Gleichstellungsthemen

Gleichstellungsthemen

Die Arbeitsfelder der Frauenbeauftragten ergeben sich aus dem Landesgleichstellungsgesetz und aus dem Grundgesetz. Unsere Aufgabe ist es, auf Geschlechtergerechtigkeit hinzuwirken.

Uns ist wichtig, dass die Verhältnisse, Traditionen und Strukturen, die Frauenbeauftragte überhaupt erst nötig gemacht haben, für alle Menschen verbessert werden.

Die Frauenbeauftragten wirken auf die Verwaltung, in die Kommune hinein und gemeinsam auf Landes- und Bundesebene. Ihre Ziele sind Schritte auf dem Weg in eine gleichberechtigte Gesellschaft und eine gleichberechtigte Gesellschaft ist Grundlage für die Entwicklung einer gerechten Gesellschaft.

Die Themen der Frauenbeauftragten sind miteinander verknüpft, so wie Sexismus mit Rassismus, Homophobie, Abelismus, Klassismus und anderen Diskriminierungsformen verknüpft ist. Darum ist eine Auflistung der Themen immer unvollständig und die Zuordnung unter Oberbegriffe nur ein Versuch.

Gewaltschutz

by_jutta rotter_pixelio.de - Frauenbüro

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Wir setzen uns dafür ein, dass keine Frau und kein Mädchen physische, psychische, systematische und strukturelle Gewalt durchleben muss. Dafür leisten wir Präventionsarbeit und stehen im Fall der Fälle den Betroffenen bei.
Beispiele für Maßnahmen:

  • Sensibilisierung für Gewaltformen, Auswirkungen und (Nicht-)Ursachen
  • Begleitung und Beratung von Beschäftigten der Stadtverwaltung
  • Vermittlung von Betroffenen oder Angehörigen an Fachstellen und Expertinnen
  • Selbstbehauptung schulen (WenDo)
  • Forderungen für die Rechte von Gewaltbetroffenen auf Bundesebene
  • Information über die Istanbul-Konvention

Frauengeschichte

photocase

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Wir tragen dazu bei, dass die Werke und das Wirken von Frauen sichtbar gemacht werden und im Gedächtnis bleiben. Da Geschichte traditionell von Männern geschrieben wird und nur Männerräume beschreibt, ist das gar nicht so leicht.
Beispiele für Maßnahmen:

  • Straßenbenennungsverfahren
  • Förderung der Frauen- und Genderbibliothek
  • Veranstaltungen zur Frauenkultur und Frauengeschichte
  • Beteiligung an und Stärkung von aktuellen „Frauenthemen“ wie Ausgleich der „Gender Gaps“, Klimaschutz, reproduktive Rechte

Netzwerke und Synergien

MiNET - LHS FBü

MiNET - LHS FBü

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Frauengeschichte ist auch eine Geschichte von Kooperation und gegenseitiger Unterstützung. Das Frauenbüro kämpft nie allein, sondern versteht sich als Unterstützerin von Fraueninitiativen, Schnittstelle von feministischen Impulsen und Wächterin über Geschlechtergerechtigkeit gegenüber der eigenen Dienststellenleitung.
Beispiele für Maßnahmen:

  • Mitarbeit in FrauenForum, Landesarbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten, AK Migrantinnen, Arbeitsgruppen innerhalb der Stadtverwaltung wie z.B. dem Kreis der Frauenbeauftragten der Eigenbetriebe und Gesellschaften, Projekt Beruf und Familie und der Inklusionsgruppe.
  • Angebote zur Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit an alle Ämter und darüber hinaus.
  • Unterstützung und Beratung von Fraueninitiativen, Kontaktherstellung zwischen Akteur*innen mit ähnlichen Interessen, Finanzielle Zuschüsse (im kleinen dreistelligen Bereich auf schriftlichen Antrag) für thematisch passende Events.
  • Verständnis von der Kategorie „Frau“, die über die biologistische, geschlechterdichotome Sicht hinausgeht, Vertretung aller Menschen in „frauentypischen Lebenslagen“ und aller Frauen*.

Sexuelle Selbstbestimmung

(Foto: sylvi.bechle, photocase) - Frauenbüro

(Foto: sylvi.bechle, photocase) - Frauenbüro

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Wir sehen, dass auch heute noch Menschen aufgrund ihrer Identität, Lebensweise oder Entscheidungen ihren eigenen Körper betreffend ausgegrenzt, stigmatisiert und moralisch verurteilt werden. Wir möchten erreichen, dass „My Body, my Choice“ für alle Menschen und in allen Lagen gilt.
Beispiele für Maßnahmen:

  • Aufklärung über Jungfräulichkeitsmythen und Menschenrechtsverletzungen an Mädchen
  • Forderung nach Abschaffung von §218 und §219a
  • Unterstützung von Institutionen, die sexuelle Selbstbestimmung schützen, stärken und realisieren
  • Unterstützung von Veranstaltungen und Bündnissen zum Thema „sexuelle Selbstbestimmung“

Repräsentanz & Frauenförderung

contrastwerkstatt/fotolia.com

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Wir wollen, dass Ämter, Gremien, Parlamente, Vorstände, Jurys, Gerichte, Professuren usw zur Hälfte in Frauenhand sind. Nur so können die sogenannten „Fraueninteressen“ gleichwertig mit „Männerinteressen“ behandelt und informiert und vielfältig besprochen werden.
Beispiele für Maßnahmen:

  • Frauenförderplan für die Landeshauptstadt Saarbrücken
  • Teilnahme und Beratung bei Stellenbesetzungsverfahren
  • Durchführung und Organisation von Führungskräftefortbildungen für Frauen*
  • Unterstützung der Forderung „Parité in den Parlamenten“
  • Information über die Geschichte des Frauenwahlrechts in Deutschland
  • Einlegen von Widersprüchen bei Verstößen gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz oder LGG.

Abbau von Sexismus und Benachteiligung

pixelio.de

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Wir stellen immer wieder fest, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts nach anderen Regeln spielen müssen, als Männer. Diese Regeln bewirken eine Schlechterstellung der Frau, die sich u.a. in Altersarmut, sexueller Belästigung und unerfüllbaren und widersprüchlichen Idealen manifestiert.
Beispiele für Maßnahmen:

  • Beratung der Ämter zur Prävention von Benachteiligung und Grenzverletzungen
  • Beteiligung an jedem Verfahren wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung
  • Durchführung von Frauenversammlungen zur Vernetzung und Information
  • Unterstützung der Verwaltungsleitung zur Erfüllung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes und des saarländischen Landesgleichstellungsgesetztes.
  • Beratung und Unterstützung zur Umsetzung geschlechterneutraler Sprache

Diversity, Intersektionalität und Abgrenzung

Frauenbüro - Gabi Jakoby

Frauenbüro - Gabi Jakoby

Frauenbüro - Gabi Jakoby

Wir wissen, dass das Frauenbüro eine große Vielfalt von Lebensrealitäten und Prioritäten vertritt und diese nicht immer leicht vereinbar scheinen.

So positionieren wir uns z.B. für eine Gesellschaft ohne Sexismus UND für die Entstigmatisierung von Sexarbeit. Gegen patriarchale Kultur UND dafür, dass Frauen jeden Beruf ausführen können, für den Sie die Qualifikation haben – unabhängig von ihrer Religion und ihrer Kleidung. Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch ohne Zwangsberatung UND für eine Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderung nicht weiterhin be-hindert werden.
Wir wünschen uns Netzwerke und Kooperationen, in denen diese Ambivalenz zwischen kurzfristigen Zielen und langfristigen Visionen, zwischen Grundsatzfragen und individuellen Bedarfen, zwischen Frauen- und Gesellschaftsfragen respektiert und nachvollzogen werden kann. Gleichermaßen empfinden wir neue feministische Impulse, Anregungen, Fragen und Perspektiven als Bereicherung. Wir legen auch und gerade im Dissens Wert auf Respekt und sind bereit, auch bei unterschiedlichen Standpunkten die verbindende Schnittmenge zu suchen und zu bearbeiten.
Es versteht sich jedoch ebenso von selbst, dass Positionen, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ausdrücken und/oder vom Bedarf paternalistischer Fremdbestimmung bei Frauen* ausgehen, vom Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken abgelehnt und auch nicht diskutiert werden.