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Stadtteilentwicklung: Positive Entwicklung in Burbach – Neue Privatinitiative „BID Burbach e.V.“ plant Investitionsbündnis

Saarbrückens Baudezernentin Dr. Rena Wandel-Hoefer hat am 20.11.2009 im Rahmen einer Pressekonferenz im Café Select in der Hochstraße 138 Bilanz zur Entwicklung des Stadtteils Burbach in den vergangenen Jahren gezogen.

„Burbach war und ist in einem besonderen Ausmaß vom Strukturwandel betroffen. Nach dem Ende der Montanindustrie und damit auch der Vollbeschäftigung im Hüttenstandort unterlag der Stadtteil einem kontinuierlichen Abwärtstrend. Die Abwanderung des Fach- und Einzelhandels führten wiederum zum Wegzug solventer Mieter. Dadurch wurde die Attraktivität für eine Neuansiedlung Gewerbetreibender geschmälert. Dieser Entwicklung sind wir mit verschiedenen Projekten begegnet und konnten den Stadtteil in den vergangenen Jahren voranbringen“, erklärte Dr. Wandel-Hoefer. Insbesondere im Rahmen der 2003 gestarteten Bund-Länder-Programme „Soziale Stadt“ und „Stadtumbau West“ sei es gelungen, Burbach aufzuwerten.

Die Baudezernentin: „Wir haben bereits im Jahr 2003 für die Burbacher Bürgerinnen und Bürger, Institutionen sowie Gewerbetreibenden im Rahmen der Förderprogramme einen Ansprechpartner vor Ort installiert. Der Stadtteilmanager im eigenen Büro am Burbacher Markt hat sich etabliert und unterstützt Initiativen vor Ort und hilft bei Fragen aus der Bevölkerung.“
 
„Im Rahmen des Projektes ‚Soziale Stadt’ konnten wir unter anderem Förderprogramme zur Erneuerung von Fassaden und Modernisierung von Geschäftsflächen durchführen. Der Umbau des Gemeindezentrums St. Eligius und das Anlegen eines öffentlichen Kirchgartens sind zwei weitere positive Beispiele“, erläuterte Stadtplaner Arno Deubel.
 
Durch „Stadtumbau West“ konnte die Burbacher Ortsmitte revitalisiert werden. Unter anderem wurde der Burbacher Markt neu gestaltet, der Brunnenplatz erneuert und der Kreisverkehrsplatz „Burbacher Stern“ entstand. Zudem konnte ein direkter Anschluss an den Bahnhaltepunkt „Burbacher Markt“ geschaffen werden.

Bislang sind insgesamt 5,7 Millionen Euro aus den beiden Programmen unter Federführung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung nach Burbach geflossen. Ziel beider Programme ist, betroffene Kommunen bei der Bewältigung der Folgen des wirtschaftlichen und demografischen Wandels zu unterstützen, die Abwärtsspirale benachteiligter Stadtteile aufzuhalten. Zu den Handlungsschwerpunkten gehören die Stärkung eines vitalen Ortskerns und die Förderung von bürgerschaftlichen Engagements vor Ort. Die Finanzierung der Projekte teilen sich Bund, Land sowie die Kommunen, die Programmpartner übernehmen jeweils ein Drittel der Kosten.
 
Deubel: „Wir wollen durch öffentliche Mittel das Erscheinungsbild und der Lebensbedingungen vor Ort verbessern, um so die Identifikation der Menschen mit ihrem Stadtteil wieder zu stärken. Wir wollen Bürgerinitiativen fördern und Privateigentümer zu Investitionen motivieren. Das ist uns gelungen.“ So wurde zum Beispiel die Initiative „Sauberes Burbach“ gegründet. Sie organisiert Aktionen und mobilisiert regelmäßig Bürgerinnen und Bürger, gemeinsam an einem besseren Erscheinungsbild zu arbeiten – zum Beispiel durch die Verschönerung des Stadtteils mit Blumen und die Pflege von Grünflächen.

(vlnr:) Arno Deubel - Stadtplanungsamt, Siegfried Graber - BID Burbach, Dr. Rena Wandel-Hoefer - Baudezernentin - bei der Pressekonferenz
(vlnr:) Arno Deubel - Stadtplanungsamt, Siegfried Graber - BID Burbach, Dr. Rena Wandel-Hoefer - Baudezernentin - bei der Pressekonferenz
 

BID Burbach e.V. möchte Stadtteil mit Privatinvestitionen voranbringen

Dr. Rena Wandel-Hoefer: „Der jüngste Beleg für das wachsende bürgerschaftliche Engagement ist der BID Burbach e.V.. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, ein sogenanntes Bündnis für Investition und Dienstleistung zu gründen, einen BID. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Grundstückseigentümern und Gewerbetreibenden, die sich zur Aufgabe gemacht haben, mit privaten Mitteln in einem bestimmten Quartier die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu erhöhen.“ BIDs werden auf der Basis eines von den Privateigentümern vor Ort entwickelten Maßnahmen- und Finanzierungskonzepts beschlossen. Das Konzept und insbesondere die Finanzierung der geplanten Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 572 000 Euro für die fünfjährige Projektzeit muss von einer breiten Mehrheit der Eigentümer und Gewerbetreibenden getragen werden. Ist dies der Fall, ist es Aufgabe der jeweiligen Kommune, die Initiative organisatorisch zu unterstützen. Grundlage für eine BID-Gründung im Saarland ist das Gesetz zur Schaffung von Bündnissen für Investition und Dienstleistung, das im September 2007 vom Saar-Landtag beschlossen wurde.


Im Fall des Burbacher Bündnisses wäre es Aufgabe der Stadt, von den einzelnen Eigentümern die zur Umsetzung der Projekte erforderlichen Beiträge zu erheben und an die BID-Initiative weiterzugeben. Die Monatsbeiträge liegen im Schnitt zwischen 40 und 60 Euro, wobei sich Eigentümer, die privaten Wohnraum zur Verfügung stellen, befreien lassen können. Ob der BID in Burbach zu Stande kommt, entscheidet sich während des laufenden Verfahrens innerhalb der nächsten Wochen. Nicht mehr als ein Drittel der Eigentümer dürfen dabei dem Maßnahmen- und Finanzierungskonzept nach dessen Offenlage widersprechen. Das Burbacher Bündnis wäre der erste BID im Saarland.

Siegfried Graber, Vorsitzender des BID Burbach e.V., erklärte: „Wir wollen die bisher von der öffentlichen Hand erreichten Verbesserungen erhalten und ausbauen. Letztlich wollen wir die Immobilienwerte in Burbach erhalten oder gar steigern. Ziel ist es, den Stadtteil wieder für jedermann lebenswert zu gestalten und auch für höhere Einkommensgruppen als Wohnort attraktiv zu machen.“

Zu seinen Aufgaben hat es sich der Verein u. a. gemacht, Ordnung und Sauberkeit sicherzustellen. Hierzu sollen z.B. Hilfskräfte eingestellt und Beschäftigungsmöglichkeiten für Randständige geschaffen werden. Der BID möchte eine Attraktivitätssteigerung des Einzelhandels, der Gastronomie und des privaten Wohnraums erreichen, zum Beispiel durch die Bezuschussung und Installation der Weihnachtsbeleuchtung. Das Bündnis will darüber auch das Image des Stadtteils steigern, etwa durch Werbeaktionen und eine eigene Presse- und Öffentlichkeitsarbeit – um nur einige Beispiele zu nennen.

„Wir haben in Burbach heute immer noch mit großen sozialen und wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Eine Erholung des Stadtteils ist nur durch außerordentliche Anstrengungen zu erreichen. Die Fördermittel der öffentlichen Hand alleine reichen nicht aus, wir brauchen auch das Engagement der Privateigentümer und Gewerbetreibenden vor Ort. Deshalb ist die Initiative des BID Burbach e.V. so wichtig. Wir sind noch lange nicht am Ziel, aber auf dem richtigen Weg. Die Menschen vor Ort merken: Es tut sich was in Burbach“, erklärte Dr. Wandel-Hoefer abschließend. 

Weitere Infos im Internet unter:

www.stadtumbauwest.de,

www.sozialestadt.de,  

www.bid.sb-burbach.de,

www.saarbruecken.de

20.11.2009

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