Sommermusik-Programm August 2011
Do. 4.8., 19.00 & 21.00
SCHLOSS
Im Schattenreich
Idee, Textcollage, Projektleitung Bernd Reutler, Musik (Komposition und Realisation) Javier Party, Videoinstallation Melanie Windl, Skulpturen Janine Kortz-Waintrop, Die Stimmen von: Katherina Biehler, Barbara Scheck, Nicolas Bertholet, Bernd Reutler, Dieter Hofmann, Peter Tiefenbrunner
Die Saarbrücker Kasematten werden zum Hades der Antike, bevölkert von mythischen Gestalten, die von ihrem Schicksal berichten. Wir vernehmen das Wehklagen der Verdammten in Dantes “Hölle”. Iphigenie beschwört die unheilvolle Macht der Parzen. Sisyphos büßt dort seine frevelhafte Tat. Die von ihrem Sohn Orest ermordete Klytämnestra ruft die Erynnien an…. Eine Collage aus originalen Texten erzählt von diesen Schicksalen. Umhüllt sind diese von Schauspielern gesprochenen Texte von elektronischer Musik, die Javier Party komponiert hat. Videosequenzen, entwickelt und realisiert von Melanie Windl, ergänzen optisch die Berichte. Der Weg, den die Zuschauer nehmen, ist gesäumt von Janine Kortz- Waintrops Skulpturen, die das mythische Personal Gestalt werden lassen.
Die Kasematten, der beeindruckende “Hauptdarsteller”, haben inspiriert zu der Zeitreise, mit der diese historischen Räume eine neue Bedeutung annehmen werden - eine Metamorphose, die auch den Zuschauer in gewisser Weise verwandeln wird… Eigenproduktion des Ensembles im Rahmen der Saarbrücker Sommermusik
Fr. 5.8., 20.00
KLEINES THEATER IM RATHAUS
Schubert – Rupp - Fischer
Frank Paul Schubert: Altsaxofon, Sopransaxofon
Olaf Rupp: Gitarre
Jörg Fischer: Schlagzeug
Die Berliner Frank Paul Schubert und Olaf Rupp haben sich mit dem Wiesbadener Jörg Fischer zu einem neuen Trio zusammengetan. Wer die jeweilige Musik der drei Protagonisten kennt, wird sich ausmalen können, welch explosives Potential in dieser Band steckt. Frank Paul Schubert machte in den letzten Jahren auf sich aufmerksam etwa durch seine Band Grid Mesh (mit Andreas Willers, Willi Kellers, Johannes Bauer) und die Duos mit z.B. Günter Baby Sommer oder Alexander von Schlippenbach. Schuberts musikalisches Spektrum reicht von improvisierter Kammermusik über zeitgenössischen Jazz bis hin zu noisig-rockigem Free-Jazz. Olaf Rupp entwickelte Spieltechniken aus der chinesischen Pipa Musik, sowie Rasgueados, Arpeggios und Tremolos so für sich weiter, daß sie für
Oberton- und Clusterwirkungen eingesetzt werden können um neue Klänge zu erzeugen. Jörg Fischer schließlich ist ein vielseitig versierter Drummer, hat sich dabei auf der Bühne auf Free Jazz und die freie Improvisation spezialisiert.
Sa. 6.8., 20.00
KLEINES THEATER IM RATHAUS
Georg Wolf - Paul Hubweber
Kontrabaß – Posaune/Improvisiewrte Musik
Der Bassist Georg Wolf beschäftigt sich seit den 90er Jahren verstärkte im Kontext von „Improvisierter Musik“ mit zahlreichen ad-hoc Begegnungen. Gründung des Giessen Improvisers Pool. Zusammenarbeit mit TänzerInnen , Sprechern, Film, Arbeit in großen Ensembles (F-Orkestra, Ensemble H).
Seit mehr als 30 Jahren spielt Paul Hubweber mit allen europäischen Größen des Free Jazz und der Improvisierten Musik zusammen. „Wenige Posaunisten haben eine solche Ausdrucksfähigkeit wie Hubweber.“ Urteit die Presse und „Paul Hubwebers meisterhafte Kontrolle, was das Timbre des Instruments angeht, garantiert Musik, die über die Posaune an sich hinausgeht, um zu einem Ausdruck der Seele zu werden.“
So. 7.8., 20.00
BÜRGERPARK-RONDELL
Christof Thewes - Michel Pilz Quartet
Jan Oestreich –Bass, Peter Perfido – Drums, Michel Pilz – Bassclarinet, Christof Thewes - Trombone, comp.
Das Christof Thewes - Michel Pilz Quartet vereinigt 2 Generationen herausragender Jazzmusiker. In der klassischen Quartettbesetzung mit Bass, Schlagzeug und 2 Bläsern ohne Harmonieinstrument - von Gerry Mulligan zum ersten Mal konsequent eingesetzt - gehört diese Gruppe mit Bassklarinette und Posaune zu den eher selteneren Instrumentenkonstellationen. Die Musik ist Jazz im besten Sinne: rhythmisch, agil, improvisiert und frei.
Michel Pilz gehört zu den herausragenden Musikerpersönlichkeiten Europas. In Luxemburg lebend, wurde er in den Siebzigern mit dem Manfred Schoof Quintet ,dem Globe Unity Orchester und vielen von ihm geleiteten Gruppen international bekannt. Christof Thewes arbeitet als Posaunist und Komponist zwischen modernem Jazz, freier Improvisation und Neuer Musik bis hin zu experimentellem Rock, Funk und Popmusik. Peter Perfido ist ein US-amerikanischer Jazzschlagzeuger, der heute in Frankreich lebt und mit seinem phantasie -und druckvollen Spiel viele Bands bereichert. Jan Oestreich ist einer der wichtigen Jazz-Bassisten in Deutschland.
Fr. 12.8, 20.00
KULTURFOYER
Gestern war doch heute
Konzept und VideoInstallation - Marie Klein; musikal. Konzept und Stimmkunst - Ralf Peter; Gitarre - Michael Schäfer
Eine dramaturgische Seelenreise möchte die unsichtbaren Grenzen der Psyche ausleuchten, im Gespräch mit der eigenen Wahrnehmung und deren Wirklichkeit. Das Auditive wandert im visuellen Raum, um diesen zu bespielen, ihn zu umspielen. Dabei vereinen sich Performance und Vernissage der gleichnamigen Ausstellung, indem die unmittelbar produzierte Vertonung zu deren integralem Bestandteil wird.
Eigenproduktion des Ensembles im Rahmen der Saarbrücker Sommermusik.
Sa. 13.8., 20.00
BÜRGERPARK-RONDELL
Honecker-Thewes-Duo
Thomas Honecker – Gitarre, Christof Thewes - Posaune
Der Posuanist Christof Thewes und der Gitarrist Thomas Honecker lernten sich 1989 bei einem Jazzworkshop in Trier kennen und spielen bis heute mit viel Humor und Liebe in Bands wie Yahoos, Gutter Music ,Yahoos und Aliens und eben im Honecker - Thewes Duo zusammen. Im Winter 2011 erscheint die erste gemeinsame Duo CD.
So. 14.8., 20.00
JOHANNESKIRCHE
Alle Wege, wenn sie nur gut sind…
Triptychon zum 125. Geburtstag von Heinrich Kaminski (1886-1946)
Mit Alter und Neuer Musik von H. I. F. Biber, K. Denner, H. Kaminski, D. N. Seel u. a. sowie Gedichten von S. George, R. M. Rilke und P. Celan. Ensemble la rosa dei venti: Claudia Kemmerer (Mezzosopran), Mechthild Blaumer (Violine, Viola), N. N. (Viola da gamba, Violoncello), Lutz Gillmann (Orgel, Cembalo, Klavier, Leitung)
Dieses Konzert in der besonderen Besetzung „Orgelkammermusik“ ist dem zu Unrecht vergessenen deutschen Komponisten Heinrich Kaminski gewidmet.
Im Zentrum stehen folgende Kompositionen: Choralsonate (für Orgel, 1924/25), Triptychon (Drei Gesänge für Alt und Orgel nach Texten von Zarathustra, Buddha und dem Wessobrunner Gebet, 1926/30) sowie Praeludium und Fuge (für Violine und Orgel, 1929).
Das dreiteilige Programm kommentiert / kontrastiert diese „Hauptwerke“ assoziativ mit Alter und Neuer Musik. Zum anderen erklingen eigens für dieses Projekt entstandene Neukompositionen von Daniel N. Seel (*1970) und Kathrin Denner (*1986) zu Gedichten von Stefan George, Rainer Maria Rilke und Paul Celan, die die Weltreligionen thematisieren und sich so mit der „interreligiös-dialogischen“ Gedankenwelt Kaminskis auseinandersetzen. Das variabel besetzte Ensemble la rosa dei venti wurde 2010 von seinem Leiter Lutz Gillmann anlässlich von Dunkel wird Licht (Passions- und Oster-Zyklus mit Alter und Neuer Musik) gegründet; in seiner programmatischen Arbeit sucht es Alte und Neue / vokale und instrumentale / geistliche und weltliche Musik mit anderen Kunst- und Präsentationsformen zu verbinden.
Do 18.8., 21.00
KuBa
RAUM:musik (cronos)
Ingo Bracke, Projektleitung, Regie, Audiovisuelleinstallation/ Mary-Anne Kyriakou, Installation, Komposition, Gitarre Bernd Wegener, Percussion Klangperformance/ Ralf Peter, Stimmperformance/ Torsten Haderer, Cello/ Elodie Blochier, Schattenperformance, Puppenspiel
RAUM:musik (cronos) bringt die Neukomposition „composition for enharmonic moon“ der australischen Komponistin Mary-Anne Kyriakou zur deutschen Uraufführung. Außerdem begegnet die Performance der Musik von Richard Wagner und Alexander Scrijabin. Ingo Bracke inszeniert einen installativen Performance Parcours zwischen Lützelbachtunnel und den Raumfluchten des KUBA.
Eigenproduktion des Ensembles im Rahmen der Saarbrücker Sommermusik
Fr. 19.8., 20.00
BÜRGERPARK-RONDELL
Global Vision
Amady Kone: div. perc/voice // Hayretin Ceylan: saz/voice // Hartmut Osswald: div.saxes // Martial Frenzel: dr
...neben Kaffee und Zigaretten sind interessante Instrumente inspirierend für die orale Kollektivarbeit. Wesentlich sind Grooves, Improvisation, griffige Themen und die Menschen, die damit umgehen.
Sa. 20.8., 20.00
JAZZCLUB IM DOMICIL
Ich fühle luft von anderem planeten
Liederabend: Elisabeth Schmock - Björn Lehmann
Elisabeth Schmock - Gesang und Rezitation, Björn Lehmann - Klavier
Liederabend mit Texten von und Musik um Stefan George. Werke u.a. von Mahler, Webern, Scott, Debussy
Elisabeth Schmock kann auf eine umfangreiche und vielseitige Konzerttätigkeit in den Bereichen der Alten sowie der Neuen, aber auch der klassisch-romantischen Musik zurückblicken. Insbesondere Konzerte im Bereich Oratorien- und Liedgesang führten die Künstlerin in viele Städte Deutschlands sowie ins Ausland. Sie trat bei zahlreichen Internationalen Festivals auf. Als Dozentin für Gesang lehrt sie an der Akademie für Tonkunst Darmstadt die Bereiche Opern- und Konzertgesang sowie Gesangspädagogik. In Björn Lehmanns musikalischen Aktivitäten spielen Auftritte als Solist, als Kammermusiker und als Liedpianist gleichermaßen eine große Rolle. Sein besonderes Interesse gilt außerdem der Neuen Musik. Björn Lehmann gewann mehrere Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Konzertauftritte führten ihn auf Festivals in zahlreiche europäische Länder und nach Übersee.
So. 21.8., 20.00
JAZZCLUB IM DOMICIL
Mop de Kop
Daniel Prätzlich – Schlagzeug, Oliver Maas - Klavier
Mop de Kop setzt sich auf ganz persönliche Art und Weise mit frei gedachter und frei gespielter Musik auseinander Es entsteht eine immer neu stattfindende, sich manifestierende und gleichzeitig zum Wandeln bereite neue Musik in der Begegnung der zwei Musiker.
Do. 25. 8. , 20.00
SCHINKELKIRCHE BISCHMISHEIM
Quartour d’aurore
Ausra Vaskeviciute – Violine; Thomas Hemkemeier – Violine, Rafael Roth – Viola, Julien Blondel - Violoncello
Streichquartette von Alexander von Zemlinsky und Felix Mendelssohn Bartoldy
Das junge Ensemble "Les quatuors d'Aurore" fand sich während des gemeinsamen Studiums, an der Musikhochschule in Saarbrücken. Durch ihre Leidenschaft für die fantastische Streichquartettmusik verbunden, ohne jedoch das Ziel zu verfolgen, ein erschöpfendes Repertoire bereitzuhalten, widmen sich die vier Musiker ausgesuchten Werken dieser Literatur. Dadurch gewinnt die Auseinandersetzung mit den ausgewählten Stücken an Tiefe, sie sind Herzensangelegenheiten des Ensembles.
Fr. 26.8., 20.00
BÜRGERPARK-RONDELL
Fleur du mal - Die Blumen des Bösen
Ein französisch-deutsches Musik-Projekt/Ensemble „Böse Blumen / Méchantes Fleurs“: Élodie Brochier (Sarregemuines) - Stimme, Gesang; Wollie Kaiser (Saarbrücken) - Saxophone, Klarinetten, Flöten, Elektronik, Komposition; Axel Lindner (Köln) – Violine; Elisabeth Fügemann (Köln) - Violoncello
Eine ungewöhnliche Ensemblebesetzung setzt ein ungewöhnliches Werk eines ungewöhnlichen Poeten in ungewöhnliche Musik um. Es handelt sich um Gedichtvertonungen aus les fleurs du mal von Charles Baudelaire. Mit dem ehrgeizigen Ziel, die Poesie des Vorreiters des Symbolismus sowohl in der Originalsprache als auch auf deutsch - in der genialen Übersetzung von Carlo Schmidt - in Musik umzusetzen, wird eine kulturelle Brücke zum Nachbarland Frankreich gebaut. Eigenproduktion des Ensembles im Rahmen der Saarbrücker Sommermusik
Sa. 27.8., 20.00 Uhr
SCHINKELKIRCHE BISCHMISHEIM
Quatuor-Plus
Götz Hartmann , 1.Violine; Rosemarie Keller, 2.Violine; Thomas Weißmann, Muriel Weissmann , Violen; Peter Gerschwitz , Violoncello
Im Jahr 2007 fusionierten das Rundfunkorchester des SWR Kaiserslautern und das Rundfunksinfonieorchester Saarbrücken zu einem neuen Orchester, der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Viele Musiker der beiden Orchester kannten sich schon vorher und so war es kein Wunder, dass sich in kurzer Zeit neue Kammermusik-Formationen bildeten. Auch das Quatuor Plus ging daraus hervor. Es widmet sich der Pflege der Streichquartettliteratur ' Plus' einem weiteren Instrument, in diesem Fall der 2. Viola.
Auf dem Programm stehen Werke von Franz Liszt: Zwei Sätze für Streicher; Anton Bruckner: Streichquintett F-Dur. Bruckners Streichquintett entstand 1879. Es wurde bald zu einem Repertoirestück, wobei vor allem das Adagio zu gefallen wusste. In einer Kritik der " Deutschen Zeitung" vom 4.4.1884 heisst es: " Die Perle des Quintetts aber ist das Adagio…., eines der edelsten, verklärtesten , zartesten und klangschönsten, die in neuerer Zeit überhaupt geschrieben wurden".
So. 28.8., 15.00
LANDWEHRPLATZ
Red Pulse
Die Schlagwerker des Jazz Department der Hochschule für Musik Saar
Leitung: Prof. Oliver Strauch. Besetzung: Max Punstein, Martial Frenzel, Christoph Schnell, Dominik Rivinius, Fabian Künzer, Leo Kwandt
Die sechs Musiker des HfM-Jazz-Schlagzeugensembles setzen unter der Leitung von Oliver Strauch, den Schwerpunkt auf die Klangvielfalt des Schlagwerks und den hohen emotionalen Charakter im Zusammenspiel von Raum und Klang. Es werden ausschliesslich Kompositionen der Ensemblemitglieder erarbeitet und performt. Klänge von hoher Bildhaftigkeit entstehen und geben dem Schlagwerk eine melodische Dimension
Bei Regen im Theater im Viertel.
So. 28.8., 20.00
KLEINES THEATER IM RATHAUS
Ensemble Polychrome #4
Pegelia Gold – Stimme, Elisabeth Fügemann – Cello, Leonhard Huhn – Saxophon/Bassklarinette, Constantin Herzog - Bass
Das Quartett Polychrome #4 sucht das dualistische Prinzip abendländischer Musikkultur neu zu gestalten, und begibt sich in den Grenzbereich von formaler Strenge und freiassoziiertem Musikschaffens. Im Zentrum des aktuellen Programms steht das Frühwerk Alban Bergs.
In der Bearbeitung des Quartetts erfahren die frühen Lieder Bergs ihre jugendliche Freimütigkeit und emotionale Absolutheit im ungewohnten Klanggewand zwischen freier Improvisation und festem Notentext in fließenden Bewegungen.
Download
Hier finden Sie das komplette Programm der Sommermusik 2011.




