35.000 Unterschriften für Verbot von Bordellwerbung übergeben

Zum Weltfrauentag hat die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der saarländischen Frauenbeauftragten die Petition „Bordellwerbung – Nein Danke!“ gestartet.

Ein NEIN zur Bordellwerbung

Bordellwerbung Nein Danke - Frauenbüro

Bordellwerbung Nein Danke - Frauenbüro

Bordellwerbung Nein Danke - Frauenbüro

Die Landesarbeitsgemeinschaft Kommunaler Frauenbeauftragter hat am Internationalen Weltmädchentag am Freitag, 11. November bei einem Termin in der Staatskanzlei mehr als 35.040 Unterschriften für ein Verbot von Bordellwerbung an die Sozialministerin Monika Bachmann übergeben. Über 2500 davon sind handschriftliche Unterschriften von Saarländerinnen und Saarländern, die zum Beispiel auf Veranstaltungen der Frauenbeauftragten über die Petition informiert wurden.

„Mit mehr als 35.000 Unterschriften ist der Aufruf für ein Saarland frei von Bordellwerbung die erfolgreichste Petition dieses Bundeslandes. Gemeinsam fordern die Unterstützerinnen und Unterstützer die saarländische Landesregierung dazu auf, sich dem Anliegen anzuschließen und Bordellwerbung im öffentlichen Raum abzuschaffen“, sagte Katharina Kunze, Frauenbeauftragte der Stadt Saarbrücken.

Bordellwerbung ist kein positives Aushängeschild

Dieses Anliegen wird unter anderem von Wirtschaftministerin Anke Rehlinger (SPD), Ministerin Bachmann, dem Oberbürgermeister Landeshauptstadt Uwe Conradt (CDU), Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) und allen Landräten des Saarlandes mitgetragen.

Die kommunalen Frauenbeauftragten haben die Petition am 3. März, dem Weltfrauentag gestartet, um gegen die allgegenwärtige Bordellwerbung vorzugehen. In vielen Städten und Gemeinden werben Bordellbetriebe auf riesigen Plakatwänden und mobilen Werbeflächen, oft in den Innenstädten und "teils sogar direkt vor Schulen" kritisiert die Landesarbeitsgemeinschaft. Frauen würden als Ware angepriesen oder mit käuflichen Produkten gleichgesetzt.

Dies ist ein Angriff auf die Würde von Frauen und verschleiere die Realität des Gewerbes. Außerdem überfordere die Darstellung Jugendliche und stellten eine Gefahr für eine normale Entwicklung dar.

"Bordellwerbung im öffentlichen Raum ist sexistisch, unnötig und ist sicher kein positives Aushängeschild für das Saarland. Wir hoffen, dass Ministgerpräsident Hans dafür eintritt, diese Großplakate von unseren Straßen verschwinden zu lassen", sagte Kunze.

Hintergrund

Die LAG Kommunale Frauenbeauftragte Saarland hatte sich im Zuge der Änderung des Prostituiertenschutzgesetzes im Jahr 2016 nicht für ein generelles Verbot von Prostitution ausgesprochen. Der Arbeitsgemeinschaft war und ist wichtig, dass Beratungsstellen Zugang zu den Frauen haben und dass die Betroffenen Zugang zu niedrigschwelligen Beratungsangeboten haben und ihnen Ausstiegsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Die Bordellwerbung hingegen konterkariert die Ziele des Prostituiertenschutzgesetzes und der selbstbestimmten Arbeitsweise von Sexarbeiterinnen. Denn sie zeigt Frauen im öffentlichen Raum als käufliche Personen, die keine eigenen Grenzen setzen. Bordellwerbung scheitert daran, dass sie nicht die Dienstleistung, sondern die Frau (bzw. ein stark „idealisiertes“ Bild von ihr) als Angebot präsentiert. Das wirkt sich auf das Frauenbild in der Gesellschaft aus.

„Obwohl Bordellwerbung als störend empfunden wird, ist sie allgegenwärtig. Dagegen gehen wir vor. Und erwarten, dass der Landtag durch unsere Petition den Auftrag bekommt, diesem Trend Einhalt zu gebieten“, so die Frauenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken Katharina Kunze.