Saarbrücken und die Flüchtlinge

Rund 1200 Flüchtlinge sind von Oktober 2013 bis Ende 2015 über die Landesaufnahmestelle Lebach nach Saarbrücken gekommen. Die Landeshauptstadt hat von Anfang an die Strategie verfolgt, die Flüchtlinge dezentral unterzubringen und möglichst keine größeren Konzentrationen in einzelnen Wohngebieten entstehen zu lassen.

Saarbrücker Willkommenskultur: Das Saarbrücker Sozialmanagement

Saarbrücker Willkommenskultur: Das Saarbrücker Sozialmanagement

So konnten viele Flüchtlinge in Wohnungen der städtischen Siedlungsgesellschaft in unterschiedlichen Stadtteilen einziehen, sowohl Familien als auch allein reisende Flüchtlinge, die als Wohngemeinschaften zusammen leben.

Seit September 2015 ist der Bestand an Siedlungswohnungen erschöpft. Die Stadt hat daraufhin zunächst leerstehende städtische Immobilien belegt. So dient etwa die ehemalige Grundschule Schafbrücke als Übergangsquartier. Außerdem wurden nach und nach kleinere und größere Objekte angemietet, in die Flüchtlinge schon eingezogen sind oder einziehen werden. Meist handelt es sich dabei um Bürogebäude oder auch um Wohnungen und Wohnhäuser, die von privaten Eigentümern angeboten wurden. Ein Arbeitsstab unter Federführung von Bürgermeister Ralf Latz organisiert die Bereitstellung von Wohnraum sowohl für den kurzfristigen Bedarf als auch mit Blick auf langfristige Planungen.

Zur Strategie der Stadt gehört es auch, die Einwohnerinnen und Einwohner frühzeitig zu informieren, wenn Flüchtlinge in der Nachbarschaft einziehen. So haben mehrere öffentliche Informationsveranstaltungen regen Zulauf gehabt.

Sehr erfreulich hat sich das bürgerschaftliche Engagement rund um die Gemeinschaftsunterkünfte und in der Landeshauptstadt insgesamt entwickelt. Schon früh hat das Netzwerk ANKOMMEN ehrenamtliche Strukturen der Flüchtlingshilfe aufgebaut, aber auch die Wohlfahrtsverbände, Kirchengemeinden, islamische Gemeinden, Gemeinwesenprojekte und Flüchtlingsinitiativen in den Stadtteilen – etwa in Altenkessel, Malstatt, Schafbrücke, Eschringen oder Ensheim – sind überaus aktiv, wenn es darum geht, Alltagshilfen zu organisieren und soziale Kontakte herzustellen.

Ein im Oktober 2015 eingerichteter Runder Tisch unter Federführung der Landeshauptstadt dient dazu, den Informationsaustausch und die Abstimmung unter den Akteuren in der Flüchtlingshilfe zu organisieren. Auch innerhalb der Stadtverwaltung stellt die Unterbringung und Integration der Flüchtlinge im Übrigen eine große Herausforderung dar. Mit einer großen Anstrengung und viel Engagement ist es bislang gelungen, diese Herausforderung ämter- und institutionenübergreifend zu meistern.