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Interkulturelle Chorprojekte: STIMMENVIELFALT und LAMENTO!

Singen verbindet - im Interkulturellen Chor "Stimmenvielfalt" spiegelt sich die Vielfalt der Stadtbevölkerung Saarbrückens wider. Und der Beschwerdechor LAMENTO! hat ein Chorwerk des Saarbrücker Komponisten Daniel Osorio auf die Bühne gebracht.

STIMMENVIELFALT

Der interkulturelle Chor ist aus einer Initiative im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2008 hervorgegangen. Seither hat er sich stetig weiterentwickelt. Rund 20 Frauen aus derzeit acht Ländern singen zusammen. Das Repertoire ist so international wie die Chormitglieder.

Bei seinen Auftritten hat der Chor stets viel Zuspruch erhalten. Er umrahmte beispielsweise Einbürgerungsfeiern im Rathaus oder sang anlässlich des 10jährigen Bestehens des BürgerInnenZentrums Brebach. Dort hat er auch seinen Probenort. Getragen wird der Chor vom Zuwanderungs- und Integrationsbüro und vom Diakonischen Werk an der Saar.

Alle, die Spaß am Singen haben, sind eingeladen mitzusingen. Die Proben finden vierzehntägig dienstags von 17 bis 19 Uhr statt. Die Chorleitung hat Amei Scheib.

Infos und Anmeldung: Veronika Kabis, +49 681 905-1559, veronika.kabis@saarbruecken.de

Nächste Auftrittstermine:

"Beschwerdechor" - Premiere beim Altstadtfest 2011

„Wir schimpfen! Wir maulen! Wir fauchen!“ Meckern auf hohem Niveau – das ist die Kunst von LAMENTO!, dem ersten Saarbrücker Beschwerdechor. Ob Cattenom, Glatzköpfe mit Springerstiefeln oder eine unüberdachte Bushaltestelle: „Wir halten nicht die Klappe. Wir reden Klartext!“. Flammend trugen die rund dreißig Sängerinnen und Sänger ihre Beschwerden vor, untermalt vom Tam-Tam, Rasseln und Scheppern der Malstatter Werkstattrhythmen.

Die haben ihre Instrumente im Alltag aufgesammelt: Mülltonnen, Dosen, Plastikbehälter. Dem Ärger Luft machen, Missstände anprangern und neue Formen der Solidarität in einer brüchigen Gesellschaft suchen: Darum geht es dem Beschwerdechor. Doch es ist nicht nur Wut, die sich Luft macht – der Chor ist auch ein Ort, an dem sich Menschen ihre Trauer in leisen Tönen von der Seele singen: die Trauer um Vereinsamung oder um Kinder, die ohne ihre Väter aufwachsen müssen.

Beschwerdechor Lamento Beschwerdechor Lamento
 

In einer Textwerkstatt haben die Sängerinnen und Sänger Anfang 2011 ihre Klagen gesammelt. Der in Saarbrücken lebende chilenische Komponist Daniel Osorio hat sie zu einem beeindruckenden 15-minütigen Chorwerk vertont. Verschiedene musikalische Stile sind in das Werk eingeflossen; unter anderem klingen Elemente des politischen Lieds Lateinamerikas an.

Die künstlerische Leitung des Chorprojekts hat Amei Scheib. Sie hat sich seit vielen Jahren einen Namen gemacht als Leiterin u.a. des Gemischten Saarbrücker Damenchores und des Gemischten Saarbrücker Herrenchores. Gemeinsam mit Veronika Kabis vom ZIB hat sie LAMENTO! ins Leben gerufen. Unterstützt wird er von der Patton-Stiftung Saarbrücken. Das ZIB versteht dieses Projekt als kulturellen Beitrag für mehr Gerechtigkeit und Solidarität.

Chor und Instrumentalisten spiegeln die gesellschaftliche Vielfalt wider: Frauen und Männer aus mehreren Ländern, unterschiedlichen Alters und verschiedener Lebenssituationen haben sich auf der Bühne zusammengefunden. Gemeinsam ist ihnen die Vision von einer besseren Welt: „Was wir singen, was wir klagen, was wir zeigen, was wir wünschen, teilen wir mit allen Menschen, die von etwas Bess’rem träumen.“

Beim Altstadtfest am 19.6. auf der Bühne St. Johanner Markt kam das Werk zur Uraufführung. Die Malstatter Werkstattrhythmen sind ein Projekt der XENOS-KomptenzWerkstatt des Diakonischen Werks an der Saar. Begleitet wird der Chor außerdem von Marina Kavtaradze am Klavier und Sergio Parra an Querflöte und Panflöte.

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