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Kultur-Kolumne

"Es gibt mehr Ding‘ im Himmel und auf Erden, als Eure Schulweisheit sich träumt." (William Shakespeare). Mysterien und geheimnisvolle Dinge stehen im Mittelpunkt der Spielzeit 2018 im Kleinen Theater.

Neue Spielzeit im Kleinen Theater beginnt

Die Verwandlung. (Foto: Figurentheater Maren Kaun)

Die Verwandlung. (Foto: Figurentheater Maren Kaun)

Mysterien und geheimnisvolle Dinge, das ist ein Sujet, das so recht für das Figurentheater gemacht ist. Denn diese Kunstform spielt gerne mit der Fantasie der Zuschauer. Darum hat Figurentheater ohnehin eine große Affinität zum Fantastischen und Symbolischen. Das Spiel mit Figuren ist ja schon von der Natur der Sache mit vieldeutiger Symbolik aufgeladen und vieles spielt sich in der Fantasie der Zuschauer ab, so können die Grenzen auch zu transzendenten Welten leicht überschritten werden.

Aber in der neuen Spielzeit geht es nicht nur um Mysterien im spirituellen Sinn, sondern auch um das Geheimnisvolle im Allgemeinen. Die Thematik der Stücke reicht vom „Mysterienspiel“ wie dem Jedermann von Hofmannsthal über Kriminalgeschichten oder Spuk- und Schauergeschichten bis hin zu Kafkas expressionistischer Erzählung „Die Verwandlung“.

Thomas Altpeter, der Leiter des  kleinen Theater im Rathaus, möchte die Zuschauer mit dem ganzen Spektrum des Figurentheaters bekannt machen. Und so wird die neue Spielzeit wieder ganz unterschiedliche Spielformen präsentieren. Die Stilistik reicht vom klassischen Marionettenspiel oder Handpuppentheater bis hin zum Schattenspiel oder der Performance. Es gibt Musiktheater, Schauspiel mit Figuren und traditionelles Puppentheater. Die Theatergruppen und Figurenspieler kommen aus den unterschiedlichen Regionen Deutschlands, aber auch aus Österreich, Frankreich und Großbritannien.

Auch in dieser Spielzeit will das kleine Theater den Blick darauf lenken, dass die traditionsreiche Kunst des Figurentheaters eine ganz eigenständige Sparte der Darstellenden Kunst ist, gleichberechtigt neben Schauspiel, Musik- und Tanztheater.

Es gibt inzwischen ein stetig wachsendes Interesse beim Publikum an den Vorstellungen des Kleinen Theaters, was sich besonders auch in den Abendvorstellungen zeigt, bei denen sich neben den wechselnden Besuchern stets auch eine kenntnisreiche Figurentheatergemeinde einfindet.

Die Stadt Saarbrücken hat hier inzwischen eine viel beachtete Institution geschaffen, die Kultur auf hohem Niveau für alle Bevölkerungsschichten anbietet. Die Produktionen und Gruppen, die hier eingeladen werden, gastieren zum Teil bei internationalen Festivals.

An den Samstagabenden werden wieder die Abendprogramme für Erwachsene gezeigt und an den Sonntagnachmittagen gibt es Vorstellungen für Kinder und Familien.

Bereits seit vielen Jahren arbeitet das kleine Theater in der Logistik mit dem Theater im Viertel (T.i.V.) zusammen.  Diese Kooperation wird auch in der kommenden Spielzeit fortgesetzt. Eine Vorstellung, das Stück „Rungholts Ehre“, des Kobalt-Theaters aus Lübeck, bei dem es um mittelalterlichen Kriminalfall geht, wird auch auf der etwas größeren Bühne des Theaters im Viertel am Landwehrplatz zu sehen sein.

Das Kleine Theater wird finanziell unterstützt von ZF und der Sparkasse Saarbrücken.

Eröffnet wird die Spielzeit am Samstag, 17. Februar, 19.30 Uhr, mit der originellen Inszenierung von Kafkas Verwandlung durch das Figurentheater Maren Kaun.

Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier