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Städtebauliches Entwicklungskonzept

Das städtebauliche Entwicklungskonzept umfasst ein gesamtstädtisches und ein teilräumliches Entwicklungskonzept für die Innenstadt.

Die Alte Brücke

Der Stadtrat der Landeshauptstadt Saarbrücken hat in seiner Sitzung am 6. Dezember 2011 das „Städtebauliche Entwicklungskonzept für die Landeshauptstadt Saarbrücken“ für die Gesamtstadt, das „Teilräumliche Entwicklungskonzept Innenstadt“ und die daraus abgeleitete Abgrenzung des Stadtumbaugebiets „Stadtmitte am Fluss“ beschlossen.

Städtebauliches Entwicklungskonzept Gesamtstadt

Aufgabe und Inhalt des städtebaulichen Entwicklungskonzepts (SEKO)

Das vorliegende SEKO konkretisiert die Zielsetzungen des Stadtentwicklungskonzeptes, das der Stadtrat 2008 beschlossen hat, in Bezug auf die städtebaulich-räumlichen Ziele und Maßnahmen.

Nach dem Baugesetzbuch hat ein Städtebauliches Entwicklungskonzept die Aufgabe, die Maßnahmen in den Stadterneuerungsgebieten aus den allgemeinen Rahmenbedingungen und Zielen der Stadt abzuleiten, zu beschreiben und zu begründen. Es hat einen die gesamte Stadt betreffenden, integrativen und interdisziplinären Ansatz. Wie das Stadtentwicklungskonzept ist auch das städtebauliche Entwicklungskonzept flexibel und auf Fortschreibung und Dialog ausgelegt.

Nach der einleitenden Vorbemerkung befasst sich das SEKO im Kapitel zwei mit allgemeinen Rahmenbedingungen und Ziele der städtebaulichen Entwicklung in allen wichtigen Handlungsfeldern. Diese Aussagen sind mittelfristig angelegt. Konkrete Projekte werden bis auf wenige Ausnahmen   nicht genannt.

In Kapitel drei werden die zentralen daraus abgeleiteten Maßnahmen bzw. Projekte  für jedes Handlungsfeld in Tabellenform aufgelistet. Diese Darstellung hat eine kurzfristige Zeitperspektive: Hier strebt die Stadt an, das Kapitel bei Bedarf in einer zwei- bis drei-jährigen Fortschreibung zu aktualisieren.

In Kapitel vier wird der Fokus auf das Thema Stadterneuerung gelegt. Es werden diejenigen räumlichen Bereiche identifiziert und als „Handlungsräume“ bzw. „Beobachtungsräume“ bestimmt, die als benachteiligt gelten können bzw. bei denen Funktionsstörungen drohen. Handlungsräume sind neben den bisherigen Programmgebieten der Städtebauförderung Burbach und Brebach auch Teile der Innenstadt (Stadtmitte am Fluss). Als Beobachtungsgebiete (im Hinblick auf eine mögliche Ausweisung als Stadterneuerungsgebiet) wurden Malstatt, Alt-Saarbrücken, Trierer Straße und Folsterhöhe ausgewiesen.

Schließlich werden in Kapitel fünf, in den sogennanten „Stadtteildossiers“, noch einmal alle Stadteile einer zusammenfassenden städtebaulichen Analyse (Bestandsaufnahme, Stärken/ Schwächen und Strategie) unterzogen. Abschließend werden die wichtigsten städtebaulich relevanten Projekte aufgelistet. Die Stadtteildossiers sollen jährlich fortgeschrieben werden.

Der gesamtstädtische Teil des SEKO bildet zusammen mit den teilräumlichen Konzepten eine Grundlage für die Bewilligung von städtebaulichen und sonstigen Fördermitteln der EU, des Bundes und des Landes. Für Burbach, Brebach, Malstatt und Alt-Saarbrücken liegen vom Stadtrat beschlossene integrierte Handlungskonzepte bereits vor. Für die Innenstadt wurde parallel ein teilräumliches Konzept erarbeitet – siehe unten.

Blick über Saarbrücken

Erarbeitungsprozess des städtebaulichen Entwicklungskonzepts
Um das Ziel vorhandenes Wissen umfassend zu nutzen, das Bewusstsein komplexer Wechselwirkungen im täglichen Verwaltungshandeln zu wecken und wach zu halten und die ganzheitliche Verantwortung in der Umsetzung zu fördern, wurde die verwaltungsinterne Erarbeitung einer externen Vergabe vorgezogen.

Im städtebaulichen Entwicklungskonzept sind die Fachbeiträge unterschiedlicher Ämter und Dezernate zusammengefasst. Die Inhalte tragen die Handschrift der beitragenden Fachres-sorts. Die Abstimmung der Fachbeiträge innerhalb der fachübergreifenden verwaltungsinternen Arbeitgruppe fand in einem intensiven Diskussionsprozess statt und hat viel dazu beigetragen, über Fachrationalitäten hinaus Wirkungszusammenhänge zu erkennen und zu berücksichtigen. Die Sensibilisierung für Wechselwirkungen zwischen Fachplanungen ist gestiegen und wird die interdisziplinären Abstimmungen vertiefen.

Teilräumliches städtebauliches Konzept Innenstadt

Luftaufnahme Saarbrücken

Die heutige Situation der Innenstadt wird in Kapitel zwei und drei in den maßgeblichen Handlungsfeldern vertiefend untersucht. Es werden die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Innenstadtentwicklung zusammenfassend reflektiert (SWOT Analyse).

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die Saarbrücker Innenstadt neben den unbestrittenen Stärken als einzige 1-A Lage der Region auch städtebauliche Schwächen aufweist, die sich langfristig im Wettbewerb der Städte und Regionen nachteilig auswirken können.

In Kapitel vier werden die wichtigsten Handlungsräume in der Innenstadt und die dort vorgesehen Maßnahmen dargestellt. Handlungsräume sind – neben Stadtmitte am Fluss - die B-Lagen der City, Kulturufer und Mainzer Straße, Eurobahnhof, der Bereich Trierer Stra-ße/Faktoreistraße und das Mühlenviertel (zwischen Dudweilerstraße und Ursulinenstraße).

Ein zentraler Abschnitt des teilräumlichen städtebaulichen Konzeptes ist die Herleitung und Begründung des städtebaulichen Impulsprojektes „Stadtmitte am Fluss“. 2004 hatte der Stadtrat die strukturellen Probleme der Landeshauptstadt auch als Probleme der Innenstadt erkannt und den Startschuss gegeben zur grundlegenden Neuorientierung der Innenstadt mit dem Projekt „Stadtmitte am Fluss“.

Mit dem Projekt können die negativen Folgen der offen geführten Autobahn A 620 im der Innenstadt behoben werden und eine Vielzahl von konkreten Verbesserungen für die Lebensbereiche Arbeiten, Einkaufen, Wohnen, Kultur und Freizeit erreicht werden. Vom Projekt „Stadtmitte am Fluss“ werden für das Saarland und die Landeshauptstadt wichtige städtebauliche und strukturpolitische Entwick-lungsimpulse erwartet. Die Landeshauptstadt Saarbrücken misst diesem Projekt für die nächsten Jahre höchste Priorität zu.

Gemäß § 171 b BauGB werden die erforderlichen baulichen und Prozess begleitenden Maßnahmen für das Projekt „Stadtmitte am Fluss“ in Kapitel fünf beschrieben. Neben dem Tunnelprojekt für die A620 sind dies eine ganze Reihe von neuen städtebaulichen Elementen, wie Brücken, Freiflächen, Boulevard, neue Bauflächen usw., die das zukünftige Bild der Innenstadt grundlegend verbessern werden. Schließlich werden die aktuell vorliegenden Kosten und die Finanzierungsquellen dargelegt.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Das Städtebauliche Entwicklungskonzept wurde in seinem gesamtstädtischen wie auch teilräumlichen Teil seit 2005 in einem breiten Abstimmungsprozess von der Verwaltung (anfangs in einem Auftrag an die GIU) und unter Federführung des Baudezernats kontinuierlich erarbeitet. Sehr frühzeitig wurden die in ihrem Aufgabenbereich berührten Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange unterrichtet und um Stellungnahme gebeten.

Die Stellungnahmen sind in den vorliegenden Text eingeflossen. Gleiches gilt für die Öffentlichkeit, die bereits 2006 über eine förmliche Offenlage, Internet und eine Erörterungsveranstaltung an der Planung beteiligt wurde.

Die Landeshauptstadt Saarbrücken bietet allen interessierten Gruppen, Organisationen und politischen Gliederungen an, sie über die Inhalte des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes insgesamt oder über einzelne Themenstellungen zu informieren. Bei Interesse an einer Informationsveranstaltung können sich Bürgerinnen und Bürger an das Stadtplanungsamt wenden.