Die Berufsfeuerwehr von 1914 bis 2000

Historischer Überblick über die Entwicklung der Saarbrücker Berufsfeuerwehr zu einem modernen Sicherheitsdienstleister.

1914-1945

1914
Der erste Weltkrieg bricht aus. Saarbrücken ist das Hauptaufmarschgebiet für die Front von Verdun bis zu den nördlichen Vogesen. Viele Feuerwehrleute werden zum Kriegsdienst herangezogen. Die Reihen des Feuerwehrkorps lichten sich stark. Soldaten treten an ihre Stelle.

1915 - 1919
Die Bestimmungen des Friedensvertrages von Versailles stellen das Saarland für 15 Jahre unter die Verwaltung des Völkerbundes.
Bei der Berufsfeuerwehr wird die erste Motorspritze angeschafft. Im Gebäude der Feuerwache werden die Bodenräume zu einem Schlafsaal ausgebaut. Auch zwei Werkstätten für Schneider und Schuhmacher werden eingerichtet.
Im Sommer nehmen die Fliegerüberfälle auf Saarbrücken immer mehr zu. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. Die Mannschaften werden verstärkt. Eine Nebenfeuerwache wird im Stadtbezirk Malstatt-Burbach eingerichtet.

Nach dem Ende des Krieges wird die Militärfeuerwehr aufgelöst und die Nebenwache in Burbach wieder eingezogen. Die aus dem Felde zurückgekehrten Berufsfeuerwehrleute nihmen ihren Dienst wieder auf. Während in den Kriegsjahren die Dienstzeit bis zu 72 Stunden bei nur 24stündiger Freizeit betragen hatte, wird am 1. Dezember 1919 der 24-stündige Wachdienst bei 24 Stunden Freizeit eingeführt.

1923
Die erste Motordrehleiter wird beschafft. Sie hat eine Auszugslänge von 27 Metern.

1935
Freiwillige und Berufsfeuerwehr werden als Einheit zusammengefaßt.

1936
Hand in Hand geht mit der Entwicklung des Fahrzeug- und Mannschaftsbestandes der Berufswehr auch die Modernisierung der Feuermelde- und Weckeranlage voran. 48.000m Kabel und 13.000m Freileitung sind im Stadtgebiet Saarbrücken zwischenzeitlich verlegt.

Das Melder- und Weckernetz der Stadt ist soweit ausgebaut, daß die Berufsfeuerwehr auf dem schnellsten Wege von allen Stellen der Stadt zum Brandherd gerufen werden kann.

Die Zahl der Groß- und Mittelbrände sinkt erheblich.

1937 / 1938
Die Berufsfeuerwehr erhält die Bezeichnung „Feuerschutzpolzei“, die Freiwillige Feuerwehr die Bezeichnung „Feuerlöschpolizei“. Alle Feuerwehrfahrzeuge erhalten einen Olivgrünen Anstrich.

1939
Beginn des 2 Weltkrieges. Der Leidensweg des ganzen Volkes beginnt. Für die Feuerwehr schlägt die Stunde höchster Bewährung. Die wehrpflichtigen Männer der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr werden eingezogen.
Die Einheiten der Berufsfeuerwehr werden während der Evakuierungszeit von 1939/40 in die Nähe von Neunkirchen verlegt.

1941 / 1942
Schwerste Luftangriffe stellen viele Feuerwehrkräfte in den Großstädten vor fast unlösbare Aufgaben. Freiwillige Feuerwehrmänner werden zusammengezogen, Menschen zum Dienst notverpflichtet. Aus den Reihen der Hitlerjugend (HJ) werden junge Menschen von 14 bis 18 Jahren in sogenannte Feuerwehrscharen zusammengezogen und im Feuerwehrdienst ausgebildet. Auch Frauen werden für den Brandschutzdienst rekrutiert.

1944
Ab Mai beginnt der Luftkrieg über Saarbrücken. Pausenlos sind die Feuerwehrmänner im Einsatz, um Brände zu löschen. Als am 5. Oktober über 350 britische Bomber die Stadt in einen einzigen Feuerofen verwandeln, stehen die Feuerwehrmänner ohnmächtig gegenüber. Tagelang schwelen die Brände. Auch die Feuerwache wird fast restlos zerstört. Die Einheiten müssen teilweise in der näheren Umgebung von Saarbrücken stationiert werden.

1945-1965

1945
Die Stadtteile liegen bis zu 80% in Schutt und Asche. Insgesamt werden durch den Krieg 11.000 Häuser zerstört. Die französische Militärregierung übernimmt die Verwaltung des Saarlandes.

Die Berufsfeuerwehr wird in den Gebäuden am Landwehrplatz stationiert.

Die Unterkunft war im Jahre 1895 erbaut worden. Der rechte vordere Gebäudeteil diente ehemals als Militär-Bezirkskommando und wurde ab 1910 als Berufsschule genutzt; der linke vordere Gebäudeteil war im Erdgeschoß als Remise der Freiwilligen Feuerwehr St.Johann und im Obergeschoß als Turnhalle ausgebaut. Das rückwärtige Gebäude war eine ehemalige kath. Mädchenschule.

1947
Das Saarland wir ein autonomer Staat. Saarbrücken wird Landeshauptstadt und Regierungssitz. Wirtschaftlich wird das Land Frankreich angeschlossen.

Hochwasserkatastrophe an der Saar. Die gesamte Innenstadt um den St. Johanner Markt ist überflutet. Die Saar erreicht einen Pegelstand von 10,35m. Die Feuerwehr ist tagelang im Einsatz.

1952
Von Jahr zu Jahr wird die Berufsfeuerwehr personalmäßig und hinsichtlich ihres Fahrzeug- und Gerätebestandes aufgebaut. 1952 beträgt die Personalstärke 51 Mann.

1957
Das Saarland wird elftes Bundesland in der Bundesrepublik Deutschland.

Eine neue Drehleiter wird bei der Berufsfeuerwehr in Dienst gestellt. Mit 37 Metern ist sie die größte Drehleiter im südwestdeutschen Raum. Sie verfügt über einen Fahrstuhl, der an der Unterseite des Leitersatzes zusätzlich angebracht ist. Damit können Menschen gefahrlos aus Gebäuden gerettet werden.

1966-2000

1966/67
In Burbach wird aufgrund der höheren Verkehrsdichte die Feuerwache 2 gebaut.

1978/79
Die Berufsfeuerwehr baut zusammen mit den Saarbrücker Winterbergkliniken einen bodengebundenen Notarzteinsatzdienst auf. In einem „Rendez-vous-System“ sollen zukünftig Rettungswagen und Notarzt getrennt voneinander zum Patienten fahren.

Ein Jahr später geht der Rettungshubschrauber „Christoph 16“ an den Start. An Bord: Rettungsdienstkräfte der Berufsfeuerwehr. Gemeinsam mit dem saarländischen Innenministerium und dem Bundesgrenzschutz hat die BF die Luftrettung im Land initiiert.

1979
In den St.Johanner Bruchwiesen entsteht eine neue Feuerwache. Auf einer Fläche von 8.600 qm entstehen Fahrzeug- und Gerätehallen, Bereitschaftsräume, Büroräume, eine Haupteinsatzzentrale und Lehr- und Übungsräume.