Außenansicht Sparte 4. Foto: Oliver Dietze - SST

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Augen ohne Gesicht

Stück von Wilke Weermann nach dem gleichnamigen Film von Georges Franju

»Der Tod einer schönen Frau ist wahrlich das poetischste Thema der Welt«, sagte Edgar Allen Poe – und das Horrorgenre singt es ihm bis heute nach. Die (unbefleckte) Opfer-Heldin, das Survivor Girl, dient dem männlichen Blick als Projektionsfläche und Identifikationsfigur. In Georges Franjus surreal-poetischem Meisterwerk »Les Yeux sans visage« von 1960 verliert die junge Christiane ihr Gesicht.

Ihr Vater, vielgerühmter plastischer Chirurg, raubt fortan anderen Frauen ihre Gesichter, um Christiane ein neues zu schenken. Doch ihr Körper wehrt sich, stößt wieder und wieder die fremde Haut ab. Und auch Christiane selbst sehnt sich nach der Freiheit einer eigenen Identität.

Wilke Weermann wird diesen Stoff neu befragen: Was lauert in den blinden Flecken des männlichen Blicks? Welche Macht kann eine Protagonistin erlangen, der jedes Wort von einem Mann in den Mund gelegt wurde? Und wo sitzt er, der eigentliche Horror, wenn doch der Schrecken der Schauspielerinnen selbst dann noch eine Fortsetzung erfahren kann, nachdem die Kameras lange abgestellt sind? »This is the girl«, sagt ein Mann zu einem weiteren in David Lynchs Film-Thriller »Mulholland Drive«. Und vielleicht sagt er damit mehr, als uns lieb ist.

Wilke Weermann, geboren 1992, ist Theaterregisseur und Autor. Für sein erstes Drama »Abraum« erhielt er 2016 den Hauptpreis des Münchner Förderpreises für deutschsprachige Dramatik. Seine Inszenierung von »Fahrenheit 451« wurde 2018 im Rahmen des Festivals »Radikal Jung« in München gezeigt.

2019 wurde Weermanns Stück »Angstbeißer« mit dem Hans-Gratzer-Stipendium ausge- zeichnet, 2021 sein Stück »Hypnos« beim Autor*innen- Wettbewerb des Heidelberger Stückemarkts nominiert. Seit 2018 wird Wilke Weermann im Rahmen des FORUM Text von uniT gefördert. Seine Arbeiten führten ihn u. a. ans Staatstheater Kassel und das Deutsche Theater Berlin. »Augen ohne Gesicht«, eine Auftragsarbeit für die sparte4, ist seine erste Inszenierung am Saarländischen Staatstheater.

Veranstaltungsdetails

Art:
Theater
Ort:
sparte4
Ecke Stengelstraße
Eisenbahnstraße 22
66117 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 9590 571
Internet:
http://www.sparte4.de
Internet:
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Datum:
18.09.2021 - 20:00 Uhr
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