Aschbachkirche

Beliebtes Ziel von Wanderern, Joggern oder Radfahrern sind die 1992 restaurierten Mauerreste der Aschbachkirche in Gersweiler.

Mauerreste der Aschbachkirche

Mauerreste der Aschbachkirche

Die Grünfläche an der Aschbachkirche - auch Eulenburg, Pestburg oder Ziegelhof genannt - Idyllisch gelegen, etwas abseits der heutigen Bebauung, liegt inmitten von verwilderten Obstgehölzen die Ruine der ehemaligen Aschbachkirche, als Erinnerung an das 1692 untergegangen Dorf Aschbach.

Das alte Gemäuer ist eines der wenigen noch erhaltenen Zeugnisse aus der Zeit des Mittelalters und überdies von architektonischem und kunsthistorischem Interesse.

Historie

Bereits 900 wird der Hof Aschbach erstmals erwähnt, im Jahre 1200 geht er in den Besitz des Grafen von Nassau-Saarbrücken über. Später wird schon von einem Dorf Abesbach berichtet, das im Lehen verschiedener Rittergüter stand, bevor es 1312 durch Ankauf in des Besitz des Stiftes St. Arnual überging.

Zu dieser Zeit stand die mittelalterliche Saalkirche bereits auf dem Hügel, das Herrenhaus - der sogenannte Freihof des Stiftes - lag daneben, in der Nähe befand sich eine Ziegelei (bereits 1252 erwähnt) und die Hütten der Dorfbewohner standen wahrscheinlich auf der anderen Seite des Aschbachs, westlich am Berghang. Der Hof besaß lange Zeit die einzige Kirche der näheren Umgebung, die Bewohner der Dörfer Gersweiler und Ottenhausen, die dem Meier (Verwalter) von Abesbach unterstanden, waren auf dessen Kirche angewiesen.

Nach Reform weitergeführt als evangelische Kirche
Nach der Reform (ca. 1575 im Saarbrücker Gebiet) wird sie als evangelische Kirche weitergeführt. Da die kleine Kirche immer noch für drei Orte zuständig war, gab sie dem gesamten Bereich ihren Ortsnamen 'Aschbach'. Erst später, mit zunehmender Bedeutung von Gersweiler, auch nach der Errichtung der dortigen neuen Kirche, wurde der Gesamtname in Gersweiler umbenannt. Die alte Kapelle ging in den Besitz der Landesherrschaft über.

Im Jahre 1612 hören alle Nachrichten von dem Dorf Aschbach auf. Man vermutet, dass es einem Feuer zum Opfer gefallen ist. Übrig blieb lediglich die kleine Kirche, die nun dem Verfall preisgegeben war. Die Glocke mit der Jahreszahl 1608 übernahm die neue Kirche in Gersweiler.

"Pestkirche" und "Pestburg"
Im 30-jährigen Krieg wurde das Land von der Pest heimgesucht und man bestimmt die alte, nun einsam gelegene Aschbachkirche zum Pestlazarett. Hierfür wurde das Gebäude im Jahr 1624 umgebaut, auch mit Materialien der damals noch bestehenden Aschbachziegelei. Besonders heftig wütete die Pest 1626, 1628 und 1634. Während dieser Zeit musste das Lazarett erweitert werden. Nach viele Jahre nach Schließung des Pestlazaretts mied man diesen Bau, der von da an den Namen 'Pestkirche' oder 'Pestburg' trug.

1666 wechselte das Gebäude wieder den Besitzer. Graf Gustav von Nassau Saarbrücken lies einen neuen Hof errichten, der nun den Namen 'Ziegelhof' bekam - wegen der seit Jahrhunderten dort betriebenen Ziegelei. Die ehemalige Kirche wurde zum Gutshaus umgebaut.

1739 kauft die Gemeinde Gersweiler den heruntergewirtschafteten Hof. Nach der Versteigerung in der Revolutionszeit 1813 ging der Hof als Aschbacherhof in Privatbesitz (mehrere Besitzerwechsel) über, wobei die dazugehörigen Ländereien nach und nach verkauft wurden. Die Gemeinde Gersweiler-Ottenhausen kaufte 1897 das in den Kriegsjahren 1870/71 beschädigte Anwesen wieder zurück.

Historischer und architektonischer Wert
Ende des 19. Jahrhunderts begann man, sich den historischen und architektonischen Wert des Gebäudes bewusst zu machen. Zuletzt wurde es als Wohnhaus (bis 1957) genutzt. Der letzte Umbau wurde 1930 vom damaligen Bewohner, einem Architekten, getätigt.

Das noch 1932 im Inventarband der Kunstdenkmäler der Stadt und des Landkreises aufgezählte historische Gemäuer wurde 1966 von der Gemeinde mit Genehmigung des Landrats abgerissen.

Bereits 1962 begannen Untersuchungen an der Ruine, die letzte Grabung fand 1990 statt.