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Kolumne der Oberbürgermeisterin

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz schreibt in ihrer wöchentlichen Kolumne über wichtige Stadtthemen.

„Farbe bekennen für Vielfalt“ (21. Januar 2015)

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Saarbrücken ist eine Stadt, in der Kinder, Männer und Frauen aus rund 150 Nationen friedlich zusammenleben. In fast einem Drittel aller Saarbrücker Haushalte leben Menschen mit ausländischen Wurzeln. Zuwanderer aus aller Welt, ganz gleich ob Flüchtlinge, Arbeiter oder Studenten, sind hier willkommen. Immer wieder höre ich von Gästen, wie freundlich sie in unserer Stadt aufgenommen worden sind, wie offen die Menschen in Saarbrücken auf Fremde zugehen, wie hilfsbereit sie sind. Unsere Stadt ist geprägt von einer herzlichen Willkommenskultur. Wir setzen auf Vielfalt, denn nur so können wir alle Talente nutzen und Wachstum erreichen. In der Landeshauptstadt ist kein Platz für Fremdenhass und Rassismus. Das haben zuletzt die vielen Tausenden gezeigt, die unter dem Motto „Bunt statt braun“ auf die Straße gegangen sind – ein starkes Bekenntnis für Vielfalt und Solidarität, für das ich mich bei allen Demonstranten herzlich bedanken möchte. Ich war so stolz auf unsere Stadt.

Farbe bekennen für Vielfalt

Lassen Sie uns dieses Bekenntnis weitertragen! Dazu haben wir eine Idee entwickelt: Bei der Eröffnung des 36. Festivals Max Ophüls Preis am Montag habe ich Postkarten und Pins unter dem Motto „Farbe bekennen für Vielfalt“ vorgestellt. Das Motiv von Postkarte und Pin ist eine bunte Weltkugel, auf ihr sind die Grundfarben der Flaggen aller in Saarbrücken vertretenen Nationen abgebildet. Mit dem Pin an Ihrer Kleidung können Sie sich zu einer bunten Gesellschaft bekennen und ein Zeichen für Solidarität setzen. Und mit den Postkarten können Sie Freunden, Verwandten und Bekannten in Saarbrücken, dem Saarland, der Großregion eine Botschaft schicken, nämlich dass Sie „Farbe bekennen für Vielfalt“. Während der Festivalwoche finden Sie Pins und Postkarten in den Festivalkinos. Darüber hinaus liegen Sie an der Information des Rathauses St. Johann aus. Mit ihnen können wir unsere Botschaft in die Welt tragen.

Wir haben gelernt, Grenzen zu überwinden – auch im Kopf

Wir Saarbrückerinnen und Saarbrücker wissen nur zu gut die Vorzüge eines vereinten und friedlichen Europas, eines friedvollen Zusammenlebens zu schätzen – hat die Stadt doch mehrfach die Grauen des Krieges im wahrsten Sinne des Wortes an vorderster Front erlebt. Was im vergangenen Jahrhundert über Jahrzehnte hinweg unvorstellbar war, ist heute zum gelebten Alltag geworden. Deutsche und Franzosen, einst erbitterte Erzfeinde, sind zu Freunden geworden – die Grenzen verschwunden. Vielleicht ist es ja gerade diese wechselvolle Geschichte als Grenzstadt, die dazu geführt hat, dass wir Saarbrückerinnen und Saarbrücker als besonders offen gelten.

Mischung aus Weltoffenheit und Lokalpatriotismus

Diese Geschichte ist es jedenfalls, die uns geprägt hat. Wir haben verstanden, dass es gut ist, Grenzen zu überwinden – auch im Kopf. Diese Weltoffenheit und Gelassenheit verstehen wir aber gleichzeitig zu verbinden mit einem guten Schuss Traditionsbewusstsein, Lokalpatriotismus und Gelassenheit. Wir pflegen unsere Marotten, nehmen uns nicht allzu wichtig. Wir verstehen es ganz einfach, das Leben zu genießen. Diese Mischung ist es, die bei Einwanderern und unseren Gästen gut ankommt.

Ihnen, liebe Saarbrückerinnen und Saarbrücker, möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich dafür danken, dass Sie dazu beitragen, dass unsere Stadt für Weltoffenheit und Toleranz steht.

Ihre

Unterschrift Charlotte Britz