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UnternehmerInnen mit Migrationshintergrund

Laut KfW-Gründungsmonitor 2013 waren 8,9 % der Vollerwerbsgründungen 2012 Gründungen durch Nicht-EU-Ausländer, 6,7 % Gründungen durch EU-Ausländer.

Hier werden nur Gründungen durch Ausländerinnen und Ausländer erfasst. Die machen aber nur rund die Hälfte der Menschen mit Migrationshintergrund aus. Wenn man zusätzlich auch Spätaussiedler und Menschen mit deutscher und einer weiteren Staatsangehörigkeit hinzurechnet, dann gründeten Migranten laut Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in 2012 beinahe doppelt so häufig wie Menschen ohne Migrationshintergrund.

Ursache ist unter anderem, dass in vielen Herkunftsländern die Existenzgründung als Alternative zur Anstellung weitaus selbstverständlicher ist als in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, einen Unternehmer als Vorbild unter Freunden oder in der Familie zu haben, ist entsprechend groß.

Die Herausforderungen bei der Gründung sind allerdings etwas anders als für deutsche Gründer, es sind besondere Hürden zu überwinden.

Aufenthaltsrechtliche Voraussetzungen

Dabei gilt, dass Staatsbürger aus einem EU-Mitgliedsland (oder einem der EWR-Staaten oder der Schweiz) Freizügigkeit und Gewerbefreiheit genießen. EU-Ausländer brauchen keine Aufenthaltsgenehmigung und dürfen in Deutschland ein Unternehmen gründen.

Für Staatsbürger aus einem Nicht-EU-Staat, die ein Unternehmen gründen wollen gelten besondere Regelungen. Wenn Sie nach Deutschland einreisen wollen, um ein Unternehmen zu gründen, muss ein entsprechender Aufenthaltstitel bei der zuständigen Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland beantragt werden. Ausländer, die sich bereits in Deutschland aufhalten, erhalten Informationen über die Möglichkeit der Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit bei ihrer zuständigen Ausländerbehörde.

Wenn die ausländerrechtlichen Voraussetzungen geklärt sind, ist es besonders wichtig, Informationen zum Thema Existenzgründung zu sammeln, Beratungsangebote zu nutzen. Der Rat von Verwandten oder Freunden reicht in der Regel nicht aus. Beratungsstellen sind in den Herkunftsländern oft unbekannt und werden deshalb auch in Deutschland selten genutzt.

Spezielle Beratungsangebote

Nicht alle GründerInnen mit Migrationshintergrund beherrschen die deutsche Sprache gut. Lassen Sie sich in Beratungssituationen oder bei Behörden und Banken von Freunden oder auch einem Dolmetscher helfen.

Sollten Sie bei Ihren Gründungsvorbereitungen feststellen, dass Ihre Sprachkenntnisse nicht ausreichen, besuchen Sie einen Sprachkurs. Auch wenn Ihre Geschäftsidee vielleicht unmittelbar mit Ihrem Migrationshintergrund zusammenhängt und viele Ihrer Kunden Ihre Sprache sprechen, helfen Ihnen Kenntnisse der deutschen Sprache im Alltag beim Umgang mit deutschen Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern.

Gründungsplanung

Beginnen Sie erst, wenn Ihre Vorbereitungen abgeschlossen sind. Beratung, Businessplan, Kontakt zu Banken wegen evtl. Fördermöglichkeiten oder Krediten, Anmeldungen und Genehmigungen sind nur einige Punkte, die Sie vor einer Gründung erledigen sollten. Formalitäten, die zu spät erledigt werden, können zu Verzögerungen, finanziellen Nachteilen oder sogar Strafen führen.

Über vorgeschriebene Anmeldungen und Genehmigungen werden Sie von Ihrer zuständigen Kammer ausführlich informiert.