Einzelhandels- und Zentrenkonzept

Saarbrücken ist der umsatzstärkste Einzelhandelsstandort im Saarland. Die Landeshauptstadt hat ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept beschlossen. 

LHS/Bautz

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Der Stadtrat hat am 13. Oktober 2015 das gesamtstädtische Einzelhandelskonzept für die Landeshauptstadt beschlossen. Hiermit haben Politik und Stadtverwaltung ein Instrument zur Steuerung der Einzelhandelsentwicklung von Saarbrücken.

Einzelhändler der Landeshauptstadt stellen einen Anziehungspunkt für Kunden aus dem gesamten Land bzw. für Kunden aus dem französischen Lothringen sowie aus Rheinland-Pfalz dar. Saarbrücken ist der umsatzstärkste Einzelhandelsstandort im Saarland. Einzelhandel ist somit ein zentrales Thema der Weiterentwicklung des Oberzentrums.

Die Branche des Einzelhandels ist seit jeher durch einen stetigen Wandel gekennzeichnet. So hat sich in den vergangenen Jahren die Einzelhandelslandschaft im Allgemeinen sowie auch innerhalb der Stadt Saarbrücken deutlich gewandelt. Heute werden sowohl an die vorhandenen Standorte wie auch an neue Standorte veränderte Anforderungen gestellt. Neben einem veränderten Einkaufsverhalten, den aktuellen Entwicklungstrends im Einzelhandel, der demographischen Entwicklung und nicht zuletzt aufgrund neuer rechtlicher Rahmenbedingungen ergab sich die Notwendigkeit, eine neue Einzelhandels- und Zentrenkonzeption für das Oberzentrum Saarbrücken zu entwickeln.

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept wurde zusammen mit dem Büro Junker & Kruse aus Dortmund erarbeitet. Das Ergebnis ist eine Konzeption, die sowohl fundierte Bewertungsgrundlagen für aktuelle Einzelhandelsvorhaben (Planungs- und Ansiedlungsabsichten) liefert, als auch mögliche Entwicklungsperspektiven und erforderliche Handlungsnotwendigkeiten aufzeigt. 

Handlungsrahmen für Entwicklung des Einzelhandels

Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept gibt den Handlungsrahmen für die künftige räumliche Entwicklung des Saarbrücker Einzelhandels vor. Aufgrund der oberzentralen Funktion von Saarbrücken weckt die Stadt immer wieder das Interesse von Projektentwicklern und Investoren aus dem Bereich des Einzelhandels.

Hier gibt das Konzept einen transparent nachvollziehbaren Rahmen vor und schafft somit Planungs- und Investitionssicherheit sowohl für neue Investoren wie auch für die bereits ansässigen Einzelhändler.

Das Konzept beinhaltet eine Analyse der Einzelhandelssituation der Stadt Saarbrücken und verfolgt das Ziel, die gesamtstädtischen Versorgungsstrukturen zu sichern und zu stärken. Wesentliche Bestandteile sind eine ausführliche Analyse, die Definition der Entwicklungsziele, die Abgrenzung der zentralen Versorgungsbereiche, die Saarbrücker Sortimentsliste und die Ansiedlungsregeln für Betriebe.

Als Instrument zur Steuerung der Einzelhandelsentwicklung soll es als zu berücksichtigendes städtebauliches Entwicklungskonzept gem. § 1 Abs. 6 Nr. 11 Baugesetzbuch Verwendung finden. Hierdurch erhält die Stadt Saarbrücken im Rahmen von Bauleitplanverfahren eine fundierte und rechtssichere Bewertungsgrundlage zur Begründung einer Zulässigkeit oder zum Ausschluss von zentren- und nahversorgungsrelevanten Sortimenten an den jeweiligen Standorten.

Die Erarbeitung des Konzeptes wurde durch den Konsultationskreis Einzelhandel begleitet. Neben einer Informationsveranstaltung für die Einzelhändler wurde das Konzept im Sommer 2015 öffentlich ausgelegt. Die eingegangenen Anregungen wurden geprüft und in den Entwurf eingearbeitet. Das überarbeitete Konzept wurde den Ausschüssen und Bezirksräten vorgelegt. Seit dem 13. Oktober 2015 liegt der finale Beschluss des Stadtrates vor.

Teilfortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für den Stadtteil Burbach

Seit Oktober 2015 hat sich das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Landeshauptstadt als transparente Entscheidungsgrundlage für alle Einzelhandelsvorhaben bewährt.  Grundlegendes Ziel der darin formulierten Ansiedlungsregeln ist der Schutz der drei festgelegten Zentralen Versorgungsbereiche – Hauptzentrum Innenstadt sowie der beiden Nebenzentren Dudweiler und Burbach.

Das Einzelhandelskonzept hat bereits 2015 bestätigt, dass innerhalb des Nebenzentrums Burbach ein Entwicklungsbedarf vorliegt, geeignete Flächen hierfür aber fehlen. Insbesondere in der Warengruppe Drogeriewaren ist im gesamten Stadtbezirk West kein Angebot vorhanden. Das Nebenzentrum Burbach wird somit auch zukünftig der Versorgungsfunktion im Bereich Drogeriewaren, aber auch in den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel nicht ausreichend gerecht werden.

Um die Grundversorgung in den genannten Warengruppen aufrecht zu erhalten bzw. zu stärken, bedarf es einer funktionalen, wenngleich aber auch zentrenverträglichen Ergänzung des Nebenzentrums Burbach. Hierfür kommt der in räumlicher Nähe befindliche Standort Jakobstraße in Frage, der eine entsprechende Entwicklungsoption bietet. Es handelt sich bei dem Standort um einen bereits seit Jahren etablierten Einzelhandelsstandort, der über geeignete Flächenpotenziale verfügt.

Der Standortbereich Jakobstraße wird folglich im Rahmen der Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzeptes als Nahversorgungsstandort eingeordnet. Infolgedessen wird dem Standort vor dem Hintergrund seiner Ergänzungsfunktion für das Nebenzentrum Burbach eine gewisse zentrenverträgliche Entwicklungsmöglichkeit gegeben.

Neben der Einstufung des Bereiches an der Jakobstraße als Nahversorgungsstandort wurde die Abgrenzung des Nebenzentrums Burbach an die aktuell vorhandenen Nutzungen angepasst. Im Ergebnis wurde die Abgrenzung des Nebenzentrums aufgrund zwischenzeitlich aufgegebener Nutzungen in westlicher Richtung (Bergstraße) verkleinert.

Der Stadtrat hat die Teilfortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes am 18. Juni 2019 beschlossen. 

Karte zum Einzelhandels-Zentren-Konzept Burbach - Landeshauptstadt

Karte zum Einzelhandels-Zentren-Konzept Burbach - Landeshauptstadt

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