Aktuelle Informationen

Hier finden Sie aktuelle Informationen aus Europa.

Elektronische Zahlungen werden günstiger, einfacher und sicherer

Europakugel (Foto: Alain Schroeder/EU-Kommission)

Foto: Alain Schroeder/EU-Kommission

Seit dem 13. Januar 2018 sind elektronische Zahlungen für die europäischen Verbraucher günstiger, einfacher und sicherer. Die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) stärkt den Wettbewerb von Zahlungsdiensten und Apps zur Kontenverwaltung. Gleichzeitig schafft die Richtlinie mehr Sicherheit und Datenschutz für Online-Zahlungen. Aufschläge bei Zahlungen mit Verbraucherdebit- und -kreditkarten werden abgeschafft.

Die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2, Richtlinie (EU) 2015/2366), ersetzt die Richtlinie 2007/64/EG (Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD1), die die Rechtsgrundlage für die Schaffung eines EU-weiten Binnenmarkts für Zahlungsdienste darstellte. Mit der überarbeiteten Richtlinie werden die Vorschriften an neue und innovative Zahlungsdienste angepasst, einschließlich elektronischer und mobiler Zahlungen, während gleichzeitig ein sichereres Umfeld für die Verbraucher gewährleistet wird.

Für Zahlungen mit Kreditkarte, SEPA-Überweisung oder SEPA-Lastschrift fallen keine Extrakosten mehr an. Doch es ist auch Vorsicht geboten: Drittanbieter, zum Beispiel Zahlungsdienstleister oder Unternehmen der Finanztechnologie, dürfen mit Einverständnis der Verbraucher auf deren Konten zugreifen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Bezahlen ohne Extrakosten: Einkaufen im Internet gehört für viele Menschen zum Alltag. Das nutzen viele Verkäufer aus und verlangen für das bargeldlose Bezahlen zusätzliche Gebühren. Doch damit ist ab 13. Januar weitestgehend Schluss. Befindet sich ein Zahlungsdienstleister in Europa, dürfen keine weiteren Zusatzkosten für das Zahlen mit Kreditkarte (VISA, Mastercard), Überweisung oder Lastschrift erhoben werden. Das gilt allerdings nicht für Anbieter, die das sogenannte Drei-Parteien-Kartenzahlverfahren verwenden (z. B. American Express). Diese dürfen weiterhin Gebühren erheben.

Nutzung von Drittanbietern: Zukünftig ist es Bankkunden auch möglich, Drittanbietern den Zugriff auf das Konto zu gestatten, um Zahlungen leichter durchführen zu können und das eigene Zahlungsverhalten besser im Blick zu haben. Mit dieser Neuerung soll das derzeit lukrative Monopol der Banken, die Möglichkeit auf Zugriff und Auswertung der Kontodaten der Kunden, gebrochen werden.

Kaution mit Kreditkarte hinterlegen – nur noch mit Zustimmung: Häufig verlangen Unternehmen (z. B. beim Mietwagenverleih, Hotelübernachtung) für ihre Dienstleistung eine Kaution, um sich vorbeugend gegen eventuelle Schäden abzusichern. Hierzu wird ein bestimmter Betrag auf der Kreditkarte geblockt. Für diesen Vorgang benötigen die Unternehmen ab sofort die ausdrückliche Zustimmung des Karteninhabers.

Haftungsgrenze für Kunden gesenkt: Derzeit haften Bankkunden für entstandene Schäden durch EC-Karten-Missbrauch bis maximal 150 Euro. Diese Haftungsgrenze wird nun europaweit auf maximal 50 Euro gesenkt. Bei einem vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Handeln, haften Bankkunden weiterhin uneingeschränkt.

Das EVZ Kehl rät Verbrauchern, darauf zu achten, dass der Zugriff auf das Konto immer nur nach einem sicheren Authentifizierungsverfahren des Kontoinhabers gestattet wird. Auch sollten sich die Verbraucher bewusst machen, dass ihre Daten bei Drittanbietern über lange Zeit gespeichert und auch ausgewertet werden.

Weitere Informationen:

Richtlinie über Zahlungsdienste (PSD2): Fragen und Antworten

Leeuwarden und Valetta sind Europas Kulturhauptstädte 2018

Altstadt von Leeuwarden (Foto: Theo de Witte)

Foto: Theo de Witte

Seit dem 1. Januar sind Leeuwarden (Niederlande) und Valletta (Malta) ein Jahr lang die Kulturhauptstädte Europas. 

Die Eröffnungsfeierlichkeiten in Valetta finden vom 14. bis 20. Januar in der ganzen Stadt in Anlehnung an die traditionellen maltesischen Dorffeste "festa" statt. In Leeuwarden beginnen die Festlichkeiten am 26. und 27. Januar. Überall in der Stadt sind künstlerische Installationen und Darbietungen von professionellen und Amateurkünstlern vorgesehen und in der ganzen Region Friesland öffnen Museen ihre Türen für Besucher. 

Das Programm für die Festa von Valletta soll Künstlern und Publikum die Möglichkeit geben, ihr herkömmliches Verständnis von Kultur neu zu überdenken. Als Inselstaat im Mittelmeer zwischen Europa und Nordafrika strebt Malta mit dem Programm an, Sichtweisen verschiedener Mittelmeeranrainer zusammenzubringen. Das Programm umfasst mehr als 140 Projekte und 400 Veranstaltungen zu drei Hauptthemen: „Geschichten von der Insel“, „Barocke Zukunft“ und „Reisen“. Etwa 1000 lokale und internationale Künstler, Kuratoren, Darsteller, Workshop-Leiter, Schriftsteller, Designer, Chöre und Filmemacher werden sich beteiligen und auf den Inseln Malta und Gozo werden das ganze Jahr über Feierlichkeiten organisiert. 

Mit dem Konzept iepen minskip (offene Gemeinschaft) als Herzstück des Programms zielt Leeuwarden darauf ab, lokale Gemeinschaften in der Region Friesland und in Europa zu stärken und einander näher zu bringen. Im Rahmen dieses Programms werden mehr als 800 Projekte in den Bereichen Musik, Theater, Landschaftskunst, Oper und Sport organisiert, die das ganze Jahr über stattfinden. Eine Ausstellung des niederländischen Grafikers M.C. Escher, eine Oper über Mata Hari, eine Veranstaltung mit friesischen Pferdezüchtern, Breitensport-Projekte wie „Europäischer Sport für alle“ sind nur einige Beispiele der zahlreichen Projekte, die dazu beitragen werden, das Bewusstsein und das Verständnis für kulturelle Unterschiede zu stärken.

Hintergrundinformationen

Das Projekt „Kulturhauptstadt Europas“ wurde von der damaligen griechischen Kulturministern Melina Mercouri im Jahr 1985 ins Leben gerufen und entwickelte sich zu einem der renommiertesten Kulturprojekte in Europa. Die Städte werden auf der Grundlage eines Kulturprogramms ausgewählt, das eine deutliche europäische Dimension aufweist, die Mitwirkung und aktive Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger der Stadt fördert und zur langfristigen Entwicklung der Stadt und ihrer Region beiträgt.

Weitere Informationen:

Leeuwarden 2018 - Kulturhauptstadt Europas

Valetta 2018 - Kulturhauptstadt Europas

Informationen zum Europäischen Jahr des Kulturerbes

 

EU einigt sich auf bezahlbare Preise für grenzüberschreitende Paketdienste

Paketfahrzeug (Foto: alphaspirit/Fotolia)

(Foto: alphaspirit/Fotolia)

Die Preise für die Zusendung im Ausland gekaufter Geschenke und Waren können künftig von Verbrauchern viel leichter verglichen werden: die EU-Kommission, das Parlament und der Rat haben sich auf eine transparentere und bezahlbare Gestaltung der Preise für grenzüberschreitende Paketzustelldienste und auf eine stärkere Regulierungsaufsicht auf dem EU-Paketzustellmarkt geeinigt.

Die neue Verordnung ist Teil der Initiativen der Kommission zur Förderung des Internethandels. Sie gibt Verbrauchern und Unternehmen, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, die Möglichkeit, Produkte und Dienstleistungen einfacher und sicherer online zu kaufen und anzubieten, und das EU-weit.

Die wichtigsten Elemente der neuen Verordnung zu grenzüberschreitenden Paketzustelldienste:

  • Preistransparenz: Mit der Verordnung wird keine Obergrenze für Zustelltarife festgelegt, vielmehr wird der Wettbewerbsdruck gefördert, indem die Verbraucher nun Inlandstarife mit den Tarifen für grenzüberschreitende Zustellung ganz einfach vergleichen können. Die Paketzustelldienste müssen die Preise für diejenigen Dienste offenlegen, die Einzelverbraucher und Kleinunternehmen häufig in Anspruch nehmen.
  • Regulierungsaufsicht: In den Fällen, in denen die Paketzustellung der Universaldienstverpflichtung unterliegt, prüfen die nationalen Regulierungsbehörden, ob die Tarife für die grenzüberschreitenden Dienste im Vergleich zu den zugrunde liegenden Kosten unverhältnismäßig hoch sind – wie sie es bereits für Postdienste tun. 

Händler stellen den Verbrauchern zudem klare Informationen über die Preise für grenzüberschreitende Paketzustelldienste und Rücksendungen sowie über die Verfahren für Kundenbeschwerden zur Verfügung, im Einklang mit der Verbraucherschutzrichtlinie.

Die heute zwischen dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Kommission erzielte vorläufige Einigung muss nun endgültig durch das Parlament und den Rat genehmigt werden. Sie dürfte Anfang nächsten Jahres offiziell in Kraft treten und wird 2019 uneingeschränkt Anwendung finden.

In einer Kommissionsumfrage aus dem Jahr 2013 wurde festgestellt, dass Verbraucher und kleine Unternehmen mit Problemen bei der Paketzustellung konfrontiert sind; insbesondere halten sie die hohen Preise davon ab, mehr Kauf- oder Verkaufstransaktionen in anderen Mitgliedstaaten auszuüben. 

Weitere Informationen:

Pressemitteilung: EU erzielt Einigung über bezahlbare Paketzustellung

Vorschlag für eine Verordnung über grenzüberschreitende Paketzustelldienste

Folgenabschätzung – Begleitunterlage zum Vorschlag für eine Verordnung des Europäischen Parlaments und des Rates über grenzüberschreitende Paketzustelldienste

FAQs zur Paketzustellung

Informationsblatt – Paketzustellung

Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2018