Stadtteilentwicklung Tallage Alt-Saarbrücken

Die Tallage Alt-Saarbrückens – vom Regierungsviertel bis zum Deutschmühlental – hat als innerstädtisches gemischt genutztes Stadtquartier eine besondere Bedeutung in der städtebaulichen Entwicklung Saarbrückens.

Die Wege in diesem Stadtteil sind kurz, die Bewohner pflegen vielfältige Lebensstile, die Flächen und Gebäude werden unterschiedlich genutzt. Das Quartier bildet für viele Menschen den zentralen Lebensmittelpunkt.

Neu denken - Ideen für einen lebendigen Stadtteil

Mitten im Stadtteil Alt-Saarbrücken, in den Räumlichkeiten der Handwerkskammer, haben wir als Auftakt für eine Diskussion über die Entwicklungsperspektiven des Quartiers am 3. und 4. November 2016 einen für alle Bürger offenen "Fachworkshop" veranstaltet. Ziel war es, Potentiale und Entwicklungsmöglichkeiten des Stadtteils -auch visionäre- aufzuzeigen und aus verschiedenen Blickwickeln zu betrachten.

Der Workshop wurde unter Federführung der Landeshauptstadt Saarbrücken in Kooperation mit dem Städtebaubeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken, dem Deutschen Werkbund Saar e.V., der Schule für Architektur Saar, dem Bund deutscher Architekten Landesverband Saarland, dem Stadtteilbüro Alt-Saarbrücken, und der Stiftung Baukultur Saar veranstaltet. 

Mit diesem Workshop haben alle Akteure gemeinsam begonnen, den Stadtteil Alt-Saarbrücken neu zu denken.

Städtebauliche Weiterentwicklung der Alt-Saarbrücker Tallage

Aktuell werden mit dem Stadtentwicklungsprojekt „Barock trifft Moderne“ wichtige öffentliche Vorhaben in Alt-Saarbrücken umgesetzt. Die positive Entwicklung des Viertels um die Eisenbahnstraße wird durch weitere flankierende Maßnahmen begleitet. „Im Wittum“ wird in einem ehemals gewerblich genutzten Blockinnenbereich, eine Wohnbebauung mit einem öffentlichen grünen Quartiersplatz realisiert. An diese positiven Entwicklungen gilt es weiter anzuschließen.

Stadtteilkonferenz Barock trifft Moderne und Weiterentwicklung der „Tallage Alt-Saarbrücken“

Eine weitere Stadtteilkonferenz zum Projekt "Barock trifft Moderne" fand am 10. April 2017 statt. Das Ziel der zweiten Veranstaltung lag im Schwerpunkt auf der Information über die Ergebnisse der Entwurfsplanung, den jetzigen Planungsstand und Fortschritt des Projektes. Weiterhin wurde auch über die geplanten Baumaßnahmen verbunden mit dem voraussichtlichen Zeitplan und den damit verbundenen Einschränkungen im öffentlichen Raum informiert.

Der zweite Teil der Veranstaltung wurde genutzt, um das Projekt Barock trifft Moderne in den übergeordneten Planungsprozess einzubinden, der gerade für den gesamten Stadtteil vom Baudezernat, dem Stadtplanungsamt entwickelt wird. Die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger konnten hierbei frühzeitig aus ihrer Sicht Hinweise für notwendige Entwicklungen für den kommenden Wettbewerb im unteren Alt –Saarbrücken geben.

Stadtteilentwicklungskonzept

Wo liegen die Stärken, wo die Schwächen eines Stadtteils? Welche Potenziale hat der Stadtteil, wie können sie sinnvoll weiterentwickelt werden? Und welche Projekte sollten dabei Vorrang haben? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich das Alt-Saarbrücker Stadtteilentwicklungskonzept, das seit Ende 2010 vorliegt. Es versteht sich als Orientierungsrahmen für die zukünftige Entwicklung der Alt-Saarbrücker Tallage.

Regelmäßig finden Stadtteilkonferenzen statt, auf denen die Umsetzung des Stadtteilentwicklungskonzepts bilanziert und diskutiert wird und aktuelle Entwicklungen im Stadtteil thematisiert werden. Neben der Stadtverwaltung stellen auch andere Akteure, beispielsweise die Hochschule für Technik und Wirtschaft, ihre Aktivitäten im Stadtteil vor.

Integrierte Vorgehensweise bei der Erarbeitung

Alle planenden Ämter der Stadtverwaltung sowie das Gemeinwesenprojekt Stadtteilbüro Alt-Saarbrücken bildeten eine gemeinsame Projektgruppe. Zunächst analysierte die Projektgruppe Ausgangslage, Stärken und Schwächen des Planungsgebiets. In einem zweiten Schritt formulierte sie die Ziele für die weitere Entwicklung. Danach wurden Projekte und Maßnahmen konzipiert sowie ein Zeitplan für deren Umsetzung festgelegt.

Wichtige Akteure der Stadtteilentwicklung, beispielsweise Vertreter von Schulen, Kindertagesstätten, Vereinen, Kirchen, Parteien und Migrantenorganisationen diskutierten die Zwischenergebnisse der Projektgruppe in zwei Workshops. Die Vorschläge der Akteursbeteiligung arbeitete die Projektgruppe - soweit wie möglich - ein.

Stellenwert des Konzepts

Das Konzept stellt eine Gesamtstrategie für die zukünftige Entwicklung des Planungsgebietes dar. Einige Maßnahmen wurden bereits angegangen bzw. umgesetzt, andere sind im städtischen Haushalt eingeplant und für einige Maßnahmen gibt es noch keine Finanzierung.

Dies ist allen Beteiligten bewusst. Das Konzept bietet eine fundierte und vor allem mit allen Beteiligten abgestimmte Basis, Gelder, beispielsweise über externe Förderprogramme, aber auch private Investitionen zu akquirieren. Innerhalb der letzten fünf Jahre konnten einige Maßnahmenvorschläge und Bauprojekte, wie in der Eisenbahnstraße, umgesetzt  werden. Indes haben sich für den Stadtteil wichtige Rahmenbedingungen geändert und es gibt neue Entwicklungen und Herausforderungen.