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Christina Kubisch: Electrical Moods

Christina Kubisch, interaktive Installation, Darmstadt,  (c) Christina Kubisch

Christina Kubisch, interaktive Installation, Darmstadt, (c) Christina Kubisch

Mit den Klanginstallationen der international agierenden Künstlerin Christina Kubisch (*1948 in Bremen) zeigt die Stadtgalerie Saarbrücken eine Pionierin der Klangkunst. Die Einzelausstellung vereint interaktive Induktionsarbeiten mit jüngsten Kabelinstallationen, Klangskulpturen und Lichträumen. Ihre „Electrical Walks“ machen darüber hinaus die Klanglandschaft des Saarbrücker Stadtraums erfahrbar.

Eine quietschende Tür, die mit einem dumpfen Schlag ins Schloss fällt. Dann übereinander gelagertes, gedehntes Knarren – ein verspieltes Ineinander knarzender Scharniere, dunkles Brummen, Rattern, das sich als Motorradknattern zum Crescendo steigert, um in die musikalische Komposition eines Akkordeons überzugleiten.

Oder, ein akustischer Raum voller Vogelstimmen, Waldgeräusche – quaken, zirpen, zwitschern, flirren, piepen, trillern und pfeifen – scheinbar natürliche Laute, die jedoch so mit elektronischen Geräuschen durchsetzt sind, dass sich über kurz oder lang die Erkenntnis einstellt, dieses Klangspektrum könnte elektroakustisch erzeugt sein.

Es ist die Welt der Klangkünstlerin Christina Kubisch, die schon Ende der 1970er Jahre mit elektromagnetischer Induktion experimentierte und mittels Telefonverstärkern ein System für ihre Klanginstallationen entwickelte, in dem die Partizipation der Besucher eine entscheidende Rolle spielte.

Schon diesen frühen Arbeiten lag die Idee zugrunde, Dinge hörbar zu machen, die außerhalb unserer normalen Wahrnehmung liegen. Dafür ließ Kubisch Räume entstehen, in denen sich das Publikum mit kabellosen Hörwürfeln frei bewegen konnte, um eine jeweils eigene Version der Klangspektren wahrzunehmen, die von den Kabelinstallationen im Raum aktiviert wurden.

Der Klang der Stille

Ein weiteres Kernthema, das ihre Arbeit wie ein roter Faden durchzieht, ist die Stille. Dabei geht es der Künstlerin darum, in einem ungestörten Environment subtile Klänge und Töne erfahrbar zu machen und auch eine gedankliche Auseinandersetzung mit der Idee der Stille anzustoßen, wie in den Sonagrammen von „Analyzing Silence“.

Eine weitere zentrale Werkserie, die besonders im Fokus der Ausstellung steht, sind die sogenannten „Electrical Walks“ – Stadtspaziergänge, auf denen die Besucher den Geräuschen elektromagnetischer Stromfelder begegnen, die im Stadtraum omnipräsent und aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken sind. 

Dabei stoßen die Ausstellungsbesucher auf eine Vielzahl an Quellen elektroakustischer Geräusche, die Kubisch über hochsensible, kabellose Kopfhörer wahrnehmbar macht: Smartphones, Lichtschranken, WLAN-Netze, Straßenbahnen, Bankautomaten, Überwachungskameras, Werbeleuchtkästen, Antennen, Kabelleitungen und Stromkästen. Als unsichtbares und (eigentlich) unhörbares Netz überziehen sie die Städte, wobei jeder Ort sein eigenes, individuelles akustisches Profil aufweist. Das lässt sich bei einem realen „Electrical Walk“ durch Saarbrücken selbst erleben.

Weitere Informationen

Die Ausstellung ist vom 8. Feburar bis 12. Mai zu sehen, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 12 bis 18 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen, 11 bis 18 Uhr

Veranstaltungsdetails

Art:
Ausstellung
Datum:
12.02.2019 - 12:00 Uhr bis 12.02.2019 - 18:00 Uhr
Weitere Termine anzeigen
Ort:
Stadtgalerie
St. Johanner Markt 24
66111 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 905-1842
Internet:
http://www.stadtgalerie-saarbruecken.de

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