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Kolumne der Oberbürgermeisterin

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz schreibt in ihrer wöchentlichen Kolumne über aktuelle Stadtthemen.

30 Jahre Behindertenbeirat der Landeshauptstadt (20. März)

Charlotte Britz (Foto: Iris Maurer)

Charlotte Britz (Foto: Iris Maurer)

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

im Alltag stoßen Menschen mit Handicap oft auf Hürden. Wer im Rollstuhl sitzt, kann keine Treppen steigen. Wer nichts sieht, kann nicht gefahrlos Straßen überqueren. Wer nichts hört, kann keine gesprochenen Sprache verstehen. Doch diese Menschen sind in unserer Stadt nicht allein. Sie bekommen Hilfe. Weil es andere Menschen gibt, die sich für ihre Belange einsetzen. Denn in Saarbrücken gibt es den städtischen Behindertenbeirat, der in der vergangenen Woche sein 30-jähriges Bestehen gefeiert hat. Es ist noch nicht alles gut in der Landeshauptstadt für behinderte Menschen. Aber gemeinsam mit dem Behindertenbeirat sind wir auf dem richtigen Weg und entwickeln uns stetig weiter.

Zahlreiche Projekte helfen im Alltag
Es gibt und gab zahlreiche Projekte, bei denen die Verbesserung der Teilhabemöglichkeiten behinderter Menschen eine große Rolle spielt – bis hin zur Inklusion. Dies sind Projekte, die die Landeshauptstadt auf Anregung und in Abstimmung mit dem Beirat und den Behindertenbeauftragten auf den Weg gebracht hat. Hierzu zählen unter anderem die Ausgestaltung der Aufzüge an der Berliner Promenade und der Umbau von Bushaltestellen, aber auch die blinden- und sehbehindertengerechte Umgestaltung von Ampeln. Ein weiteres Beispiel für ein erfolgreich umgesetztes Ziel des Behindertenbeirats ist der Bau von Leitelementen und geteilten Furten, die Sehbehinderten und Blinden einen sicheren Weg im öffentlichen Raum ermöglichen, zum Beispiel am Kreisel an der Heringsmühle Fechingen, auf dem Rabbiner-Rülf-Platz und auf der neu gestalteten Wilhelm-Heinrich-Brücke. Der Beirat war auch systematisch in die Erstellung des Verkehrsentwicklungsplanes involviert.

Seine Kompetenz und sein Rat sind auch bei der Planung und Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen gefragt, zum Beispiel beim Max Ophüls Preis oder dem Festival Perspectives. Auch die städtische Wohnungsbaugesellschaft hat in den letzten Jahren zunehmend in die Herrichtung barrierefreier und barrierearmer Wohnungen investiert, zum Beispiel auf dem Eschberg und im Vogelsborn auf der Folsterhöhe. Auch hier war der Behindertenbeirat in die Planungen einbezogen.

Kostenloser Lotsen-Service für mobilitätseingeschränkte Menschen
Der Beirat ist aber auch wichtiger Ansprechpartner für die städtischen Gesellschaften, zum Beispiel für die Saarbahn und ihren kostenlosen Lotsenservice von „mobisaaar“. Das Projekt wurde mit fachlicher Unterstützung des städtischen Sozialamtes entwickelt, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von der Saarbahn koordiniert. Bei „mobisaar“ setzen sich neun Partner dafür ein, Menschen bis ins hohe Alter in ihrer selbstständigen Mobilität zu unterstützen. Herzstück des Projektes ist ein kostenloser Lotsen-Service, der mobilitätseingeschränkten Menschen die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs erleichtert.

Dank an alle Mitglieder für die wertvolle Unterstützung
Trotz aller Errungenschaften, auf die wir gemeinsam stolz sein können, bleibt noch viel zu tun. Vereinbart ist, die Zusammenarbeit mit dem Behindertenbeirat auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention weiter zu intensivieren. Ich freue mich darauf, den Weg mit dem Beirat konsequent weiter zu gehen. Meine Anerkennung und mein Dank gelten den vielen Trägern, Vereinen und den Ehrenamtlichen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz wertvolle Arbeit geleistet und tolle Ergebnisse erzielt haben. Insgesamt betrachtet können wir in Saarbrücken auf drei Jahrzehnte gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Behindertenpolitik zurückblicken. Der Behindertenbeirat ist eine echte Erfolgsstory.

Jeder kann praktische Hilfe und gute Ideen beisteuern
Sie haben eine Behinderung und brauchen Unterstützung? Oder Sie wollen mitmachen und sich für die Belange behinderter Menschen einsetzen, mit praktischer Hilfe oder guten Ideen? Dann melden Sie sich doch bitte beim Amt für soziale Angelegenheiten der Landeshauptstadt,Haus Berlin, Kohlwaagstraße 4, 66111 Saarbrücken, Telefon: +49 681 905 3267, E-Mail: soziales@saarbruecken.de. Mehr Informationen über den Behindertenbeirat finden Sie im Internet unter www.saarbruecken.de/behindertenbeirat.

Gemeinsam sind wir stark.

Ihre

Unterschrift Charlotte Britz