern auch grundlegende Zweifel am westlichen Gesellschaftsmodell hervorgebracht.

Obwohl dieser Protest zunächst nicht zu einem grundlegenden Systemwechsel führte, beschreibt Knauß, wie zentrale Ideen dieser Bewegung im Zuge eines „Marsches durch die Institutionen“ langfristig an Einfluss gewannen.

Nach seiner Analyse hat sich dadurch das Verständnis liberaler Demokratie verändert: Statt als offenes Regelwerk für eine pluralistische Gesellschaft verstanden zu werden, werde sie zunehmend als moralisches Projekt interpretiert, das universelle Ziele durchsetzen soll. Dieser Anspruch, so die These des Buches, stoße immer häufiger an praktische Grenzen und trage zur aktuellen Verunsicherung westlicher Gesellschaften bei.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Politischen Bildungsforum Saarland der Konrad-Adenauer-Stiftung statt.

Über den Autor

Ferdinand Knauß, Jahrgang 1973, lebt in Düsseldorf. Er studierte Geschichte und Japanologie in Düsseldorf, Nantes und Tokio und arbeitete unter anderem für die „Wirtschaftswoche“ und das „Handelsblatt“. Heute ist er Redakteur bei der politischen Zeitschrift Cicero und beschäftigt sich intensiv mit Fragen der politischen Kultur und der Entwicklung westlicher Demokratien.

Im Anschluss an die Buchvorstellung besteht Gelegenheit zum Gespräch mit dem Autor sowie zu Fragen aus dem Publikum.

Weitere Informationen

Veranstaltungsdetails

Art:
Vortrag
Ort:
Union Stiftung
Steinstraße 10
66115 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 7094-50
Internet:
http://www.unionstiftung.de
Datum:
04.05.2026 - 18:30 Uhr
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