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Ringvorlesungen

Übersicht über die Ringvorlesungen des Sommersemesters 2019

Zuhörer eines Vortrags (Foto: Kzenon/Fotolia)

Gemeinsam mit verschiedenen Fachbereichen der Universität des Saarlandes und weiteren Partnern lädt die Landeshauptstadt in jedem Semester zu den beliebten Ringvorlesungen. Sie finden in der Regel in der Innenstadt statt und richten sich an alle interessierten Zuhörer. Im Anschluss an die Veranstaltungen können die Besucher mit den Referenten diskutieren.

Der Eintritt ist frei. 

Narren, Clowns, Spaßmacher

Bei der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesung widmen sich die Referenten montags, 19 Uhr, dem Spannungsfeld zwischen Humor und Tragik

Es startet eine neue literaturwissenschaftliche Ringvorlesung der Universität des Saarlandes in Kooperation mit der Landeshauptstadt Saarbrücken. In diesem Sommersemester geht es um „Narren, Clowns, Spaßmacher“ in der Literatur vom Mittelalter bis in die Neuzeit.

Narren, Clowns, Spaßmacher

Unter den vielen Außenseitern, welche die Literaturgeschichte bevölkern, nehmen Narren, Clowns und Spaßmacher eine besondere Stellung ein: Im Spannungsfeld von Vernunft und Irrealität, Weisheit und Einfalt, Humor und Tragik, Scherz und Ernst, Gelächter und Schauder formulieren diese Figuren unangenehme Wahrheiten, üben Kritik an bestehenden Verhältnissen, warnen vor Fehlentwicklungen, mahnen vor drohendem Unglück und wollen manchmal auch einfach nur unterhalten.

Die zehnte Saarbrücker literaturwissenschaftliche Ringvorlesung ist eine Einladung, den Darstellungen und Wandlungen des Närrischen und Clownesken in der Literatur vom Mittelalter bis in die Gegenwart zu folgen. Die Vorträge eröffnen einerseits motivgeschichtliche und typologische Perspektiven und bieten andererseits Interpretationen literarisch einschlägiger Werke.

Das Programm im Überblick

  • 8. April: Machen Narren Spaß? Beispiele aus mittelhochdeutschen Texten, Professorin Dr. Nine Miedema (Mediävistik und Ältere deutsche Philologie)

  • 15. April: Der Schelmenstreich als fundamentale Gesellschaftskritik. Eulenspiegel in der deutschsprachigen Literatur, Professor Dr. Ralf Georg Bogner (Neuere deutsche Philologie und Literaturwissenschaft)

  • 29. April: Seltsame Narren: Jurodivye (Narren in Christo), Professor Dr. Dr. h. c. Roland Marti (Slavische Philologie)

  • 6. Mai: Arlequin poli par l’amour: verliebte Harlekine im Theater Marivaux’, Professorin Dr. Patricia Oster-Stierle (Französische Literaturwissenschaft)

  • 13. Mai: Vom „Lazarillo de Tormes“ zum „Braven Soldaten Schwejk“. Der spanische Schelmenroman und die Figur des Antihelden, Professor Dr. Hans-Jörg Neuschäfer (Romanische Philologie und Literaturwissenschaft)

  • 20. Mai: „Lachen trotz Tod und Teufel“ mit einer Operette im Frauen-KZ Ravensbrück, Professorin Dr. Mechthild Gilzmer (Romanische Kulturwissenschaft)

  • 27. Mai: Von Narren und Dibbuks. Komisch-provozierende Perspektiven auf die Shoah, Professorin Dr. Christiane Solte-Gresser (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)

  • 3. Juni: Gefährliches Grinsen. Zur Kulturgeschichte des Horror-Clowns, Professorin Dr. Stephanie Catani (Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft)

  • 17. Juni: „Am End weiß keiner nix“: Spaßmacher des Wiener Volkstheaters zwischen Komik und Philosophie, Professor Dr. Sascha Kiefer (Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

  • 24. Juni: Die Narrenfigur im postmodernen Roman (Umberto Eco „Baudolino“, Thomas Pynchon „Vineland“, Daniel Kehlmann „Tyll“), Dr. Hermann Gätje (Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

  • 1 Juli: „Nicht wird er froh seines Lebens, der Spaßmacher.“ Von Narren und Spaßmachern in der deutschsprachigen Lyrik, Dr. Stephanie Blum (Neuere deutsche Philologie und Literaturwissenschaft)

  • 8. Juli: Chaplin, Churchill und die ‚Methode des Clowns‘ in Michael Köhlmeiers „Zwei Herren am Strand“, Dr. Katharina Meiser (Neuere deutsche Philologie und Literaturwissenschaft)

  • 15. Juli, Figurationen des Närrischen zwischen Romantik und Realismus (Joseph von Eichendorff, Heinrich Heine, Adalbert Stifter), Professor Dr. Sikander Singh (Neuere deutsche Literaturwissenschaft)

Weitere Informationen:

Veranstalter der Saarbrücker literaturwissenschaftlichen Ringvorlesungen sind Dr. Katharina Meiser und Professor Dr. Sikander Singh von der Universität des Saarlandes in Zusammenarbeit mit Christel Drawer, Abteilungsleiterin für Film und Wissenschaft im Kulturamt der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Mehr unter: literaturarchiv.uni-saarland.de/ringvorlesung/