„Luisa ist hier"-Schulungen startet online

"Luisa ist hier!" in Saarbrücken

Luisa Plakat klein - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat klein - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat klein - Frauennotruf Münster

Viele Menschen wünschen sich sehnlichst, wieder ausgelassen feiern, gemeinsam auf Konzerten tanzen und in Bars abhängen zu können. Doch kann eine Rückkehr zur Normalität gelingen, nach einem Jahr, das alles verändert hat? „Derzeit leben wir sehr distanziert. Wenn wieder erlaubt ist, dass viele Menschen an einen Ort drängen wird das auf einige beklemmend wirken, während andere genau dies vermisst haben.“ vermutet Katharina Kunze, Frauenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken und kündigt an: „ Sobald die Corona-Verordnung des Landes keine Unterhaltungsveranstaltungen in Innenräumen mehr untersagt, werden wir die ersten Schulungstermine veröffentlichen. So wird unser Nachtleben noch sicherer und attraktiver. “

„Luisa ist hier“ ist ein Projekt des Frauennotruf Münster, das bereits in dutzenden Städten etabliert ist und zu einer respektvollen Partykultur beiträgt. Mit dem Codewort „Luisa“ können Frauen, die sich bedrängt, belästigt oder anderweitig unwohl fühlen, Hilfe anfordern. Die Beschäftigten der Clubs, Kneipen und Bars reagieren hilfreich, sensibel und umgehend – so wie sie es in den Schulungen vom Frauennotruf Saarland e.V. lernen werden.

Luisa hilft nicht nur in konkreten Situationen, bereits die Möglichkeit der niedrigschwelligen Hilfe gibt Frauen schon ein Gefühl der Sicherheit. Außerdem setzten die Gastronomen durch eine Teilnahme das Signal, dass in ihrer Örtlichkeit kein Platz für Übergriffe und Gewalt ist.

Wie werden die Mitarbeiter*innen geschult?

Nach der Teilnahme an einer der Schulungen erhalten Sie ein Zertifikat und Werbemittel (u.a. Plakate) durch die Ihre Beteiligung am Projekt nach außen hin sichtbar wird. Mit Ihrer Teilnahme am Schutzkonzept geben Sie zu erkennen, dass Sie Frauen vor sexualisierter Gewalt schützen wollen.

Inhalte der Schulung werden sein:

  1. Was ist Luisa? (Worum geht es beim Projekt? Prävention und Schutzmaßnahmen)
  2. Trauma (Erklärungen zu Trauma, Entstehung und Anzeichen, Reaktionsweisen von Frauen nach sexualisierter Gewalt)
  3. Umgang mit den Betroffenen(Handlungsleitfaden und Unterstützung sowie Begleitung)
  4. Selbstfürsorge (nach Vorkommnissen und prinzipiell)
  5. Intersektionale Diskriminierung (Was heißt das? Wo ist die Abgrenzung, wo Überein-stimmungen?)

Luisa Plakat gross - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat gross - Frauennotruf Münster

Luisa Plakat gross - Frauennotruf Münster

In welchen Situationen kann nach Luisa gefragt werden?

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Die Frauen können nach Luisa fragen, wenn sie sich in einer Situation unsicher oder unwohl fühlen. So soll das Hilfsangebot bereits möglichst früh ansetzen.

Ein Unsicherheitsgefühl, z.B. weil man angestarrt wird oder ein ungutes ‚Bauchgefühl‘, z.B. während eines Dates reichen aus, um sich mit dem Code an das Thekenpersonal zu wenden. Die Situation muss nicht ausgehalten werden, bis etwas „Schlimmeres“ passiert, sondern kann bereits bei einem unguten Gefühl beendet werden.

Natürlich kann der Code auch genutzt werden, wenn die Frau sexuelle Belästigung, Gewalt oder Bedrohung erlebt hat.

Warum ein Code?

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Luisa Handzettel - Frauennotruf Münster

Der Code soll die Hemmschwelle senken, sich Hilfe zu holen. Gerade in Kneipen und Clubs, wo es häufig sehr laut ist, kann es unangenehm sein einen Vorfall über die Theke zu rufen und damit auch die Aufmerksamkeit anderer Gäste auf sich zu ziehen.
Mit einem Code kann unauffällig und diskret Hilfe gesucht werden. Besonders wichtig ist in diesem Zuge, dass das Personal nicht nachhakt, warum die Frau nach Luisa fragt. Die Frage nach Luisa ermöglicht so, dass sich die Frau schon mit einem schlechten Bauchgefühl Hilfe holen kann. Hinzu kommt, dass die Frauen und auch das Thekenpersonal die Situation der Frau nicht beurteilen.

Die Frau muss nicht über den Vorfall reden und ihn vor einer fremden Person schildern. Zudem muss sie nicht bewerten, ob er nun auch für Außenstehende "schlimm genug" war. Vielmehr bekommt die Frau Hilfe, sobald sie selbst sich unwohl oder bedrängt fühlt, unabhängig davon, wie andere ihre Situation bewerten würden.

Warum der Name Luisa?
Der Name Luisa beinhaltet einen Kopfton, das heißt, dass er auch in einer lauten Umgebung leicht verständlich ist. Außerdem bedeutet er die Kämpferin.

Der Stadtrat Saarbrücken hat im Februar 2020 beschlossen, „Luisa“ nach Saarbücken zu holen. Die Landeshauptstadt Saarbrücken finanziert und koordiniert die Umsetzung.

Frauennotruf Saarland

Telefon: 0681 36767
E-Mail: info@frauennotruf-saarland.de