Honoré de Balzac: Das unbekannte Meisterwerk
| Name: | Honoré de Balzac: Das unbekannte Meisterwerk |
| Art: |
Buchvorstellung / Lesung |
| Ort: |
Wein- und Kulturgalerie "Die Winzer" Martin-Luther Straße 5 66111 Saarbrücken |
| Telefon: | +49 (0) 175 8805494 |
| Internet: | http://www.kir-resonan... |
| Beginn: | 04.09.2010 20:00 Uhr |
Honoré de Balzac (1799 – 1850), dessen Bücher in ihrer Gesamtheit nach seinen eigenen Worten als „Menschliche Komödie“ aufzufassen sind, gehört mit E. A. Poe und F. M. Dostojewskij zu den wichtigsten Begründern der modernen, in den Formen des Romans und der Kurzgeschichte am höchsten entwickelten Erzählkunst.
Balzac bezeichnete sich selbst als „Nachfolger und Antagonist“ des berühmten E. T. A. Hoffmann. Etwas Unheimliches bricht in die scheinbare Sicherheit der bürgerlichen Welt ein, lässt die Menschen an ihren eigenen Rollen scheitern und vernichtet so manche Existenz. Doch die Vorstellungskraft Balzacs geht nicht mehr den Umweg über die Schreckensbilder unser Halluzinationen und Angstträume, sondern sie leitet das Unheimliche aus den Vorgängen ab, die wir ständig im Alltag selbst erleben. Uns wird eine Realität aufgezwungen, die von unterschiedlichen Leidenschaften der Menschen geprägt ist. Eifersucht, Geiz, Naivität, verblendete Liebe, überzogenes Erfolgsstreben, die Instrumentalisierung des Mitmenschen und immer wieder sehr viel Heuchelei bringen uns Menschen in ausweglose Situationen. Hinter allem stehen im Endeffekt unterdrückte oder allzu heftig ausgelebte Leidenschaften.
Für den musikalischen Leseabend wurden zwei zentrale Themen ausgesucht: „Das unbekannte Meisterwerk“, in dem das Aufeinandertreffen mehrerer Künstler zu einer menschlichen Katastrophe führt; und „Eugénie Grandet“, deren Lebensglück durch den Geiz ihres Vaters, aber auch die Wortbrüchigkeit ihres Verlobten verstört wird.
Immer wieder wird im Rahmen der „Menschlichen Komödie“ durch die Verflechtungen der Gefühle die Realität verfehlt. Dieses Geflecht der Gefühle und die Suche nach der Wahrheit werden bei dem Leseabend durch eine Textcollage versinnbildlicht, in die auch eigene Kommentare des Autoren Eugen Grittmann eingeflossen sind.
Nelia Dorscheid (Autorin) und Eugen Grittmann (Autor) beschränken sich also nicht auf das Zitieren, sondern sie führen ihr Publikum durch ein lebendiges Szenario aus Leidenschaft und Realität, wie immer sorgfältig durch Musikbeiträge ergänzt von Simon Löwenberg (Geige, Gitarre).














