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Matthias Braun (1892-1945) – SPD

Matthias „Max“ Braun wird am 12. August 1892 in Neuss geboren. 

Max Braun

Max Braun

Er ist seit 1919 in der Kommunalpolitik aktiv, Mitglied des Neusser Stadtrates und dort Vorsitzender der SPD-Fraktion.

1923 kommt er als Chefredakteur der Volksstimme ins Saargebiet, ist von 1925 bis 1928 Zweiter Vorsitzender der SPD an der Saar, ab 1928 dann Erster Vorsitzender und seit 1932 Mitglied des Landesrates und des Saarbrücker Stadtrates.

Max Braun gegen Rückgliederung des Saarlandes

Max Braun erkennt in der Machtergreifung Hitlers eine historische Zäsur. Früher und konsequenter als andere Sozialdemokraten sowohl im Reich wie an der Saar kämpft er gegen die Hitler-Diktatur und nutzt dazu insbesondere die von ihm geleitete sozialdemokratische Parteizeitung „Volksstimme“. Der in der Völkerbundzeit zwischen 1920 und 1933 gewachsene Konsens zwischen den Parteien, die Saar beim Referendum 1935 zu Deutschland zu führen, war für Max Braun mit Hitlers Machtergreifung nicht mehr zu verantworten.

Am 7. August 1933 verkündet Braun in Saarbrücken: „[...] die Saar dürfe niemals zu Hitler-Deutschland“ zurück. Zunächst hofft Braun beim Völkerbund eine Verschiebung der Volksbefragung erreichen zu können.

Gegen innerparteiliche Widerstände bezieht Max Braun mit der Saar SPD die Position, angesichts der veränderten politischen Verhältnisse für den Status Quo zu stimmen. Gegen den Willen des Exil-Vorstandes der SPD bildet er mit den Kommunisten, die ihn und die SPD bisher auf das schärfste bekämpft haben, eine Einheitsfront gegen die Rückgliederung zu Hitler-Deutschland. Braun, ein begabter Redner, zieht den Hass des politischen Gegners auf sich, gegen ihn intrigiert die Gestapo, ein Bombenattentat scheitert.

Max Braun verlässt 1935 das Saargebiet

Nach der Saarabstimmung verlässt Braun 1935 das Saargebiet, sein Leben ist in Gefahr. Sicherheit findet er zunächst in Frankreich. Hier gründet er das Office Sarrois für sozialdemokratische Emigranten und leitete in Forbach eine Beratungsstelle für Saarflüchtlinge. Mit Beginn des Frankreichfeldzuges flieht Braun nach Großbritannien und arbeitet beim Soldatensender Calais. Er verstirbt am 3. Juli 1945 in London.

In der Zeit der halbautonomen Saar wird 1951 die Saarbrücker Großherzog-Friedrich-Straße in Max-Braun-Straße umbenannt. Brauns sterbliche Überreste werden 1955 auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof beigesetzt. Nach der Saarabstimmung vom 23. Oktober 1955 wird die Straße wieder umbenannt und im März 1957 Brauns Urne nach Neuss ins Familiengrab überführt. Im Jahr 2005 vergibt die SPD-Saar erstmals die Max-Braun-Medaille.

Braun entwickelte schon in den 1920er Jahren die Vision einer Saar als Brücke zwischen Deutschland und Frankreich und eines geeinten Europas.

Nach Max Braun ist heute eine Straße in St. Johann benannt.

Landeshauptstadt ernennt Max Braun zum Ehrenbürger

Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat dem Widerstandskämpfer Max Braun am 13. Juli 2016 die Ehrenbürgerwürde verliehen.

Die Landeshauptstadt hatte die Auszeichnung in ihrer Sitzung am 8. Dezember 2015 beschlossen. Der Vorschlag dazu stammt von dem Historiker Joachim Heinz und dem SPD-Ortsverein St. Johann.

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