Umgang mit Wespen, Hummeln und Bienen
Wespen oder Honigbienen unterliegen dem allgemeinen Schutz des Naturschutzgesetzes. Sollten sie sich in Rolladenkästen oder unter Dächern, in Nieschen etc. befinden, dürfen sie ohne vernünftigen Grund nicht beseitigt werden. Eine ausdrückliche Genehmigung durch die Naturschutzbehörde ist nicht erforderlich.
Hornissen, Hummeln und Wildbienen gehören gemäß Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Tieren. Das Umsiedeln oder Abtöten bedarf einer Genehmigung durch die Naturschutzbehörde. Dabei gilt der Grundsatz, dass das Töten der Tiere nur dann genehmigt wird, wenn keine Umsiedlung möglich ist.
Um in solchen Fällen die richtige Entscheidung treffen zu können, wurde saarlandweit ein sogenanntes Hornissenberaternetz gegründet. In Saarbrücken übernehmen Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr diese Aufgabe. Sie klären betroffene Bürger über die Lebensweise der Tiere auf und geben Tipps, wie sie konfliktfrei mit ihnen auskommen können.
Ziel des Beraternetzes ist es, möglichst viele Nester zu erhalten. Nur in Fällen akuter Gefährdung (z. B. Kleinkinder oder Allergiker) dürfen die Tiere mit ihren Nestern umgesiedelt werden. Die Hornissenberater sind geschult und können die Nester fachgerecht und schonend an einen geeigneten Ort umzusetzen. Damit ermöglichen sie einen Fortbestand der Insektenart.
Einige wichtige Punkte zum Umgang mit den Insekten:
- dass Hornissen bei weitem nicht so angriffslustig sind wie oft angenommen wird? Wird eine Hornisse nicht in die Enge getrieben oder ihr Nest bedroht, reagiert sie in der Regel mit Flucht.
- dass ein Hornissenstich nicht gefährlicher ist als der einer Wespe? Das Gift von Hornissen weist die gleiche Zusammensetzung auf wie Wespengift.
- dass Wespen, Hornissen und Hummeln ihre Nester im Herbst verlassen? Die Arbeiterinnen sterben. Nur die Jungköniginnen überleben den Winter. Das alte Nest wird im Folgejahr nicht wieder besiedelt.
- dass durch richtiges Verhalten die Gefahr eines Wespen- oder Hornissenstichs deutlich verringert werden kann? (Keine schnellen Bewegungen, nicht zu nah ans Nest, nicht die Flugbahn blockieren).
- dass Wildbienen absolut ungefährlich sind? Wildbienen stechen in der Regel nicht. Viele Arten haben einen so weichen Stachel, dass er nicht durch die menschliche Haut dringen kann.
Für die Umsiedlung wird eine Aufwandsentschädigung erhoben, die der Umsiedler je nach Schwierigkeit und Zeitaufwand selbst festlegt.
Bei Problemen mit Wespen, Bienen, Hornissen, Hummeln oder Wildbienen können Bürgerinnen und Bürger sich an die Berater bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr wenden, Tel. (0681) 30100.




