Umbau Ludwigsparkstadion

Der Umbau des Ludwigsparkstadions soll bis Februar 2020 komplett abgeschlossen sein, seit Januar 2018 gehen die Arbeiten weiter, wichtige Ausschreibungen laufen.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken plant, den Umbau des Ludwigsparkstadions bis Februar 2020 zum Abschluss zu bringen. Seit September 2017 hat der Gebäudemanagementbetrieb (GMS) der Landeshauptstadt weitere Aufträge vergeben, im Oktober wurde das Büro Wenzel&Wenzel mit der Bauleitung beauftragt. Das Büro hat inzwischen einen optimierten Bau- und Zeitenplan für den Umbau des Stadions erarbeitet. Nach den Planungen soll das Stadion bis Februar 2020 fertig sein. Den geplanten Bauablauf bis zum fertigen Stadion zeigen die folgenden Grafiken.

Arbeiten hinter der Nordtribüne sowie zur Kampfmittelsondierung im Bereich der Westtribüne laufen

Hinter der Nordtribüne haben wie geplant im Januar 2018 die Arbeiten zum Rückbau und zur Sicherung des Hangs begonnen. Dadurch werden Flächen gewonnen, die für die Feuerwehrumfahrung notwendig sind. Außerdem werden in diesem Bereich voraussichtlich ab Ende 2018/Anfang 2019 die Gebäude für die Kioske und die WC-Anlagen errichtet.

Zur Herstellung der Flächen müssen die beauftragten Firmen auf einer Fläche von circa 3000 Quadratmetern rund 3500 Kubikmeter Erd- und Felsmassen ausheben, entsorgen beziehungsweise verschieben. Anschließend wird der Hang hinter der Nordtribüne mit einer Spritzbetonwand auf einer Länge von rund 81 Metern abgefangen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende April. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 360.000 Euro. 

Untersuchung nach Kampfmitteln im Bereich der Westtribüne

Die künftige Westtribüne wird aufgrund der Bodenverhältnisse auf Pfählen gegründet. Diese Pfähle mit einem Durchmesser von 0,6 bis 0,8 Meter werden bis zu 15 Meter tief in den Boden gebohrt und mit Beton ausgegossen. Sie dienen als Fundament der Westtribüne.

Um diese Pfahlgründung gefahrlos durchführen zu können, muss zuvor der Boden in gleicher Tiefe auf Kampfmittel untersucht werden. Daher wurden Ende Februar an 30 Bohrpunkten im Bereich der künftigen Pfähle schlanke Borlöcher hergestellt und der Boden mit Sensoren auf Kampfmittel untersucht. 

Bei den Bohrungen sind durch die Sensoren Ausschläge auf Metallgegenstände aufgetreten. Daher wird nun der Grund genauer untersucht wird, um eine Kampfmittelfreigabe durch die Fachfirma zu erhalten. Derzeit wird entlang der Bohrpunktachsen das Erdreich abgetragen. Der Zeitplan für den Bau der Westtribüne ist dadurch nicht beeinträchtigt, da die Arbeiten voraussichtlich rechtzeitig vorher abgeschlossen sein werden.

So geht es weiter

Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat wie geplant am 22. Februar 2018 wichtige Ausschreibungen für den Umbau des Ludwigsparkstadions auf dem Ausschreibungsportal der EU auf den Weg gebracht. Zentral ist die Ausschreibung für den Rohbau des Funktionsgebäudes, das Herz des neuen Stadions. Mitte Mai soll es mit dem Bau des Gebäudes losgehen.

Außerdem hat die Stadtverwaltung die Vergaben für den Abbruch des Unterrangs der Nordtribüne sowie für die beiden Aufzüge im Funktionsgebäude veröffentlicht. Darüber hinaus soll am 27. Februar 2018 die vorlaufende Kampfmittelerkundung für die Bohrpfahlgründung der Westtribüne beginnen.

Zeitgleich mit dem Bau des Funktionsgebäudes läuft dann der Abbruch des Unterrangs der Nordtribüne. Kurz darauf starten die Arbeiten an der Westtribüne und ab Juli für die Osttribüne zur Saarlandhalle hin, so dass ab Mitte 2018 bereits an allen Tribünen gearbeitet wird. Die derzeitige Planung sieht die Fertigstellung der Funktionsgebäude sowie der Süd-, West- und Osttribüne inklusive der Außenanlagen für Februar 2020 vor. 

Zudem haben die Gremien über eine Nachfinanzierung von 8 Millionen Euro im Nachtragswirtschaftsplan von GMS beraten, eine Entscheidung erfolgte am 26. September im Stadtrat. Anschließend musste das Innenministerium das Kreditvolumen genehmigen.

Im Juni hatte der zuständige städtische Werksausschuss mit breiter Mehrheit beschlossen, Aufträge für die nächsten Planungsphasen mit einem Volumen von rund 740.000 Euro zu vergeben. Zudem hatte der Ausschuss beschlossen, weiterführende Planungsleistungen mit einem Auftragsvolumen von rund 1,1 Millionen Euro EU-weit auszuloben. Vor dieser Entscheidung hatte die Landeshauptstadt zunächst mit dem Land die Frage einer möglichen Finanzierung der Mehrkosten über einen Sonderkredit erörtert. Das Kabinett hatte seine Zustimmung erteilt.

Weitere Informationen

Die Landeshauptstadt setzt mit ihrem Vorgehen die Vereinbarungen aus dem Workshop zum Ludwigsparkstadion um, der am 18. Mai 2017 stattgefunden hatte. Teilnehmer waren die wesentlichen Projektbeteiligten: Vertreter der Landes, Vertreter der Landeshauptstadt, der Fraktionen des Stadtrates, des Aufsichtsrates der Stadiongesellschaft, des Planungsbüros gmp und des 1. FC Saarbrücken als voraussichtlichem Hauptmieter. Die Teilnehmer hatten sich darauf verständigt, dass die vorliegenden Planungen zum Umbau des Stadions vorangetrieben werden sollen – mit dem Ziel, ein funktionsfähiges und zukunftsfähiges Stadion für die Landeshauptstadt und das Saarland zu realisieren. Dabei soll die Planung die bereits erfolgte Baugenehmigung nicht gefährden. Das Thema 'Spielbetrieb während des Stadionumbaus' wurde seinerzeit vom 1. FC Saarbrücken nicht angesprochen.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz: „Die Kostensteigerung hat den Umbau des Ludwigsparkstadions zum Stocken gebracht und viele Fragen aufgeworfen. Wir konnten nach sachlichen und konstruktiven Diskussionen schließlich mit allen Beteiligten einen breiten Konsens darüber erreichen, wie wir die Arbeiten fortführen wollen. Das ist der richtige Weg. Wir verhindern einen dauerhaften Baustopp, der nur zu weiteren nicht kalkulierbaren Kosten geführt hätte. Ein konkurrenzfähiges Ludwigsparkstadion ist aus sportpolitischen Gründen für das Land und für die Entwicklung der Landeshauptstadt insgesamt wichtig.“

Während des Workshops wurden auch verschiedene Optimierungsmöglichkeiten, zum Beispiel hinsichtlich der Vermarktbarkeit, diskutiert. Im weiteren Verlauf werden diese auf ihre Machbarkeit überprüft und zwischen den Beteiligten nochmals besprochen. Parallel sollen in den weiteren Planungen alle Kostenoptimierungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.

(Stand: 14. April)

Die Abrissarbeiten im Zeitraffer

Die Abriss- und Erdarbeiten im Ludwigsparkstadion sind abgeschlossen: Dort, wo früher die Haupttribüne stand, liegen jetzt eine fertig vorbereitete Baugrube für das Funktionsgebäude und die neue Haupttribüne.

Das folgende Video zeigt den Ablauf der Arbeiten im Zeitraffer - zusammengefasst aus mehr als 30.000 Einzelfotos, die im 10-Minuten-Takt aufgenommen werden.

Der Abriss des alten Stadions im Zeitraffer

Im Bereich der ehemaligen Westtribüne mit dem Marathontor ist bis zum Kassenvorplatz eine große, freie Fläche entstanden. Hier sieht die Planung die neue Westtribüne mit dem Gästefanbereich sowie die Multifunktionsfläche für Gästebusse, Übertragungswagen und Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst vor.

Auf der Ostseite zur Saarlandhalle ist alles für den Bau der neuen Heimfantribüne vorbereitet. Der aus rund 14.000 Kubikmetern Material gebaute Erdwall lässt bereits die Konturen der neuen Tribüne erkennen.

Eckpunkte der Planung im Überblick

Eine detaillierte Beschreibung der Planungsinhalte und des städtebaulichen Konzeptes steht im rechten Bereich zum Download bereit.

Eckpunkte sind:

  • Erhalt der städtebaulichen Bedeutung des Stadions (prägende Elemente der Nordtribüne und Lichtmaste)
  • Entwicklung eines homogenen Gesamtbildes durch:
    • Schaffung einer durchgängigen Umgangsebene
    • gleiche Dimensionierung aller neuen Tribünenbauwerke in der Höhe
    • gleiche Breiten der Hintertortribünen Ost und West
    • gleiche Höhen der neuen Dachkonstruktionen Haupt-, Ost- und Westtribüne
    • Vereinheitlichung der Tribünen hinsichtlich Materialität, Struktur, Gestaltung
  • wesentliche Verbesserung der Lärmsituation
  • Reduzierung der Zuschauerkapazität von 35.000 Zuschauer auf rund 16.000 Zuschauer (in der „Basis“-Ausbaustufe – eine spätere Erweiterung auf 19.600 Zuschauer ist möglich)
  • Ordnung der Besucherströme durch Lenkung der äußeren Verkehrserschließung (Zuwegung) und Strukturierung der inneren Erschließung der Zuschauergruppen (Trennung der Fangruppen)
  •  Anwohnerschutz Rodenhof durch Parkbeschränkungen