Bildungswerkstatt

Auf der Grünen Insel Kirchberg in Malstatt soll eine Bildungswerkstatt gebaut werden. Als Quartiersbildungszentrum wird die Bildungswerkstatt die Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen im Unteren Malstatt bei der Bildungsarbeit unterstützen.

Sprachcamp Kirchberg

Sprachbildung in Corona-Zeiten

Sommercamp Kirchberg - Lena Reichhart

Sommercamp Kirchberg - Lena Reichhart

Sommercamp Kirchberg - Lena Reichhart

Selten ist so deutlich geworden wie unter den Bedingungen von Corona, dass Bildungschancen ungleich verteilt sind. Während des Lockdowns sind viele Schülerinnen und Schüler um Monate zurückgeworfen worden. Gerade wenn es um Sprachbildung geht, heißt es jetzt, möglichst schnell wieder aufzuholen. Das Projekt Bildungswerkstatt führt deshalb vom 6. bis 17. Juli auf dem Kirchberggelände ein Sommercamp durch, bei dem für vierzig Schülerinnen und Schüler intensive Sprachbildung stattfindet. Überwiegend im Freien werden vormittags jeweils ein Tandem aus Sprachförderkraft und Studierenden aus dem Fachbereich Deutsch als Zweitsprache an der Saar-Uni in kleinen Gruppen arbeiten. Nach einem gemeinsamen Mittagessen gibt es nachmittags Freizeit- und Spielangebote. Parallel findet ein Elterncafé und in der zweiten Woche ein Sprachangebot für Eltern statt.

Das Projekt wird möglich durch eine enge Kooperation zwischen der Landeshauptstadt Saarbrücken, dem Paritätischen Bildungswerk, dem Integrationsmanagement Malstatt der AWO, den Grundschulen Kirchberg und Wallenbaum, der Zukunftsarbeit Molschd, dem Stadtteilbüro Malstatt, dem Lehrstuhl Deutsch als Fremd-/Zweisprache und vielen weiteren Mitwirkenden. Ansprechpartnerinnen sind Lena Reichhart (AWO, Organisation; lena.reichhart@lvsaarland.awo.org) und Yvonne Symonds (Paritätisches Bildungswerk, fachliche Leitung; yvonne.symonds@uni-saarland.de). 

Bildungswerkstatt Exposé (Grafik: LHS) - LHS

Bildungswerkstatt Exposé (Grafik: LHS) - LHS

Bildungswerkstatt Exposé (Grafik: LHS) - LHS

Auf der Grünen Insel Kirchberg in Malstatt soll eine Bildungswerkstatt gebaut werden. Der Stadtrat hat dazu, nach ausführlicher Beratung in den Fachausschüssen und dem Bezirksrat Mitte, am 5. Februar einstimmig einen Grundsatzbeschluss gefasst.

Breites Angebot zur Sprachbildung in der künftigen Bildungswerkstatt

Als Quartiersbildungszentrum wird die Bildungswerkstatt die Schulen, Kitas und sozialen Einrichtungen im Unteren Malstatt bei der Bildungsarbeit unterstützen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Sprachbildung. Zum Kernangebot sollen unter anderem Sprachtraining für Kinder und Erwachsene unterschiedlicher Altersgruppen, Fachberatung und Fortbildung in Deutsch als Zweitsprache und Umgang mit Mehrsprachigkeit sowie Elternseminare gehören.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz: „Die Bildungswerkstatt wird einen wichtigen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in Malstatt leisten. Hier können zukunftsweisende pädagogische Konzepte entwickelt und erprobt werden. Denn das macht den Charakter einer Werkstatt aus: Es ist ein Ort, an dem die Pädagogen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern innovative Ansätze ausprobieren können. Was sich bewährt, kann auch über Malstatt hinaus pädagogische Ideen für die Praxis liefern.“

"Die Bildungswerkstatt soll ein Leuchtturmprojekt für Malstatt werden."
Oberbürgermeister Uwe Conradt

Beteiligung der Akteure vor Ort von Beginn an

Seit April 2018 haben rund vierzig Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Schulen, Kitas, sozialen Einrichtungen und Vereinen in drei Workshops und einem Planspiel erste Ideen für das Raumkonzept entwickelt. Die Ergebnisse sind in einem Exposé anschaulich aufbereitet worden. Während der Phase der Bauplanung sollen bis 2021 weitere Beteiligungsschritte erfolgen, um partnerschaftlich das pädagogische Konzept der Bildungswerkstatt zu entwickeln. Parallel dazu werden Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern geführt, die sich in Entwicklung und Betrieb der Bildungswerkstatt einbringen möchten.

Hintergrund des Projekts sind die gestiegenen Kinderzahlen und die Vielfalt an Sprachen, sozialen Lagen und Bildungserfahrungen der Familien in Malstatt. Sie erfordern mehr als nur den räumlichen Ausbau der Bildungseinrichtungen. Baubeginn soll 2021 sein. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2024 geplant.

Der Entwicklungsprozess wird von einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe gesteuert. Im Plenum sind außerdem zahlreiche Institutionen aus dem Stadtteil und weitere Fachleute vertreten. Unterstützt wird der Prozess durch das Integrationsmanagement Malstatt, das bei der AWO angesiedelt ist. Die wissenschaftliche Begleitung hat die Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar übernommen.

Das Projekt wird finanziert mit zwei Millionen Euro aus der Städtebauförderung des Bundes in den Programmen Soziale Stadt und Investitionspakt für die Soziale Integration im Quartier. Eine Million Euro kommt aus dem städtischen Haushalt. Das Integrationsmanagement wird finanziert aus dem Investitionspakt für die soziale Integration im Quartier.

 

„Kopf, Herz und Hand“

Fachaustausch

Fachaustausch Bildungswerkstatt - Lena Reichhart

Fachaustausch Bildungswerkstatt - Lena Reichhart

Fachaustausch Bildungswerkstatt - Lena Reichhart

Beim regelmäßigen Afterwork-Fachaustausch werden Bausteine für das pädagogisches Konzept erarbeitet. Ziel des Fachaustausches ist die Konkretisierung von Projektideen im Sprachförderbereich. Dafür treffen sich Teilnehmer aus Schule und Kita, der VHS, dem Stadtteilverein und Quartiersprojekten. Sie haben Ideen entwickelt zu den Themen „Gemeinsam handlungsorientiert lernen“, „Sprachangebote für alle Generationen“, „Sport, Musik und Theater“ und „Selbsthilfe und Netzwerke“.

Exkursion nach Bremen

Lena Reichhart

Lena Reichhart

Lena Reichhart

Vom 6. bis 8.11.2019 hat eine Exkursion nach Bremen stattgefunden. Dort wurde das Quartiersbildungszentrum Gröpelingen besucht. Gröpelingen ist ähnlich wie Malstatt ein sehr junger Stadtteil mit hohem Migrationsanteil und viel Armut. Bildungserfolge der Kinder und Jugendlichen und ihrer Familien bzw. Zugänge zu Bildung zu ermöglichen ist die primäre Zielsetzung der Quartiersbildungseinrichtung.

Viele innovative Bildungsprojekte, insbesondere im Sprachbildungsbereich, wie zum Beispiel „Sprachbildendes Erzählen in der Grundschule“ oder „Family Literacy: Sprachen im Gepäck. Ein Projekt für Schulen, Kinder und Eltern“ wurden im QBZ entwickelt und finden schon seit einiger Zeit erfolgreich statt. Von diesen Erfahrungen kann auch die Bildungswerkstatt Malstatt, insbesondere bei der Konzeptionierung, profitieren.

Das Projekt Bildungswerkstatt wird gefördert von:

Ausblick

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung finden weitere Workshops statt. Nach der Videokonferenz zu "Bildung und Digitalisierung" mit Prof. Stefan Aufenanger folgt im Oktober eine digitale Fachtagung. Einen Vortrag und eine Expertise wird Prof. Ingrid Gogolin aus Hamburg im Herbst beisteuern.

Logo Städtebauförderung

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Investitionspakt Soziale Integration im Quartier

Bundesministerium des Innern

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Saarland