Künstlerwettbewerb "Denkmal Synagogenvorplatz"

Künstler/-innen können Projektentwürfe zum Wettbewerb "Denkmal Synagogenvorplatz Saarbrücken - Namentliches Gedenken an die deportierten und ermordeten saarländischen Jüdinnen und Juden” einreichen. Frist: 6. September 2019.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken und das Saarland möchten in Form eines permanenten Denkmals an die Deportation und Ermordung der saarländischen Jüdinnen und Juden erinnern. Zum Gedenken auch an die Namen der Opfer soll auf dem Vorplatz der Synagoge in Saarbrücken ein Gedenkort entstehen.

Dazu gibt es einen offenen, anonymen Künstler/-innenwettbewerb. Ausgelobt wird dieser durch die Landeshauptstadt Saarbrücken, vertreten durch den Dezernenten für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Umwelt, Thomas Brück, sowie den Baudezernenten, Prof. Heiko Lukas.

Bezugsrahmen und Aufgabenstellung

Den inhaltlichen Rahmen bildet eine aktualisierte Deportationsliste, die heute circa zweitausend Namen umfasst. Teil der Aufgabe ist es, neben dem Namen gegebenenfalls auch Geburtsnamen, Geburts- und Todesdatum und die Deportationsorte, die als Synonym für den Holocaust stehen, zu benennen.

Das Denkmal soll die Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung dieser Mitbürger und Mitbürgerinnen wach halten. Der stark frequentierte Vorplatz der Synagoge in der Lortzingstraße eignet sich auf besondere Weise dazu.

Auf dem Synagogenvorplatz steht eine klar definierte Fläche für die Gestaltung zur Verfügung. Eine Einbeziehung der Steinbekleidung der Fassade der Synagoge ist nach denkmalrechtlicher Einschätzung möglich. Vis à vis bildet eine Reihe von Betonbänken die massive Abgrenzung zum Beethovenplatz. Eine Überformung ist hier zulässig.

Umsetzung und Fachjury

Ziel ist es, nach dem Wettbewerb einen der prämierten Entwürfe binnen Jahresfrist zu realisieren.

Über die Entwürfe entscheidet eine Jury, die am 26. September tagt und sich aus Fach- und Sachjuror/-innen zusammensetzt. Als externe Fachjuror/-innen nehmen unter anderem an der Jurysitzung teil: Prof. Dr. Wolfgang Benz (Historiker, Berlin), Prof. Dr. Salomon Korn (Architekt, Frankfurt) und Dr. Christiane Twiehaus (Wissenschaftliche Referentin, Köln).

Zur Realisierung des Entwurfes steht insgesamt ein Budget von 345.000 Euro zur Verfügung.

Als Preise für den Wettbewerb werden ausgeschüttet:

  • 1. Preis 15.000 Euro
  • 2. Preis 10.000 Euro
  • 3. Preis 5.000 Euro
  • Ankäufe 5.000 Euro

Das Preisgeld für den Siegerentwurf wird im Falle der Realisierung des Entwurfs auf das Künstlerhonorar angerechnet.

Kolloquium für interessierte Künstler/-innen

  • Am Freitag, 12. Juli, ab 11 Uhr findet in der Stadtgalerie ein Kolloquium für interessierte Künstler und Künstlerinnen statt. 
  • Anschließend findet eine gemeinsame Begehung des Synagogenvorplatzes statt.

Teilnahmebedingungen

Jeder Teilnehmer darf nur einen künstlerischen Entwurf einreichen. Die Arbeiten sind ungefaltet und gerollt einzureichen. Der Darstellungsmaßstab ist anzugeben. Format: maximal 3 x DIN A0 oder DIN A1 hochkant, zusätzlich im PDF-Format. Bei Media-Arbeiten in adäquater Form. Räumliche Darstellungen/Perspektiven sind zulässig.

Eingesandte Entwürfe und gegebenenfalls Modelle können innerhalb von vier Wochen nach der Jurysitzung abgeholt werden. Ausgenommen hiervon sind die prämierten Wettbewerbsarbeiten, die Eigentum des Auslobers unter Beachtung der urheberrechtlichen Bestimmungen werden.

Der Entwurf muss folgende Unterlagen in einfacher Ausfertigung in deutscher oder englischer Sprache enthalten:

  1. Kunst-/Materialkonzept (maximal 2 DIN A4-Seiten) / detaillierte Angaben zum Objekt mit Lageplan, Zeichnungen und/oder Anschauungsmodell. Eine plausible Quantifizierung des Platzbedarfes der Namen.
  2. Eine Kostenschätzung inklusive künstlerischem Honorar und Herstellungskosten in nachvollziehbarer Form.
  3. Verfassererklärung zur Autorschaft des Kunstwerks in einem verschlossenen Umschlag. Die Arbeiten sind mit einer sechsstelligen Zahl zu anonymisieren.

Der Auslober haftet nicht für den Verlust oder die Beschädigung der eingesandten Entwürfe und Modelle.

Projektentwürfe bis zum 6. September einreichen bei:

K8 Institut für strategische Ästhetik gGmbH

Ufergasse 2
66111 Saarbrücken

Hintergrund

Ein permanent im öffentlichen Raum sichtbares namentliches Gedenken fehlt bis heute. Diesem Defizit will die Landeshauptstadt Saarbrücken auf der Grundlage eines Stadtratsbeschlusses vom 5.Oktober 2016 abhelfen und ein würdiges, die vorhandenen Erinnerungsformen sinnvoll ergänzendes und zeitgemäßes Denkmal an der Synagoge schaffen.

Die Maßnahme steht im weiteren räumlichen Zusammenhang mit dem 2013 neu gestalteten Rabbiner-Rülf-Platz. Inhaltlich wird die Singularität des Holocausts dargestellt, mit dem namentlichen Gedenken an den einzelnen Menschen und eingedenk der großen Zahl von Opfern.

Dokumente zum Download