Reaktivierung der Mainzer Straße

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat das Projekt in das ExWoSt - Forschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau aufgenommen.

Allgemeine Projektinfos

Das Projekt wurde unter dem Themenbereich „Innerstädtische Hauptverkehrsstraßen - Visitenkarte und Problemzone für die Wohnungsmarkt- und Stadtentwicklung“ in das Forschungsprogramm aufgenommen.

Die Mainzer Straße wird im Rahmen des Projektes aufgewertet.

Ein Blick in die Mainzer Straße

Damit verbunden ist eine Zuwendung vom Bund für die Erstellung von Konzepten, Beteiligung etc. Schwerpunkt ist das Aufzeigen von städtebaulichen und immobilienwirtschaftlichen Problemlagen an Hauptverkehrsstraßen sowie die Fragestellung, wie eine Stabilisierung in diesen Bereichen aussehen kann.

Im Rahmen des Forschungsprogramms werden fünf Kommunen als Impulsgeber und Informationsbasis betrachtet. Als Ergebnis soll ein praxisnaher Leitfaden für Kommunen entstehen.

Die vom Stadtplanungsamt formulierten Projektziele für den Abschnitt zwischen Obertor und Ostspangenkreisel sind:

  • Überprüfung der Relevanz und der Dimension des Themas, exemplarisch an verschiedenen Hauptverkehrsstraßen in Saarbrücken
  • Vertiefte Analyse der spezifischen Situation in der Mainzer Straße
  • Entwicklung von Strategien zur Verbesserung der städtebaulichen Situation, Motivierung und Beratung von EigentümerInnen
  • Zusammenarbeit mit der Initiative Mainzer Straße, Einbinden weiterer Akteure wie City Marketing, Stadtmarketing, IHK als Multiplikatoren
  • Umsetzen erster Maßnahmen als Impuls für Eigeninitiative und Mitwirkung der EigentümerInnen, Initiieren von Pilotprojekten mit EigentümerInnen, Entwicklung langfristig tragfähiger Strukturen
  • Analyse und Ergebnisdokumentation für das ExWoSt-Gesamtprojekt, Teilnahme am Erfahrungsaustausch, Informationen und Anregungen aus anderen Kommunen

Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2013 und wird durch das Büro baubar aus Saarbrücken begleitet.

Inhalte und Ziele für die Mainzer Straße

Die Analyse betrachtet als Ausgangssituation die vier innerstädtischen Hauptverkehrsstraßen Mainzer Straße, Lebacher Straße, Heuduck-/ Stengelstraße und Dudweilerstraße mit dem Ergebnis, dass die Mainzer Straße zwar vergleichsweise weniger verkehrsbelastet ist, sich aber mit ihren Stärken und Problemlagen sowie den bereits vorhandenen Initiativen am besten für eine tiefer gehende Betrachtung eignet.

Die Bürger werden am Projekt beteiligt..

Die Bürger werden - wie hier bei der Bürgerinfo im Rahmen des Quartierfestes - am Projekt beteiligt..

Schwerpunkt der Analyse sind die Auswirkungen des Verkehrs auf Stadtbild und Gestaltung, Aufenthalt und Nutzung, Immobilienwirtschaft sowie Stadtökonomie und Sozialstruktur. Als Ergebnis soll, neben einem Rahmenplan für den gesamten Straßenzug, eine Sammlung von einzelnen innovativen Maßnahmen entstehen.

Konzepte für eine Verbesserung und Aufwertung des öffentlichen Raumes sind ebenso von Bedeutung wie das Engagement privater Eigentümer, die durch Investitionen in ihr Objekt und sein Umfeld zu einer Qualitätssteigerung im Quartier beitragen können.

Um Probleme zu definieren und gemeinsam Lösungsansätze zu erarbeiten sind eine breite Bürgerinformation und das Einbinden der Akteure vor Ort wichtig.

Im Juni 2011 wurde ein erstes Auftakttreffen mit Vertretern aus verschiedenen Institutionen und Interessensgruppen veranstaltet. Ziel war ein fachlicher Austausch zu den Themen Handel, Verkehr, öffentlicher Raum und Wohnen.

Im September war die Stadt Saarbrücken mit einem Infostand auf dem Nachbarschaftsfest vertreten. Hier hatten Eigentümer, Mieter und Besucher des Festes die Möglichkeit, sich zu informieren und zu äußern. Zudem konnten sie an einer kleinen Bürgerbefragung teilnehmen.

Infostand am Nachbarschaftsfest 2011 in der Mainzer Straße.

Infostand am Nachbarschaftsfest 2011 in der Mainzer Straße.

Bisherige Projektschritte

  • 17. Dezember 2010: Antrag auf Zuwendung für Projektförderung
  • 7. Februar 2011: Zuwendungsbescheid
  • 16. Mai 2011: Besuch der Begleitforschung Saarbrücken
  • Juni 2011: Kommunalbefragung
  • 29. Juni 2011: Auftaktveranstaltung mit Schlüsselakteuren
  • 6. Juli 2011: Stadtteilbesuch der Oberbürgermeisterin Charlotte Britz
  • 3. September 2011: Infostand Nachbarschaftsfest Quartier Mainzer Straße
  • Dezember 2011 bis Januar 2012: Einzelgespräche Eigentümer mit den Schwerpunkten Nutzung, Leerstand, (energetische) Fassadensanierung
  • Januar 2012: Bericht Dezernentenkonferenz, Bezirksrat Mitte (12. Januer 2012), Bauausschuss (25. Januar 2012)
  • Januar 2012: 1. Bürgerwerkstatt (Mainzer Straße 39 bis 111)
  • Februar 2012: Fachgespräch (Bund)
  • März 2012: Sonderstammtisch gemeinsam mit Interessen Gemeinschaft (IG) Mainzer Straße
  • April/Mai 2012: Umsetzung der Maßnahme „Aufräumaktion Mainzer Straße/Ecke Uhlandstraße“
  • August 2012: 2. Bürgerwerkstatt – offene Teilnahme: Rundgang, gemeinsame Diskussion der Ergebnisse aus der ersten Bürgerwerkstatt – weiteres Vorgehen
  • 1. September 2012: Nachbarschaftsfest – „mobiles Planungsamt“
  • September 2012: Endbericht Kommune
  • November 2012: Sonderstammtisch

Konzepte und Maßnahmen

Als erstes „Maßnahmenpaket“ wurde im Frühjahr 2012 der Bereich Mainzer Straße – Ecke Uhlandstraße „aufgeräumt“.

Dabei hat die Stadtverwaltung unter anderem Poller entfernt oder ersetzt, Grünflächen neu hergerichtet und ergänzt, Radständer erneuert und aufgestockt sowie Schirmhülsen für Bestuhlungsflächen eingebaut. Die Anlieger sowie die IG Quartier Mainzer Straße und die Ortsgruppe SPD haben die Verwaltung mit vielen Anregungen und Hinweisen unterstützt und sich in die Planung eingebracht.

Mainzer Straße vor Kaiserhof

So sah der Bereich vor dem Kaiserhof vorher aus

Mainzer Straße vor Kaiserhof nachher

So sieht es jetzt in der Mainzer Straße vor dem Kaiserhof aus.

Nachbarschaftsfest 2012

Auf einer Strecke von ca. 200m wurde in diesem Jahr die Parkplatzfläche (Querparker) für einen Tag zu einer Aktionsfläche umgewandelt - zur freien Verfügung und zur spontanen Inanspruchnahme durch die Anlieger.

Flyer zum Nachbarschaftsfest 2012

Flyer zum Nachbarschaftsfest 2012

Mitmachmöbel in der Mainzer Straße

Ein vom Stadtplanungsamt und dem Büro baubar auf der Fläche eingerichteter Stand gab Anregungen, wie öffentliche Fläche nach dem Motto „Stadtleben statt Parken“ von den Anlieger genutzt werden kann.

Die „Mitmachmöbel“, Prototypen für einfach gestaltete Blumenkisten - gefertigt und mitgesponsert durch ortsansässige Handwerker - konnten an diesem Tag selbst bepflanzt werden.