„Luisa ist hier!“ in Saarbrücken

Die Kampagne “Luisa ist hier!“ gibt es nun auch in Saarbrücken. Es handelt sich um ein Hilfsangebot für Frauen.

Luisa Plakat klein - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat klein - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat klein - Frauennotruf Münster

Die Kampagne “Luisa ist hier!“ gibt es nun auch in Saarbrücken. Es handelt sich um ein Hilfsangebot für Frauen, die sich in der Gastronomie (Bars und Clubs etc.) wohl und sicher vor sexualisierter Gewalt (z.B. vor Angrapschen, Belästigung, Beleidigungen etc.) fühlen sollen.

Das Konzept wurde ursprünglich vom Frauennotruf Münster entwickelt und wird mittlerweile schon in über 63 Städten genutzt. Mit dem Code-Wort „Ist Luisa hier?“ können sich Frauen in den teilnehmenden Gastronomiebetrieben an das Personal wenden, um sich aus einer unangenehmen Situation zu befreien. Wenn eine Frau nach Luisa fragt, bietet das geschulte Thekenpersonal ihr einen Rückzugsort.

Luisa hilft nicht nur in konkreten Situationen, bereits die Möglichkeit der niedrigschwelligen Hilfe gibt Frauen schon ein Gefühl der Sicherheit. Außerdem setzten die Gastronomen durch eine Teilnahme das Signal, dass in ihrer Örtlichkeit kein Platz für Übergriffe und Gewalt ist.

In welchen Situationen kann nach Luisa gefragt werden?

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Die Frauen können nach Luisa fragen, wenn sie sich in einer Situation unsicher oder unwohl fühlen. So soll das Hilfsangebot bereits möglichst früh ansetzen.

Ein Unsicherheitsgefühl, z.B. weil man angestarrt wird oder ein ungutes ‚Bauchgefühl‘, z.B. während eines Dates reichen aus, um sich mit dem Code an das Thekenpersonal zu wenden. Die Situation muss nicht ausgehalten werden, bis etwas „Schlimmeres“ passiert, sondern kann bereits bei einem unguten Gefühl beendet werden.

Natürlich kann der Code auch genutzt werden, wenn die Frau sexuelle Belästigung, Gewalt oder Bedrohung erlebt hat.

Warum ein Code?

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Der Code soll die Hemmschwelle senken, sich Hilfe zu holen. Gerade in Kneipen und Clubs, wo es häufig sehr laut ist, kann es unangenehm sein einen Vorfall über die Theke zu rufen und damit auch die Aufmerksamkeit anderer Gäste auf sich zu ziehen.
Mit einem Code kann unauffällig und diskret Hilfe gesucht werden. Besonders wichtig ist in diesem Zuge, dass das Personal nicht nachhakt, warum die Frau nach Luisa fragt. Die Frage nach Luisa ermöglicht so, dass sich die Frau schon mit einem schlechten Bauchgefühl Hilfe holen kann. Hinzu kommt, dass die Frauen und auch das Thekenpersonal die Situation der Frau nicht beurteilen.

Die Frau muss nicht über den Vorfall reden und ihn vor einer fremden Person schildern. Zudem muss sie nicht bewerten, ob er nun auch für Außenstehende "schlimm genug" war. Vielmehr bekommt die Frau Hilfe, sobald sie selbst sich unwohl oder bedrängt fühlt, unabhängig davon, wie andere ihre Situation bewerten würden.

Warum der Name Luisa?
Der Name Luisa beinhaltet einen Kopfton, das heißt, dass er auch in einer lauten Umgebung leicht verständlich ist. Außerdem bedeutet er die Kämpferin.

Wie werden die Mitarbeiter*innen geschult?

Der Frauennotruf Saarland bietet in regelmäßigen Abständen Schulungen für Mitarbeiter*innen an. Es ist hierbei möglich, einzelne Multiplikator*innen zu benennen, die die anderen Mitarbeiter*innen intern zu den Inhalten schulen und so gewährleistet wird, dass alle Mitarbeiter*innen als geschult angesehen werden können.

Die dreistündige Schulung wird an mehreren alternativen Terminen angeboten und ist für die Teilnehmenden kostenlos. Sie soll auf Krisenfälle so vorbereiten, dass Handlungsfähigkeit und optimales Eingehen auf eine hilfesuchende Frau möglich sein wird.

Nach der Teilnahme an einer der Schulungen, erhalten Sie ein Zertifikat und Werbemittel (u.a. Plakate) durch die Ihre Beteiligung am Projekt nach außen hin sichtbar wird. Mit Ihrer Teilnahme am Schutzkonzept geben Sie zu erkennen, dass Sie Frauen vor   sexualisierter Gewalt schützen wollen.

Schulungstermine werden Anfang 2021 bekannt gegeben

Inhalte der Schulung werden sein:

  1. Was ist Luisa? (Worum geht es beim Projekt? Prävention und Schutzmaßnahmen)
  2. Trauma (Erklärungen zu Trauma, Entstehung und Anzeichen, Reaktionsweisen von Frauen nach sexualisierter Gewalt)
  3. Umgang mit den Betroffenen(Handlungsleitfaden und Unterstützung sowie Begleitung)
  4. Selbstfürsorge (nach Vorkommnissen und prinzipiell)
  5. Intersektionale Diskriminierung (Was heißt das? Wo ist die Abgrenzung, wo Überein-stimmungen?)

Luisa Plakat gross - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat gross - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat gross - Frauennotruf Münster