2022: Saarbrücken meistert Krise und bereitet sich auf Post-Corona-Zeit vor – OB Conradt: „Werden Lebensqualität nachhaltig steigern“ – Sprechstunde für Impf-Gegner

2022: Saarbrücken meistert die Krise und bereitet sich auf Post-Corona-Zeit vor

​OB Uwe Conradt: „Wir werden die Lebensqualität nachhaltig steigern“

Oberbürgermeister Uwe Conradt sieht Saarbrücken gut gerüstet für das Jahr 2022. „Saarbrücken ist bislang gut durch die Krise gekommen. Das ist ein Verdienst vieler engagierter Menschen in unserer Stadt. Auch wenn in den kommenden Wochen und Monaten nochmals erhebliche Belastungen auf uns zukommen, gehen Experten von einem Ende der Pandemie im Laufe des Jahres aus."

Conradt weiter: "Es ist daher an der Zeit, die Zukunft noch stärker in den Blick zu nehmen. Wir gehen mit Hoffnung und Zuversicht ins anstehende Post-Corona-Zeitalter und wollen die Lebensqualität in Saarbrücken gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern nachhaltig steigern“, sagte der Oberbürgermeister am Freitag, 7. Januar, beim ersten virtuellen Neujahrsempfang der Landeshauptstadt Saarbrücken, zu dem zahlreiche Ehrenamtliche sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft eingeladen wurden."    

Mehr Lebensqualität – weniger Lärm: Stadt stellt sich Klimawandel

An entsprechenden Plänen habe das Rathaus-Team parallel zum personal- und arbeitsintensiven Krisenmanagement stetig weitergearbeitet. Planungen zur Attraktivitätssteigerung seinen angestoßen worden.

Conradt: „Wir werden die Fußgängerzone am St. Johanner Markt um 50 Prozent vergrößern. Wir arbeiten an den Plänen zur denkmalgerechten Sanierung der Alten Brücke, wollen dieses Jahr durch ein Modellprojekt flächendeckend Tempo 30 in der City schaffen, mit weniger Lärm und mehr Verkehrssicherheit. Wir haben während der Pandemie die erste Fahrradzone in Deutschland nach dem Modellprojekt in Bremen umgesetzt – und eine Fahrradstraße in Alt-Saarbrücken geschaffen.“

Wir werden verbindliche Ziele für die Reduzierung des Klimaausstoßes festlegen. OB Conradt

Die Landeshauptstadt stehe – gemeinsam mit ihren städtischen Gesellschaften – zu ihrer Verantwortung dem Klimawandel zu begegnen. „Wir wollen 2022 mit privaten Partnern ein Fahrradverleihsystem auf den Weg bringen, Entsiegelungen fördern, in Photovoltaikanlagen, E-Mobilität und Wasserstoffbusse investieren und ökologisch bauen, wie beim neuen Stadtwerke-Carrée. Wir werden verbindliche Ziele für die Reduzierung des Klimaausstoßes festlegen, regelmäßig dazu berichten und einem internationalen Klimaschutz-Städtenetzwerk beitreten.“

Weniger Lebensmittelverschwendung heißt: weniger Klimagasausstoß, Verkehr, Landnutzung, Pestizide sowie weniger Hunger und Armut. Conradt: „Mit unserem Beitritt zur Initiative ‚Städte gegen Food Waste‘ wollen wir einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten und möglichst viele Menschen und Unternehmen in Saarbrücken erreichen und zum Mitmachen bewegen. Wir arbeiten bereits eng mit der lokalen Foodsharing-Initiative und den Tafeln zusammen.“

Culture+Congress City: Saarbrücken wird belebter, sicherer, digitaler und grüner

In diesem Jahr stehe nun auch die Umsetzung des innovativen städtebaulichen Modellprojekts Culture+Congress City an (CCC). Über 100 Millionen Euro werden in 20 Teilprojekten in die Aufwertung der Saarbrücker City und Alt-Saarbrückens investiert.

Oberbürgermeister Uwe Conradt: „Saarbrücken wird belebter, sicherer, digitaler und grüner. Durch das Projekt, das mit dem Land entwickelt wurde und gemeinsam durch Bund, Land und Stadt finanziert wird, wird das Umfeld der Congresshalle attraktiver, hier ist insbesondere die Aufwertung der Viktoriastraße hervorzuheben. Die Sicherheit auf den Wegen zu Bahnhof, Hotels und Parkplätzen wird durch eine neue digital gesteuerte Beleuchtung verbessert."

"Wir vernetzen Alt-Saarbrücken und St. Johann durch eine aufgewertete Luisenbrücke, schaffen neue Radwege, mehr Stadtgrün, entsiegeln Flächen und werten den Bürgerpark auf. Ich bin dankbar, dass das Land das Projekt unterstützt und über die Congressgesellschaft CCS, bei der das Land neben der Stadt Mehrheitsgesellschafter ist, die Verantwortung für den Erweiterungsbau übernimmt“, sagte Conradt weiter. 

Der Osthafen: Stadt schafft mehr Raum für Kultur- und Kunstschaffende

Der Bereich ist zurzeit einer der spannendsten in Saarbrücken. OB Conradt

Die städtebauliche Entwicklung in Saarbrücken geht nicht nur in der Innenstadt voran. Der Oberbürgermeister: „Natur, Kultur, Freizeit, Sport, Geschichte – all das verbindet sich im Umfeld des Osthafens miteinander. Der Bereich ist zurzeit einer der spannendsten in Saarbrücken. Wir wollen ihn weiterentwickeln, seine Stärken noch deutlicher hervorheben. Derzeit steht das städtische Rhenania-Gebäude zum Verkauf. Den Zuschlag bekommt nicht der höchste Preis, sondern das beste Konzept, das die Kulturszene dort stärkt. Wir wollen zudem mehr Freizeit- und Sportangebote schaffen, der bereits am Osthafen etablierten Kunst- und Kulturszene mehr Raum geben und die römische Geschichte sichtbar machen.“ Die Grundlage dafür bildet ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK).

Stadt fördert Gastronomie, Handel und Tourismus – OB: „Bund muss Branche stärken“

Die Förderung der Attraktivität der Stadt erfordere entschlossenes Handeln, gerade in der Krise. „Wir haben unsere Gastronomen unterstützt, unter anderem die Flächen der Außengastronomie deutlich ausgeweitet. Auch dem Handel stehen wir zur Seite. Mit der Tourismus-Kampagne #VisitSaarbrücken und der Weihnachtsstadt samt neuer Beleuchtung haben wir unserem CityMarketing neue Bausteine hinzugefügt und beschlossen, diese dauerhaft fortzusetzen“, erklärte Conradt.

„Der Christkindlmarkt hat stattgefunden, während viele Märkte abgesagt wurden. Mit dem Verkehrsverein als Veranstalter und den Standbetreibern haben wir ein vernünftiges und sicheres Konzept entwickelt. Beim Alt-Saarbrückenr Weihnachtsmarkt sind wir selbst Veranstalter – und haben ihn in der bezaubernden Atmosphäre des DFG durchgeführt.“   

Seit Beginn der Pandemie haben rund 30 neue Geschäfte und Restaurants in der City eröffnet. Und bei anderen, wie der Kultkneipe St.J., zeige sich, dass hinter manchem Aufregerthema nur ein Betreiberwechsel steht. OB Conradt: „Es gibt in Zeiten der Krise, sich wandelnder Städte und der Digitalisierung nichts, worauf man sich ausruhen darf.“ Deshalb arbeite man mit 14 anderen Städten im Modellprojekt „Stadtlabore für Deutschland: Leerstand und Ansiedlung“.