Hintergründe: Altes und Neues

Interessante Details über die Entstehung und über die aktuelle Entwicklung der Saarbrücker Eisenbahnstraße. 

Eindrücke aus der Eisenbahnstraße vor und nach dem Umbau

In der Landeshauptstadt Saarbrücken wurden große Teile der Innenstadt im Krieg zerstört und in der Nachkriegszeit wieder aufgebaut. Diese Stadtquartiere der 50er Jahre, insbesondere die Geschäftsstraßen mit den für Saarbrücken typischen Kolonnaden, prägen das Erscheinungsbild der Kernstadt und die Identität von Straßenzügen maßgeblich.

Die in den 50er und zu Beginn der 60er Jahre entstandenen Bauten bilden in Saarbrücken rund 40 Prozent des heutigen Baubestandes. In der Alt-Saarbrücker Tallage ist die Eisenbahnstraße identitätsstiftend für den ganzen Stadtteil, der sich historisch und baukulturell mit wichtigen Denkmälern früherer Epochen wie der Ludwigskirche und dem Ludwigsplatz sowie dem Saarbrücker Schloss auszeichnet.

Eisenbahnstraße mit einmaligen Gestaltungselementen

Die heutige Eisenbahnstraße entstand aus einer typisch gründerzeitlichen Einkaufsstraße mit gewerblich genutzten Erdgeschossen. Die Obergeschosse nutzten die Bürgerinnen und Bürger zum Wohnen. Während des Wiederaufbaus in der Nachkriegszeit entstanden auf beiden Straßenseiten geschlossene Gebäude mit vier oder fünf Geschossen. 

Eine gekonnte Anordnung von Fassadenelementen wie Lisenen und Ausfachungen, Flugdächern und zurückgesetzte Staffelgeschossen, charakteristische Gesimskanten aber auch nierenförmige Balkone, Eingänge und Türen und die Kolonnaden bilden eine gestalterische Einheit. Sie spiegelt sich teilweise noch in den Innenräumen der ansässigen Geschäfte wider und drückt ihren besonderen Charme aus.

Die überdachten Bürgersteige in der Eisenbahnstraße bilden in Alt-Saarbrücken ein Alleinstellungsmerkmal und ermöglichen Bürgerinnen und Bürger auf breiten Gehwegen witterungsunabhängig einzukaufen.

Bedeutung der Eisenbahnstraße stärken

Um ihre Bedeutung als Einkaufsstraße und (Nah-)Versorgungszentrum in Alt-Saarbrücken wieder zu stärken, arbeitet die Landeshauptstadt zeitversetzt an verschiedenen Teilaspekten eines tragfähigen Zukunftsbildes für die Einkaufsstraße und das Luisenviertel:  

  1. Erarbeitung und Umsetzung der Ziele des ExWoSt Modellvorhabens „Baukultur in der Praxis - Die Modernen 50er". Das Modellvorhaben hat exemplarisch am Beispiel der Eisenbahnstraße Lösungswege herausgestellt, wie die stadtbildprägende Bausubstanz der 50er Jahre qualitätvoll weiterentwickelt werden kann.

    Dabei sollen gleichzeitig moderne Qualitätsstandards eingehalten und die eigene Identität der Eisenbahnstraße weiterentwickelt werden. Das Projekt wurde von Januar 2012 bis April 2014 umgesetzt.

    Weitere Informationen gibt es unter "Baukultur in der Praxis - Die Modernen 50er"
  1. Durch die bauliche Umgestaltung der Eisenbahnstraße im Jahr 2014 hat das umliegende Luisenviertel ein neues Gesicht erhalten: Die Landeshauptstadt hat den Straßenraum zugunsten von Fußgängern und Radfahrern neu aufgeteilt, neu gestaltete Plätze laden zum Verweilen ein, Bäume wurden gepflanzt und eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer erhöht die Flanier- und Aufenthaltsqualität. 
     
  2. Seit Januar 2016 gelten verbindliche Gestaltungsleitlinien für Werbung im Stadtraum. Mit einem einheitlichen Erscheinungsbild verfolgt die Stadt das Ziel eines optisch ansprechenden Gesamtbildes.

    Weitere Informationen gibt es unter Gestaltungsleitlinien
     
  3. Das aktuelle Projekt „Barock trifft Moderne“ beschäftigt sich mit dem Erhalt und der Weiterentwicklung des baukulturellen Erbes des Barock und der Nachkriegsmoderne im Stadtteil Alt‐Saarbrücken, Bereich Eisenbahnstraße.

    In einem räumlich kleinen Bereich treffen herausragende architektonische Zeugnisse der beiden für die städtebauliche Entwicklung wichtigen Phasen axial aufeinander: die barocke Achse mit der Ludwigskirche, dem Ludwigsplatz, der Friedenskirche und der Wilhelm-Heinrich-Straße und die Achse der Nachkriegsmoderne mit der Eisenbahnstraße und der Stengelanlage.

    Weitere Informationen gibt es unter Barock trifft Moderne.
     
  4. Studierende der in der Nachbarschaft ansässigen Hochschule für Bildende Künste (HBK) Saar und des Fachbereichs Architektur der Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar (htw) haben in mehreren Projekten Ideen erarbeitet und öffentlich präsentiert. Beispiele sind innovative Ladenprojekte und deren Ausgestaltung, Logos und Imagekampagnen für die vor Ort leerstehenden Ladenlokale. Produkt dieser Arbeiten ist auch die Kampagne mit den Slogans „Unverfälscht“ und „Charakter gesucht“. 

    Weitere Informationen zur Kampagne gibt es unter Kampagne für das Luisenviertel

 

Gestaltungsberatung

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