Saarbrücker Sommermusik

Die Saarbrücker Sommermusik ist eine kostenlose Konzertreihe mit hohem Anspruch, die Kunstvermittlung mit Volksfestcharakter kombiniert. 

shutterstock/Davizro Photography

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Die Veranstaltungsreihe verbindet jeden Sommer einen literarisch-philosophischen Themenkomplex mit der Musik einer bestimmten Epoche. Theodor Storm, die Musik im Umfeld von Johannes Brahms und die Thematik Abschied und Melancholie stehen im Mittelpunkt der Sommermusik 2019.

Die Spielstätten der Sommermusik sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt und haben unterschiedliche Charaktere, die den jeweiligen Aufführungen entgegenkommen. Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.

"Vernehmlich werden die Stimmen, die über der Tiefe sind."
Theodor Storm

 

 

Kammermusik trifft auf Jazz

Neben ihren Komponistenschwerpunkten konzentriert sich die Sommermusik immer auf bestimmte Instrumente beziehungsweise Instrumentenkonstellationen. 

Die Saarbrücker Sommermusik will Zusammenhänge zwischen Jazz und Kammermusik aufzeigen. Das Festival wird immer von zahlreichen Uraufführungen begleitet. Daneben gibt es kleine Musiktheaterperformances.

Die Saarbrücker Sommermusik präsentiert in diesem Jahr wieder ein dicht gewebtes Musikprogramm vieler unterschiedlicher Ensembles, deren Musiker aus der Region, aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland kommen.

Die Reihe bietet auch immer ein Podium für die Saarbrücker Musikszene, die hier ihre Produktionen vorstellen kann – eine Unterstützung und Förderung für die freie Szene in der Landeshauptstadt.

Theodor Storm liefert literarischen Stoff für die Sommermusik 2019

  • Lyrik und Märchen von Theodor Storm als Grundlage

    Der Dichter Theodor Storm mit seinem schwermütigen lyrischen Werk, das einige der schönsten deutschsprachigen Gedichte enthält, und seinen teilweise resignativen Erzählungen und Novellen, aber auch seinen phantastischen Märchen steht beispielhaft im Zwischenreich an der Schwelle zur Moderne.

    Die großen Themenbereiche Abschied und Melancholie prägten besonders die Kunst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

    In einer Zeit, in der man spürte, dass eine Epoche zu Ende geht, lag dieses Gefühl wie eine Vorgewitterstimmung in der Luft. Sie entlud sich Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Ästhetische und wissenschaftliche Erneuerungen setzten sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts mehr und mehr durch. Auch die politischen Eliten, die meist noch von feudaler Herkunft waren, wurden in Frage gestellt.

    Besonders Intellektuelle und Künstler reagierten darauf mit Verunsicherung. Einerseits schaute man zurück und wollte das Alte bewahren, andererseits beförderte man Ideen des revolutionären Aufbruchs. Der nüchterne Blick des Realismus und die Traumwelten der späten Romantik verbanden sich in einzigartiger Weise.

  • Johannes Brahms – der moderne Bewahrer

    Johannes Brahms, wie Storm von norddeutscher Herkunft, ist einer der wichtigsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Im Gegensatz zu seinem Antagonisten Richard Wagner, der die „Neue Musik“ des 20. Jahrhunderts insbesondere mit seinen harmonischen Erneuerungen, aber auch mit seinem Aufbrechen der dramaturgischen Konventionen im Musiktheater „erfunden“ hat, galt Brahms seinen Zeitgenossen eher als bewahrend und rückwärtsgewandt, weil er die klassischen Formen nicht loslassen wollte.

    Erst Arnold Schönberg hat in seinem Traktat über Brahms‘ Musik nachgewiesen, wieviel Modernität in dessen genialer Variationstechnik verborgen ist. Brahms ist der ideale Protagonist für dieses ambivalente Lebensgefühl des späten 19. Jahrhunderts und ein Beispiel dafür, wie ein scheinbar Bewahrender die Kunst reformieren kann. Zumal sich auch seine Musik, ebenso wie Storms Literatur, durch eher schwermütige und resignative Emotionen auszeichnet.

  • 2019: Brahms, Schumann, Dvořák treffen auf Wolf und Liszt

    Die Sommermusik 2019 präsentiert dem Publikum die Musik von Johannes Brahms und von Komponistenpersönlichkeiten aus seinem Umfeld wie Schumann und Dvořák. Aber auch die Gegenbewegung, die „Zukunftsmusiker“ wie Wolf und Liszt erhalten einen Platz im diesjährigen Programm.

    Ein Anliegen der Sommermusik besteht in Neuentdeckungen von Komponisten, die vielen Zuhörern vielleicht noch unbekannt sind, weil der Konzertbetrieb sie über die Jahre vergessen hat. Das Publikum wird auch diesmal der Musik von Zeitgenossen, von Kollegen und Freunden Johannes Brahms‘ begegnen, die sonst eher selten auf den Programmblättern der Konzertveranstaltungen auftauchen.

    Obwohl die Saarbrücker Sommermusik immer Komponisten historischer Musik in den Fokus rückt, ist das Festival auch ein Podium der zeitgenössischen Musik, das sich besonders Uraufführungen widmet.

  • Kooperationspartner

    Für die Reihe kooperiert die Landeshauptstadt Saarbrücken mit der evangelischen Kirchengemeinde Saarbrücken Ost, der Synagogengemeinde des Saarlandes, der Stadtgalerie Saarbrücken, dem Amt für Stadtgrün und Friedhöfe, dem Kleinen Theater im Rathaus, dem Theater im Viertel, der Musikschule Saarbrücken, der Kettenfabrik, der Kirche der Jugend eli.ja, dem Kino achteinhalb, der VHS Saarbrücken, dem Saarländischen Rundfunk, der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz sowie dem Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes (Pingusson-Gebäude).

Programm im August

Hier finden Sie das Programm der Sommermusik 2019 für den Monat August.

Programm im September

Hier finden Sie das Programm der Sommermusik 2019 für den Monat September.

Pressefotos zur Sommermusik

Pressefotos stehen für redaktionelle Zwecke unter Angabe der jeweiligen Quelle kostenfrei zur Verfügung.