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Ringvorlesung zur Provenienzforschung

Vorlesung. Foto: Photographee.eu, Fotolia.com

Nach wie vor ist die Herkunft vieler Werke, die auf dem internationalen Kunstmarkt gehandelt werden, unklar. Handelt es sich um NS-Raubkunst? Wem gehören heute die Kunstwerke, die in der Kolonialzeit aus den Kolonien entwendet wurden? Solchen Fragen geht eine Ringvorlesung des Instituts für Kunstgeschichte der Saar-Uni und der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz auf den Grund. Sie ist mit hochkarätigen Gastrednern wie beispielsweise Hermann Parzinger, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, besetzt.

Provenienzforschung stellt ein zentrales Feld heutiger Museumsarbeit dar. Welche Geschichte steckt hinter einem Kunstwerk oder einem Sammlungsobjekt? Wem hat es im Laufe der Jahre und bisweilen Jahrhunderte gehört? Insbesondere Kunstwerke, die die Nationalsozialisten ihren Eigentümern unter Zwang abgenommen haben oder Raubkunst, die von den Siegermächten entwendet wurde, stellen heikle Sonderfälle dar, die die Forscher oft vor komplexen juristische Probleme stellen und sie bisweilen mit berührenden persönlichen Schicksalen konfrontieren.

Aber auch historisch gewachsene archäologische und ethnologische Sammlungen des 19. Jahrhunderts erfordern die Erforschung ihrer früheren Besitzverhältnisse. Namhafte Experten wie Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Andreas Hüneke von der Forschungsstelle „Entartete Kunst“ der Freien Universität Berlin geben Einblicke in Themen wie Beutekunst in Russland und von den Nationalsozialisten verfemte Künstler im Dritten Reich. 

Zur Auftaktveranstaltung spricht Hermann Parzinger über „Beutekunst – kriegsbedingt verlagerte Kunst- und Kulturgüter in Russland: Geschichte und Potentiale“. Die weiteren Vorträge finden in unregelmäßigen Abständen ebenfalls mittwochs um 18 Uhr in der Schlosskirche statt. 

Alle Termine auf einen Blick


4. Oktober: Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Hermann Parzinger, Stiftung Preußischer 
Kulturbesitz, Berlin: Beutekunst – kriegsbedingt verlagerte Kunst- und Kulturgüter in
Russland: Geschichte und Potentiale 

18. Oktober: Maité Schenten M.A., Saarlandmuseum Saarbrücken: „Bilder haben komplizierte Schicksale wie Menschen.“ Einblicke in die Privatsammlung Kohl-Weigand im Saarlandmuseum

29. November: Dr. Bernd Mohnhaupt, Universität des Saarlandes: Von Gurlitt zu Marlitt – Überlegungen zum Boom der Provenienzforschung 

6. Dezember: Dr. Andreas Hüneke, Freie Universität Berlin: „Entartete Kunst“ – ein Sonderfall der Provenienzforschung 

13. Dezember: Prof. Dr. Gabriele Clemens, Universität des Saarlandes: Das Schicksal römischer Adelssammlungen und die Provenienzforschung des Getty Research 
Institut (Los Angeles)

10. Januar: Dr. Laura Puritani, Staatliche Museen zu Berlin - Antikensammlung: 
Eigentümer unbekannt. Auf den Spuren des Fremdbesitzes in der Berliner 

24. Januar: Dr. Hilke Thode-Arora, Museum Fünf Kontinente München: Alles nur geklaut? Provenienzforschung zu ethnografischen Objekten aus der Kolonialzeit 

7. Februar: Sabine Scherzinger M.A./Julia Schmidt M.A., Johannes-Gutenberg-Universität Mainz: Überreste einer verschollenen Institution - Die Bücher aus der 
ehemaligen Kunsthistorischen Forschungsstätte in Paris (1942-1944) in Mainz

Weitere Informationen

Die Vortragsreihe beginnt am 4. Oktober in der Schlosskirche Saarbrücken. Der Eintritt ist frei.

PD Dr. Salvatore Pisani 
Institut für Kunstgeschichte 
s.pisani@mx.uni-saarland.de   
Tel. +49 681 3023317

Besucherservice Saarlandmuseum
Tel. +49 681 9964234, 
service@saarlandmuseum.de

Veranstaltungsdetails

Art:
Wissenschaft / Unikultur
Datum:
24.01.2018 - 18:00 Uhr
Weitere Termine anzeigen
Ort:
Schlosskirche Saarbrücken
Am Schlossberg 6
66119 Saarbrücken
Telefon:
+49 681 9964-234
Internet:
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