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Pilotprojekt Grüne Insel Kirchberg

Mit dem national geförderten Stadtentwicklungsprojekt "Grüne Insel Kirchberg" in Malstatt wurde das rund 1,6 Hektar große Gebiet in Malstatt aufgewertet.

Areal im Unteren Malstatt wurde zur "Grünen Insel"

Symbol Grüne Insel Kirchberg

Ziel des Projektes war es, die rund 1,6 Hektar große und bislang heterogene Grünfläche im ansonsten dicht bebauten Zentrum des Stadtteils für alle Generationen und Ethnien zu einem lebendigen Ort zu machen.

Das Areal sollte zur „Grünen Insel Kirchberg“ werden. Ein Ort, an dem Kinder gerne spielen, Jugendliche Sport treiben und Erwachsene sich in ihrer Freizeit treffen. Gemeinsam mit 21 Institutionen hat sich Oberbürgermeisterin Charlotte Britz dies zum Ziel gesetzt.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung fördert „Die Grüne Insel Kirchberg“ im Programm „Nationale Stadtentwicklung“ als Modellvorhaben. 174 400 Euro hat der Bund für das bis Ende März 2011 laufende Projekt mit einem Gesamtvolumen von 340 000 Euro zugeschossen.

Überarbeitung des Geländes und einzelne Projekte

Im Zuge der Durchführung der folgenden einzelnen Projekte wurde das gesamte Kirchberggelände überarbeitet:

Übersicht über die Grüne Insel

Übersicht: Grüne Insel Kirchberg

  • Oberes Plateau: Auf Wunsch der Projektgruppe und in enger Abstimmung mit dem Presbyterium der evangelischen Kirche wurde der Kirchgarten saniert (Einfassungen der Wegeflächen, Wasserführung, Entfernung von Wildwuchs, Wiederherstellung kleiner Zwischenwege, Aufstellen von Bänken und Papierkörben, Sanierung von Mauern).
  • Kunststoff-Kleinspielfeld (Bolzplatz): Der Bolzplatz wurde grundlegend saniert und neu angelegt. Die Tiefbauarbeiten wurden vom Zentrum für Bildung und Beruf Saar GmbH (ZBB) ausgeführt.
  • Hauptweg: Der neue, leicht geschwungene Asphaltweg in Ost-West-Richtung sammelt alle bestehenden Seitenwege und stellt zudem eine deutliche räumliche Grenze des Schulhofs dar. Die Anwohner des Stadtteils nutzen ihn als Abkürzung und als Verbindung zu Grünflächen. 
  • Trialbahn: Die Bahn ist bei vielen Jugendlichen und Kindern beliebt. 
  • Wegflächen im Schulhofbereich: Zuletzt fertig gestellt wurden die Anschlusswege und kleineren Nebenplätze im Schulhofbereich. Dort befindet sich schützenswerter Baumbestand, der bei der Erneuerung der Plätze eine hohe Sorgfältigkeit voraussetzte. Nun soll eine Spielfläche im Schulhofbereich entstehen.

Neue Kita für mehr Bildung und Betreuung

Kinder auf einer Pyramide

Das Ende des geförderten Projekts ist nicht das Ende der Entwicklung der Grünen Insel Kirchberg. Die Landeshauptstadt hat bereits mit dem Bau einer neuen Kindertagesstätte im Rahmen der Grünen Insel begonnen. Die Katholische Kirchengemeinde St. Josef will nebenan ebenfalls eine neue Kindertagesstätte errichten.

Beide Einrichtungen sollen sich ergänzen und einen Beitrag zur Betreuung und Bildung der Kinder auf dem Kirchberg leisten.

Gewonnene Qualitätssteigerung nachhaltig sichern

Ein wesentliches Ziel des Projektes ist es, die gewonnene Steigerung der Qualität nachhaltig zu sichern. „Uns war von Beginn an klar, dass wir das Areal nur dann als beliebten und attraktiven Raum für Freizeitaktivitäten langfristig etablieren können, wenn wir die Beteiligten vor Ort in die Planung, Umsetzung sowie Sicherung der neu gewonnenen Qualität einbeziehen“, sagt Charlotte Britz. Die Oberbürgermeisterin weiter: „Dadurch können wir gewährleisten, dass sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohnumfeld identifizieren und ein Verantwortungsgefühl entwickeln. Wir wollen erreichen, dass die Menschen aufeinander und auf ihre Umgebung achten.“

Eine große Bedeutung erhielt die Idee der zukünftigen gemeinsamen Qualitätssicherung durch gemeinsame Nachsorge und gemeinsames Einwirken auf die Bevölkerung, um mehr Verantwortung zu schaffen und Zivilcourage zu fördern.

Für die arbeitslosen Jugendlichen des Stadtteils wurden über das Projekt Beschäftigungs- und Weiterqualifizierungsmöglichkeiten geschaffen. Ziel war, die Jugendlichen in die aktive Gestaltung einzubinden, um auch die Wertschätzung des Freiraums durch die Jugendlichen über das eigene Tun zu erhöhen und die Identifikation mit dem Umfeld zu stärken.

Projektpartnerschaft mit mehr als 21 Akteuren

Workshop im Rahmen eines Grillfestes

Workshop im Rahmen eines Grillfestes

Die Grüne Insel Kirchberg wurde von einer Projektpartnerschaft aus der Saarbrücker Stadtverwaltung, Schulen, Kirchen, Gemeinwesenprojekten, Vereinen und sonstigen Interessensvertretern realisiert. Die Gruppe von zunächst 21 Institutionen hat sich inzwischen um den Verein „Menschen für Malstatt“ und die Bürgerinitiative Sauberes Molschd (BISAM) erweitert.

 

 


Folgende Akteure haben sich an der Entwicklung der "Grünen Insel" beteiligt:

  • Akteure mit Grundeigentumsanteil (Stadt, Kirchen, Immobiliengruppe Saarbrücken)
  • Akteure mit Sitz und direkter Nutzung auf dem Gelände (Kirchen, Schulen, KiTas)
  • Akteure aus den Verwaltungen (Regionalverband, Arbeitsverwaltung, Beschäftigungsträger)
  • Akteure mit begleitender Funktion (z.B. Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW))
  • Akteure der Gemeinwesenarbeit (Stadtteilbüro Malstatt, Zukunftsarbeit Molschd (ZAM))
  • sonstige Interessensgruppen (z.B. Verein „Menschen für Malstatt“, Bürgerinitiative Sauberes Molschd, Turnverein Malstatt, Trialsportfreunde Saarbrücken, Kurdische Gemeinde, Brückenbauer)
  • Bürgerinnen und Bürger

Verschiedene Zielgruppen beteiligt

Workshopteilnehmer

Außenbegehung im Rahmen eines Workshops.

Alle Akteure und Projektpartner waren mit Unterstützung der Gemeinwesenarbeit und der Prozessbegleitung dafür zuständig, die Bürgerschaft mit hierfür geeigneten Herangehensweisen an dem Entwicklungsprozess zu beteiligen und diese Beteiligung mit der Projektpartnerschaft zu verzahnen. Jeder Akteur kommunizierte im Stadtteil mit seiner Zielgruppe. Ein zentrales Ziel war eine gemeinsam mit den relevanten Akteuren erarbeitetes, tragfähiges Freiraumkonzept für das Gelände auf dem Kirchberg. 

 

Daraus haben sie mit bauliche  Einzelmaßnahmen abgeleitet, die dem zukünftigen Bedarf der Nutzer entsprechen sollten.

Angestrebt wurde eine Lösung für eine sozial inklusive Nutzung, um den Freiraum als Ressource für gesellschaftliche Integration zur Verfügung zu stellen. Zudem dienen auch die Schulhöfe als Orte der Sozialisation und Integration und geben Raum für Spiel und Bewegung.

ZIB beteiligt sich mit dem Projekt "ibis"

Wegen der hohen Nutzung des Geländes durch Migrantenfamilien und Jugendliche wurde das städtische Zuwanderungs- und Integrationsbüro (ZIB) von Anfang an in die Vorbereitung des Projekts eingebunden.

Das ZIB führte das ebenfalls aus Mitteln der Nationalen Stadtentwicklungspolitik finanzierte Projekt „ibis“ durch, bei dem es insbesondere um Strategien zur stärkeren Beteiligung von Migrantinnen und Migranten an Stadt- und Stadtteilentwicklungsprozessen ging. Im Projekt „Grüne Insel Kirchberg“ kam es deshalb zu einer engen Verzahnung beider Projekte, um Migranten aktiv in die Planungsprozesse für Nutzung und Gestaltung des Geländes einzubinden.

Fazit

Der Verlauf des Projektes „Grüne Insel Kirchberg“ zeichnete sich während seiner Laufzeit von rund zweieinhalb Jahren durch die Begegnung auf Augenhöhe aus. Auf dieser Basis wuchsen Beziehung, Glaubwürdigkeit und Vertrauen und damit die Fähigkeit, andere Akteure in ihrem Kontext zu sehen und die positiven Motive zu erkennen.

Durch zunehmendes Verständnis und Offenheit für den Blickwinkel und die Rolle des Gegenübers wächst wiederum Akzeptanz und Respekt. Der von der Verwaltung, öffentlichen Akteuren und Bürgern gemeinsam getragene Prozess zeigt, dass ein effizientes Verwaltungshandeln gefördert wurde.

Spielplatz auf dem Kirchberg

Der Spielplatz der Grünen Insel Kirchberg beim Kirchbergfest 2011