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Friedrich Pfordt (1900 – 1957) – KPD

Friedrich Pfordt wird am 18. Februar 1900 in Landsweiler/Reden geboren. 

Friedrich Pfordt

Friedrich Pfordt

Seit 1917 arbeitet er als Schlosser in den Neunkircher Eisenbahnwerkstätten und tritt in den Eisenbahnerverband ein. Während des Ersten Weltkrieges wird er als Lokomotivheizer eingesetzt. Ab 1920 besucht er die Eisenbahnerfachschule, darf den Beruf des Lokführers aber nicht ausüben, da eine Farbenblindheit festgestellt wird. Er ist Gewerkschaftssekretär des Eisenbahnverbandes, wird dort jedoch 1928 ausgeschlossen. 

Seit 1921 ist Pfordt Mitglied der USDP und seit 1923 der KPD. In der saarländischen Bezirksleitung (KPD BL Saar) wirkt er aktiv mit und wird 1930 Leiter der Kommunalabteilung. Im Juni 1929 beginnt er als Redakteur bei der Arbeiterzeitung, deren Chefredakteur er im August 1930 wird. 1929 rückt er für Philipp Daub in den Landesrat nach. Im November 1932 wird er zwar in den Saarbrücker Stadtrat gewählt, tritt sein Mandat jedoch nicht an, da er bereits im Dezember zu einer politischen Schulung nach Moskau reist. Pfordt ist das Gesicht der saarländischen KPD im Abstimmungskampf. Zusammen mit Max Braun zählt er zu den führenden Kräften der Einheitsfront.

Im Februar 1935 geht er nach Frankreich, wo er sich bis Ende April aufhält. In dieser Zeit führt er von Forbach aus zusammen mit Philipp Daub die illegale KPD im Saarland. Von Mai bis Dezember 1935 reist er wieder nach Moskau, wo er am VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationalen teilnimmt. Seit Januar 1936 hält er sich in Dänemark, Norwegen und Schweden auf, wo er 1943 von der schwedischen Sicherheitspolizei wegen antihitlerischer Tätigkeiten festgenommen und inhaftiert wird.

Nach verbüßter Strafe wird er in das Lager Smedsbo überführt. Nach dem Krieg kehrt er zurück ins Saarland. Er leitet von 1946 bis 1949 die „Mouvement pour le Rattachement de la Sarre à la France“ (MRS) und ist Mitherausgeber der „Neuen Saar“. 1952 ist er Mitbegründer der Saarländisch-Französischen Wirtschaftsunion „Freie Saar“. Friedrich Pfordt stirbt am 12. Oktober 1957 in Saarbrücken.